Systemwetten erklärt: Rechenweg, Limiten und der Preis jeder Wettreihe
Ladevorgang...
In der Schweiz darf Sportwetten nur anbieten, wer dafür eine Bewilligung hält – und das sind zwei Veranstalter. Alles andere, was auf dem Bildschirm wie ein Wettanbieter aussieht, hat hier keine Zulassung. Wer eine Systemwette spielt, spielt sie also entweder bei Swisslos (Sporttip) oder bei der Loterie Romande (Jouez Sport) – oder bei einem Anbieter, dem die Schweiz den Zugang sperren kann.
Stand: Oktober 29, 2026, abgeglichen mit den Bewilligungen und Listen der Gespa sowie den veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden konzessionierten Veranstalter.
Eine Systemwette ist keine bessere Wette. Sie ist dieselbe Wette, mehrfach gekauft. Wer «3 aus 5» schreibt, kauft zehn Kombinationen aus fünf Spielen; jede dieser zehn Reihen trägt dieselbe Marge wie eine einzelne Kombiwette, und der Gesamteinsatz ist die Summe über alle Reihen. Genau deshalb steht in dieser Übersicht überall der Einsatz im Vordergrund und nirgends eine Gewinnprognose.
Systemwetten im Vergleich: die zehn Anbieter, sortiert nach Bewilligung
Zuerst die unangenehme Sortierung. Von zehn gelisteten Anbietern haben zwei eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten als Grossspiel, acht haben keine. Die acht sind nicht «Alternativen mit anderem Schwerpunkt» – sie stehen in der Schweiz rechtlich ausserhalb des Systems, und das ist keine Formalie, sondern der Punkt, an dem der teuerste Unterschied zwischen zwei Wettscheinen hängt.

| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS SR 935.51, Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS SR 935.51, Aufsicht Gespa) | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldet: Tobique (Kanada), in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Bruce Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung: nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
Was diese Tabelle nicht zeigt, ist die zweite grosse Einschränkung: Die beiden bewilligten Häuser bedienen je ein eigenes Gebiet. Swisslos (Sporttip) ist im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein tätig; die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz in diesem Gebiet voraus – wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport online nicht vorbei an der Frage nach dem Wohnort, und wer in Genf wohnt, nicht an der nach dem Swisslos-Vertragsgebiet.
Für einen Systemwetter heisst das: Die Wahl ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Wohnsitzfrage. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos lebt, hat bei Systemwetten einen Höchsteinsatz von CHF 10’000 auf einem Wettschein; ein Spieler in der Westschweiz hat bei Jouez Sport einen anderen Rahmen, in dem Einzel- und Kombiwetten mit CHF 500 gedeckelt sind und ein Wettschein mit Multiples insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten darf. Zwei Länder in einem Land, was die Limiten betrifft – das ist die eigentliche Vergleichsachse, und sie steht im Abschnitt «Was der Schweizer Rahmen die Spielenden kostet – und was er ihnen gibt» ausführlich.
Beim Preis unterscheiden sich die beiden Häuser dagegen nicht systematisch, und das sollte niemanden überraschen: Die Marge sitzt in jeder Quote, gleich bei wem sie gedruckt wird. Ein Wettschein mit zehn Reihen trägt sie zehnmal.
Grundlagen: wie aus einer Auswahl mehrere Wettreihen werden
Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y». Bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen. Wer CHF 2 je Reihe einsetzt, bindet damit CHF 20 – nicht, weil das System teurer wäre, sondern weil zehn Kombinationen zehn Einsätze sind. Diese Rechnung wird von Werbematerial gern in den Hintergrund geschoben; sie ist aber die einzige, die am Wettabend wirklich zählt.

Die Schreibweise «X aus Y» liest sich wie eine Formel und ist auch eine. Man wählt Y Ereignisse und legt fest, wie viele Treffer eine gültige Reihe braucht. Jede mögliche Gruppe von X Ereignissen aus den Y gewählten wird zu einer eigenen Kombinationswette. Bei «5 aus 5» wäre die Systemwette nichts anderes als eine Kombiwette über fünf Spiele; bei «2 aus 5» entstehen zehn Paarungen, die schon mit zwei richtigen Tipps gewinnen können. Zwischen diesen beiden Enden liegt der ganze Reiz der Spielform – und ihre ganze Kostenstruktur.
Die Anzahl der Reihen wächst nicht linear, sondern nach dem Binomialkoeffizienten: Bei «3 aus 5» sind es zehn, bei «3 aus 6» zwanzig, bei «4 aus 6» fünfzehn. Wer zehn Spiele ins System nimmt und «3 aus 10» spielt, kauft 120 Kombinationen – bei CHF 1 je Reihe also CHF 120 Gesamteinsatz. Der Wettschein sieht dann aus wie eine Auswahl von zehn Spielen, ist aber in Wahrheit ein Bündel von 120 Wetten, von denen jede einzelne die gleiche Marge trägt.
Für «3 aus 5» gilt ausserdem die harte Untergrenze: Mit höchstens zwei richtigen Tipps ist diese Wette verloren. Nicht teilweise, nicht knapp – verloren. Drei richtige Tipps treffen genau eine Reihe, vier richtige treffen vier Reihen, fünf richtige treffen zehn. Der Unterschied zwischen einer Reihe und zehn Reihen im Rückfluss ist gross, und er entsteht aus einem einzigen zusätzlichen Treffer. Das ist die Mechanik, die Systemwetten populär macht: Ein Tipp weniger als perfekt ist kein Totalverlust mehr.
Was dabei oft übersehen wird: Die Streuung des Risikos ist keine Reduktion des Risikos. Verteilt auf zehn Reihen ist der Einsatz nicht kleiner, sondern grösser als bei einer einzelnen Kombiwette über dieselben fünf Spiele – und die Auszahlungsquote jeder einzelnen Reihe ist dieselbe wie bei jeder anderen Wette auf denselben Märkten. Wer hier einen Vorteil vermutet, verwechselt Varianz mit Erwartungswert.
Der Rechenweg: Quote, Gesamtquote, Auszahlung
Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich bei Sporttip aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Für eine Systemwette heisst das: Jede der zehn Reihen hat ihre eigene Gesamtquote, gebildet aus drei der fünf Einzelquoten, und die Auszahlung des Systems ist die Summe über alle Reihen, die mindestens drei dieser Quoten tatsächlich getroffen haben.
Diese Summe lässt sich nicht sinnvoll mit einer einzigen Zahl angeben, und jeder Versuch, «den» Gewinn einer Systemwette auszurechnen, führt an den entscheidenden Punkt vorbei: Es kommt auf das Muster der Treffer an, nicht nur auf ihre Anzahl. Vier richtige Tipps aus fünf ergeben vier gewonnene Reihen – aber welche der fünf Spiele danebengeht, entscheidet darüber, welche vier Gesamtquoten tatsächlich in die Auszahlung laufen.
Ein durchgerechnetes Beispiel macht das sichtbar. Angenommen seien ausgewählte Ereignisse mit Quoten von 1.50, 2.00 und 2.50, eingesetzt werde CHF 1 pro Reihe. Die drei sauber gerechneten Fälle sehen so aus: Gewinnt jede der drei Voraussagen, zahlt die Reihe mit allen drei Quoten Einsatz mal 1.50 mal 2.00 mal 2.50 aus, also CHF 1 mal 7.50 = CHF 7.50. Bei zwei richtigen Tipps entsteht eine kleinere Gesamtquote, und die Rückzahlung liegt entsprechend tiefer. Auf die Gesamtheit der zehn Reihen eines «3 aus 5» wirkt sich das so aus, dass der Rückfluss mit der Zahl der richtigen Tipps wächst: ein Treffer zu wenig als geplant kann das ganze System schon unter den Einsatz drücken.
Richtige Tipps | Reihen, die gewinnen | Einordnung des Rückflusses
—|—|—
5 von 5 | 10 volle Reihen | weit über dem Einsatz, weil auch die höchsten Quotenpaare und -tripel greifen
4 von 5 | 4 Reihen | nur wenn die drei höchsten Quoten in der verbliebenen Gruppe liegen, trägt das den Gesamteinsatz
3 von 5 | 1 Reihe | eine einzige Kombination entscheidet, ob ein Teil des Einsatzes zurückkommt
2 von 5 | keine | die Wette ist verloren, der Einsatz bleibt ganz beim Veranstalter
Das ist keine Rechnung mit einer Pointe, sondern eine Bandbreite mit einer Bedingung: Der Rückfluss eines Systems liegt zwischen dem Totalverlust und dem Produkt der höchsten beteiligten Quoten, und wo er landet, entscheidet die Trefferzahl und die Höhe der ausgefallenen Quote. Wer mit drei kleinen Quoten von je 1.50 arbeitet, hält die Bandbreite flach – und zahlt das mit einem Rückfluss, der den Einsatz kaum überschreitet. Wer drei Quoten von 2.50 nimmt, zieht die Bandbreite auf, aber die Wahrscheinlichkeit, in deren oberes Ende zu kommen, sinkt mit jeder einzelnen Quote.
Die zweite Rechnung, die mancher unterschlägt, ist die Reihenzahl. Der Gesamteinsatz ist Reihen mal Einsatz pro Reihe. Bei «3 aus 5» und CHF 2 je Reihe sind das CHF 20; bei «3 aus 10» und CHF 1 sind es CHF 120. Die Verzehnfachung des Einsatzes bei «10 aus 10» ist dann kein Nebeneffekt, sondern die Hauptsache: Man hat eine Kombiwette nicht gestreut, sondern in ihrer teuersten Form gekauft.
Und die dritte Rechnung ist die stille: Der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt, folgt der Formel 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes, die Marge ist der Rest. Bei einer Kombination über mehrere Märkte multipliziert sich dieser Effekt. Bei einem System über zehn Reihen multipliziert er sich zehnmal. Dass die Quoten beim Zweitplatzierten oft nur unwesentlich besser aussehen als bei einer Kombiwette, ändert nichts an dieser Struktur.
Wie die Auszahlung bei Swisslos gerundet wird
Sporttip rechnet zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und rundet anschliessend auf 5 Rappen genau ab. Bei einem Gesamteinsatz von CHF 20 über zehn Reihen und einer Auszahlung, die aus zehn Teilbeträgen besteht, wird dieser Schritt zehnmal angewendet. Die Differenz ist pro Reihe gering, und niemand sollte wegen fünf Rappen ein Fass aufmachen. In einem System aus 120 Reihen summiert sich die Abrundung jedoch zu einem kleinen, aber realen Betrag, der nicht dem Spielenden gehört.
Wer die Zahlen selbst nachvollziehen will, findet den Rechenweg in den Sporttip-Spielregeln; ein Systemrechner im Netz arbeitet mit derselben Formel, ob mit oder ohne Hinweis auf den Rundungsschritt.
Wo eine Systemwette in der Schweiz überhaupt gespielt werden darf
Der Rahmen ist strenger, als die meisten Wettenden annehmen. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Wer eine «Auswahl» an Schweizer Anbietern verspricht, beschreibt damit Anbieter, die hier gar nicht dürfen.
Was gespielt werden darf, folgt einer geschlossenen Liste: der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Corner- und Kartenmärkte sucht man auf der Liste vergebens, eine Esport-Sektion ebenfalls nicht – Esport kommt in der Gespa-Liste nicht vor. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Auch die Steuer ist Teil des Rahmens, und hier kursieren die grössten Fehler. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; die eidgenössische Schwelle liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein üblicher Wetter gewinnt weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Die kantonale Schwelle weicht ab und ist je nach Kanton verschieden. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Für den eigenen Fall gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Was der Schweizer Rahmen die Spielenden kostet – und was er ihnen gibt
Die Limits, die in der Schweiz gelten, setzen die Spielenden selbst. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein gesetzlich festgelegter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht – anders als in mehreren Nachbarländern. Wer bei Sporttip zum ersten Mal teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese Zahlen sind keine Schikane, sondern die einzige Bremse, die im System überhaupt vorgesehen ist. Bei einer Systemwette ist der Einsatz schon beim Ausfüllen des Wettscheins vollständig gebunden; es gibt kein Nachlegen während des Abends, aber es gibt auch kein Zurücknehmen. Wer eine Verlustlimite von CHF 100 für den Tag gesetzt hat, kann an diesem Tag kein System mit CHF 120 Gesamteinsatz platzieren – die Limite greift vor dem Einsatz, nicht danach.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also breiter, als er vielleicht beabsichtigt hat. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Ein Testkauf-Ergebnis von 2025 sollte man nüchtern zur Kenntnis nehmen: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Regulierung als lückenlos verkauft, überverkauft sie. Der Unterschied zu einer Offshore-Seite liegt nicht darin, dass hier nichts schiefgeht, sondern darin, dass es hier Stellen gibt, die nachsehen – und ein Register, das einen Namen überhaupt erfasst.
Die Auszahlung schliesslich folgt einer Regel, die den Charakter des Systems gut zeigt: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Auszahlung heisst hier: auf das eigene Konto, unter dem eigenen Namen.
Spielerschutz: warum eine Verlustlimite bei Systemwetten mehr ist als eine Formalität
Der Spielerschutz ist bei Systemwetten nicht dasselbe Thema wie bei anderen Wettformen, er ist dringlicher. Eine Systemwette multipliziert den Einsatz, ohne dass der Wettschein das sichtbar macht: Oben stehen fünf Spiele, unten steht ein Betrag, der dem Zehnfachen eines Einsatzes pro Reihe entspricht. Wer nach dem Verlust auf den Wettschein blickt, sieht zehn Wetten, nicht eine.
Die Limiten, die Swisslos und die Loterie Romande führen, sind deshalb der wirksamste Teil des Instrumentariums. Es gibt daneben die freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage bei Swisslos, die den Zufluss auf das Spielkonto begrenzt. Wer sein Spielguthaben über den Swisslos-Wallet kauft, zahlt mindestens CHF 20 ein; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Die 30-Tage-Grenze von CHF 10’000 ist bewusst nicht proportional zur Systemwetten-Limite von CHF 10’000 pro Wettschein gebaut – zwei Wettscheine dieser Art und die Einzahlungsgrenze ist für einen Monat erreicht.
Was das für die Praxis bedeutet: Wer Systemwetten mit mehreren Reihen plant, sollte die Limiten vorher setzen, nicht danach. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden, und wer mit dem Wettschein schon im Kopf am Bildschirm sitzt, erlebt diese Frist als Sperre. Wer die Limite vorher richtig setzt, erlebt sie nie.
Eine Einschränkung bleibt: Der Schweizer Rahmen schützt, aber er schützt nur innerhalb des bewilligten Systems. Ein im Ausland lizenziertes Angebot hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) und ist an das Schweizer Sperrregister nicht angeschlossen. Es gibt also kein Instrument, das dort eine Selbstsperre trägt. «Verantwortungsvoll spielen» auf einer Offshore-Seite ist eine Hausregel und nichts, worauf eine Behörde blickt.
Für Hilfsangebote gilt dasselbe Prinzip: Die Stellen, an die man sich in der Schweiz wendet, kennen das bewilligte System und die Register; für Anbieter ausserhalb davon gibt es keine vergleichbare Anlaufstelle. Wer merkt, dass Systeme mit zehn oder zwanzig Reihen zur Gewohnheit werden, hat hierzulande einen klaren Weg, sich sperren zu lassen – und der funktioniert nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern.
Strategie: was ein System wirklich leistet und was es nicht ersetzt
Die Systemwette gilt als Mittelweg zwischen Einzelwette und Kombiwette, und dieser Ruf trifft die Mechanik ganz gut. Sie verspricht aber keinen Vorteil. Eine Strategie ersetzt weder Analyse noch Disziplin, und wer eine Systemwette spielt, weil sie sich klüger anfühlt als eine Kombiwette, hat die Kostenstruktur nicht zu Ende gedacht.
Der Grund liegt wieder in der Quote. Jede der zehn Reihen besteht aus drei Einzelquoten, und in jeder dieser Quoten steckt die Marge des Veranstalters. Die Systemform ändert daran nichts; sie verteilt den Einsatz nur auf mehr Positionen. Wenn zwei Spieler dieselben fünf Spiele wählen, hat der Systemspieler eine breitere Verteilung der Ergebnisse und einen höheren Gesamteinsatz – nicht eine bessere Erwartung.
Daraus folgt, was eine brauchbare Herangehensweise tut und was nicht. Sie wählt Spiele nach Einschätzung, nicht nach Quotenhöhe. Sie legt die Zahl der Reihen so fest, dass der Gesamteinsatz zur Verlustlimite passt. Und sie akzeptiert vorab, dass bei «3 aus 5» zwei Treffer den ganzen Einsatz kosten.
Ein paar Konstellationen, sauber zu Ende gedacht:
- Kleine Quoten und wenige Reihen: Ein System «2 aus 4» mit Quoten um 1.50 kostet wenige Reihen, hält den Gesamteinsatz flach und braucht nur zwei Treffer. Der Rückfluss bleibt entsprechend niedrig – hier ist die Systemwette vor allem eine Wette darauf, nicht total danebenzuliegen.
- Höhere Quoten und «3 aus 5»: Zehn Reihen, ein spürbarer Gesamteinsatz, und erst drei Treffer bringen die erste Reihe überhaupt ins Spiel. Mit vier Treffern entscheidet die Zahl der hohen Quoten in der getroffenen Gruppe darüber, ob der Einsatz zurückkommt.
- Viele Spiele und «3 aus 10»: 120 Reihen. Wer das mit CHF 1 je Reihe spielt, bindet CHF 120 – hier ist die Reihenzahl selbst die grösste Einzelposition im Budget, noch vor jeder Quotenentscheidung.
- Systeme mit Bankwetten: Sicher geglaubte Spiele werden aus dem System herausgenommen und mit fester Quote eingerechnet. Das senkt die Reihenzahl und erhöht den Druck auf jeden einzelnen Systemtipp; fällt die Bankwette aus, fällt das ganze System.
Wer «mit Systemwetten Geld verdienen» als Plan formuliert, muss eine Zahl nennen können, die diesen Plan trägt. Der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt, ist kleiner als der Anteil, den er einnimmt – die Formel 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes beschreibt genau das, und die Differenz zur 1 ist die Marge. Bei einer Kombination aus mehreren Märkten wird dieser kleine Abzug von Stufe zu Stufe grösser. Das System kann einen Verlust früh im Abend abfedern; es kann ihn nicht in einen Überschuss verwandeln.
Die Wahl der Wettreihen und der Quoten: wann ein System zur Kombi kippt
Die Reihenzahl ist die eigentliche Stellschraube. Ein System «X aus Y» mit X = Y ist eine Kombiwette, nur langsamer geschrieben. Ein System mit einem kleinen X ist ein Bündel von Wetten auf wenige Treffer und damit näher an einer Serie von Einzelwetten. Zwischen diesen Polen entscheidet sich, welche Art von Wette man überhaupt spielt.
Praktisch heisst das: Je grösser die Lücke zwischen X und Y, desto mehr Reihen und desto niedriger die Anforderung an die Trefferzahl. Je kleiner die Lücke, desto weniger Reihen und desto stärker ähnelt das Ergebnis einer Kombiwette. Wer die Marge kleinhält, nimmt weniger Reihen; wer auf eine breite Streuung setzt, zahlt sie mit dem Einsatz.
Ein weiterer Punkt, der oft untergeht: Die Anzahl der richtigen Tipps ist nicht das einzige Ergebnis einer Systemwette. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette bei Sporttip ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. In einem System verkleinert eine Quote von 1.00 die Gesamtquote der betroffenen Reihen, statt sie zu streichen. Das ist keine Nullsumme: Es verändert die Auszahlungsstruktur des gesamten Systems.
Ähnlich gelagert ist die Livewette: Bei Sporttip gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. In einer Systemwette kann eine so bewertete Voraussage eine ganze Reihe auf 1.00 zurückziehen. Das ist der teuerste Fehler, den ein Live-Systemspieler machen kann, und er ist nicht auf eine fehlerhafte Auswahl zurückzuführen, sondern auf ein technisches Detail.
Ein dritter Mechanismus: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion». Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. In einem System mit zehn Reihen betrifft eine solche Erklärung nicht eine Reihe, sondern alles, was auf der abhängigen Voraussage aufbaut.
Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online – für Prematch, Live und Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist bei einem System die einzige Stelle, an der die Reihenstruktur tatsächlich belohnt wird – aber sie belohnt den Nettogewinn, und der setzt voraus, dass überhaupt ein solcher entsteht.
Quotenboosts bei Sporttip gelten dagegen nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. In einer Systemwette ist eine Einzelwette ohnehin nur eine Reihe – der Boost ist hier also kaum ein Faktor, ausser man spielt daneben eine Kombiwette.
Systemwetten bei Swisslos Sporttip: zehnmal die Quote, kein Rabatt auf die Gebühr
Bei Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel) laufen die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Veranstalter- und Spielbewilligung stehen auf Basis des BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa. Ein Onlinekonto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Für Systemwetten ist die entscheidende Zahl der Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Systemwette. Zum Vergleich: Für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Bei einem System «3 aus 5» mit CHF 1 je Reihe sind zehn Reihen also CHF 10 Gesamteinsatz – die Limite von CHF 10’000 lässt bei dieser Reihenzahl eine Menge Spielraum, aber sie ist keine Freigabe, sondern das Maximum eines einzelnen Wettscheins. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Ein zweiter Punkt ist der Rundungsschritt. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten – und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem System aus vielen Reihen fällt dieser Schritt oft an, und er fällt nie zugunsten des Spielenden aus.
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten – vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Für ein System ist das eine wichtige Einschränkung: Der Ausstieg gilt für die Wette als Ganzes, nicht für einzelne Reihen – wer eine Reihe retten will, kann das nicht.
Wer nicht innert 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung einen Gewinn geltend macht, verliert ihn zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Bei einem System, das zehn oder mehr kleine Rückzahlungen erzeugt, ist das keine abstrakte Frist.
Sportwetten stehen bei Sporttip Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer – etwa 90 Minuten im Fussball – plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. In einem System mit mehreren Spielen kann diese Regel einzelne Reihen kippen, ohne dass sich an der Auswahl selbst etwas geändert hätte.
Die Marge bleibt dabei die Marge: Zehn Reihen tragen zehn Abzüge. Der Kombiboost ist die einzige Stelle, an der Sporttip etwas zurückgibt – 5 % auf den Nettogewinn ab vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, bis zu 100 % bei fünfzehn. Und der Boost verlangt einen Nettogewinn. Wer null Nettogewinn hat, bekommt von einem Prozentwert nichts.
Unser Fazit zu Swisslos Sporttip: Wer im Vertragsgebiet wohnt, hat hier den einzigen Schweizer Rahmen, in dem ein Systemwetten-Einsatz bis CHF 10’000 pro Wettschein überhaupt zulässig ist – und zugleich eine Struktur, in der die Reihenzahl selbst die grösste Kostenposition bleibt. Der Kombiboost federt einen Teil der Marge ab, aber nur in der Klasse, in der schon ein Nettogewinn entstanden ist; die Verlustlimiten greifen vor dem Einsatz und sind damit das schärfere Instrument. Ein vollständiger Cash-Out auf das ganze System und eine 26-Wochen-Frist für die Geltendmachung von Gewinnen sind die zwei Stellen, an denen der Spieler hier tatsächlich etwas verliert.
Systemwetten bei Loterie Romande Jouez Sport: französischsprachige Schweiz, eigener Rahmen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Auch hier steht die Bewilligung auf Basis des BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa.
Die Limiten sind andere, und das ist für einen Systemwetter die zentrale Information. Online beträgt der Mindesteinsatz bei Jouez Sport CHF 2; in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Wer das gegen die Sporttip-Limiten legt, sieht sofort den Unterschied: Sporttip deckelt die Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und die Systemwette bei CHF 10’000, Jouez Sport deckelt Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500 und begrenzt den Gesamteinsatz eines Wettscheins mit Multiples bei CHF 7’500. Wer in der Westschweiz ein grosses System mit vielen Reihen plant, stösst hier früher an eine Grenze – und die Grenze liegt nicht auf der Reihe, sondern auf dem Wettschein. Das ist der Punkt, an dem die Reihenzahl vom strategischen Detail zur harten Beschränkung wird.
Dazu kommen die Gewinngrenzen: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der letzte Punkt trifft Systeme direkt: Wenn eine einzelne Reihe des Systems eine Gesamtquote von über 100’000 erreicht, ist der Rahmen gesprengt, bevor die Wette überhaupt ausgewertet wird. Bei Systemen mit sehr hohen Quoten ist diese Grenze keine Theorie.
Diese Obergrenze auf die Quote ist ungewöhnlich und verdient Beachtung. Sie sagt den Spielenden: Das Haus will kein Papier annehmen, dessen Auszahlung es nicht mehr kontrollieren kann – und bei einem System mit vielen Reihen aus hohen Quoten entstehen genau solche Zahlen schneller, als man denkt.
Unser Fazit zu Loterie Romande Jouez Sport: Der Mindesteinsatz von CHF 2 online und die Grenze von CHF 500 auf Einzel- und Kombiwetten machen Jouez Sport zum Haus für den kleineren Wettschein, nicht für das grosse System. Wer in den Westschweizer Kantonen ein System mit vielen Reihen spielen will, wird die Obergrenze auf die Gesamtquote häufiger als Begrenzung erleben als die Einsatzlimiten selbst. Die 2’350 Verkaufsstellen sind für den Papierwettschein ein Argument, für ein System mit zehn Reihen aber keines.
Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: derselbe Wettschein, ein völlig anderer Rückhalt
Bei diesen acht Marken ist die Lage in einem Satz beschrieben: Sie haben keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Veranstaltung von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar; wer gewerbsmässig handelt, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Kontrolle über die Fairness.
Dazu kommen drei praktische Folgen, die einen Systemwetter direkt betreffen. Diese Anbieter sind an das Schweizer Sperrregister nicht angeschlossen – eine dort eingetragene Spielsperre trägt hier nicht. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Und die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS umsetzen (Art. 86–93 BGS); die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt. Genau dieses Domain-Hopping ist der Grund, warum die Sperrliste keine dauerhafte Antwort auf «wo spielt man jetzt» ist.
Auch steuerlich ist der Unterschied real. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer ein System mit vielen Reihen im Ausland spielt, hat im Gewinnfall also ein Steuerthema, das sein Schweizer Gegenstück nicht kennt.
Zur Richtigstellung eines verbreiteten Gerüchts: Die Schweiz hat kein Zahlungssperrinstrument gegen unzulizenzierte Wettseiten. Banken und Kartensysteme blockieren solche Zahlungen nicht. Wer keine Zahlung durchbekommt, scheitert an den Hausregeln des Anbieters, nicht an einer Schweizer Aufsicht.
Bei den folgenden Marken beschreiben wir, was wir über den Schweizer Status wissen. Angaben zu ihren Boni, ihren Zahlungsmitteln, ihren Auszahlungszeiten oder ihren Limiten machen wir nicht, weil wir sie nicht geprüft haben und weil die Beschreibung eines Angebots, das in der Schweiz nicht veranstaltet werden darf, keine Grundlage für eine Bewertung wäre.
20Bet: Keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung ist nicht feststellbar, was in der Schweiz keine Wirkung entfaltet (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain kann auf der Sperrliste landen. Für einen Systemwetter heisst das: Die Reihenzahl und der Gesamteinsatz beim Erstellen des Wettscheins sind die einzigen Bremse, die es gibt – es gibt keine Limite, die eine Schweizer Behörde nachprüft.
ZotaBet: Keine Schweizer Bewilligung; eine Bewilligung ist nicht feststellbar, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schwelger Rechtsweg, Domain kann auf der Sperrliste landen. Wer hier ein System «3 aus 8» spielt, hat 56 Reihen und keine Schweizer Stelle, an die er sich wenden könnte, wenn die Auswertung streitig wird.
X3Bet: Keine Schweizer Bewilligung. Gemeldet wird eine Bewilligung aus Tobique (Kanada), die in der Schweiz keine Wirkung hat (Art. 4 BGS). Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain kann auf der Sperrliste landen. Der Hinweis auf eine ausländische Bewilligung sagt nichts über den Schutz des Spielenden in der Schweiz; er sagt nur, unter welchem Regime der Anbieter zu Hause ist.
Funbet: Keine Schweizer Bewilligung. Angebot ohne Bezug zum Schweizer System (Art. 4 BGS). Keine Sperrlisten-Anbindung, kein Rechtsweg in der Schweiz. Eine technische Plattform, auf der die Auswertung der Systemwetten ohne Aufsicht erfolgt.
Bruce Bet: Keine Schweizer Bewilligung. Angebot ohne Bezug zum Schweizer System (Art. 4 BGS). Keine Sperrlisten-Anbindung, kein Rechtsweg in der Schweiz. Die Auswertung komplexer Teilrückzahlungen erfolgt hier ohne Kontrolle durch eine Schweizer Stelle.
HornetBet: Keine Schweizer Bewilligung. Wie die anderen genannten Marken fehlt auch hier die Verbindung zu einer nationalen Aufsicht oder dem Schweizer Ausschlussregister. Wer hier wetten will, muss ohne die Rückgriffsmöglichkeiten auskommen, die das Geldspielgesetz für inländische Plattformen vorsieht.
BetAlright: Keine Schweizer Bewilligung. Angebot ohne Bezug zum Schweizer System (Art. 4 BGS). Keine Sperrlisten-Anbindung, kein Rechtsweg in der Schweiz. Ein Anbieter, der keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister vorweisen kann.
BillyBets: Keine Schweizer Bewilligung. Als nicht lizenzierter Betreiber findet dieser Anbieter im Schweizer Regulierungsrahmen keine Grundlage. Die fehlende Anbindung an das Sperrsystem bedeutet zudem, dass hier kein wirksamer Spielerschutz nach Schweizer Standards gewährleistet werden kann.
Unser Fazit zu den acht Anbietern ohne Bewilligung: Sie unterscheiden sich voneinander in Details, die wir nicht beurteilen, und sie gleichen sich in dem einzigen Punkt, der hier zählt – kein Schweizer Rückhalt. Wer eine Systemwette deshalb interessant findet, weil sie bei hoher Trefferzahl kräftig zahlt, sollte sich klarmachen, dass genau diese Auszahlung bei einem Anbieter ohne Bewilligung in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden kann. Der Schweizer Rahmen ist eng, aber er ist der einzige, in dem ein Systemwetten-Gewinn einen festen Anspruch hat.
Risiko und Ertrag bei mehreren Reihen: warum die Reihenzahl die eigentliche Entscheidung ist
Wer die Wahl zwischen Systemwetten mit verschiedenen «X aus Y» hat, entscheidet nicht über die Trefferwahrscheinlichkeit, sondern über die Verteilung des Einsatzes. «2 aus 4» mit vier ausgewählten Spielen ergibt sechs Reihen; «3 aus 4» ergibt vier; «4 aus 4» ergibt eine einzige und ist damit eine Kombiwette. Diese vier Zahlen – sechs, vier, eins – sagen mehr über den Charakter der Wette als jede Beschreibung.
Mit steigender Trefferanforderung sinkt die Zahl der Reihen, die eine Teilmenge der Tipps belohnen, und steigt die Abhängigkeit von einem guten Gesamtabend. Mit sinkender Trefferanforderung steigt die Zahl der Reihen, aber jede einzelne Reihe hat eine niedrigere Gesamtquote, weil weniger Voraussagen in sie eingehen. Beide Bewegungen kosten etwas: Die erste kostet die Fähigkeit, einen Ausrutscher zu verkraften; die zweite kostet die Höhe der Auszahlung pro Reihe.
Bei einem System über 120 Reihen («3 aus 10») ist die Reihenzahl selbst die grösste Position – und damit auch die grösste Limite. Wer CHF 1 pro Reihe plant, bindet CHF 120. Wer das mit dem Mindesteinsatz von CHF 1 bei Sporttip pro Reihe rechnet, landet bei genau dieser Summe; bei Jouez Sport mit CHF 2 pro Reihe wären es CHF 240, wobei die Obergrenze auf den Gesamteinsatz eines Wettscheins mit Multiples dort bei CHF 7’500 liegt.
Ein letzter Punkt, der in Quotenrechnern selten auftaucht: Die Auszahlung eines Systems ist die Summe der Auszahlungen aller gewonnenen Reihen, und jede Reihe hat eine eigene Gesamtquote. Eine Angabe wie «möglicher Gewinn: CHF X» auf einem Wettschein ist deshalb immer nur der Wert für einen bestimmten Trefferverlauf. Bei hohen Gesamtquoten über mehrere Reihen ergibt sich eine breite Spanne – und die Spanne ist das ehrlichere Bild als jede einzelne Zahl darin.
Häufige Fragen zu Systemwetten in der Schweiz
Was unterscheidet eine Systemwette von einer Kombiwette?
Eine Kombiwette bündelt alle Voraussagen in einer einzigen Wette und gewinnt nur, wenn alle stimmen. Eine Systemwette schreibt «X aus Y» und verteilt dieselben Voraussagen auf mehrere Kombinationen: Bei «3 aus 5» sind es zehn Reihen, und schon drei richtige Tipps gewinnen. Der Unterschied liegt in der Zahl der Wetten und im Gesamteinsatz, der mit ihr wächst.
Wie viele Reihen ergeben sich bei «3 aus 5», und was kostet das?
Zehn Reihen. Der Gesamteinsatz ist die Zahl der Reihen mal dem Einsatz pro Reihe: Bei CHF 2 je Reihe bindet die Wette CHF 20. Mit höchstens zwei richtigen Tipps ist sie verloren; drei richtige Tipps treffen genau eine Reihe. Die Reihenzahl – nicht die Quote – ist deshalb die erste Grösse, die ins Budget passt oder nicht.
Wie fällt die Auszahlung aus, wenn nur ein Teil der Tipps stimmt?
Jede getroffene Reihe wird mit ihrer eigenen Gesamtquote ausgezahlt, also dem Produkt der Quoten der in ihr enthaltenen richtigen Voraussagen. Vier richtige Tipps aus fünf ergeben vier Reihen, deren Höhe davon abhängt, welche Spiele getroffen wurden. Der Rückfluss liegt damit zwischen dem Totalverlust und dem Produkt der höchsten beteiligten Quoten.
Gibt es eine beste Systemwette, oder hängt das von Quoten und Budget ab?
Sie hängt von beidem ab, und eine allgemein beste gibt es nicht. Ein System mit niedrigem «X» braucht wenige Treffer, hat aber niedrigere Gesamtquoten pro Reihe; ein System mit hohem «X» verlangt mehr Richtige für einzelne Gewinne. Entscheidend sind die Zahl der Reihen und der Gesamteinsatz – und der Anteil des Marktes, der als Marge in jeder Quote steckt.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?
Sporttip führt einen eigenen Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Systemwette, während eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 gedeckelt ist. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Welche Systemformen im Einzelnen möglich sind, steht in den jeweiligen Spielregeln.
Was ist eine Bankwette, und was passiert bei einer Absage?
Eine Bankwette ist eine Voraussage, die aus dem System herausgenommen und mit fester Quote eingerechnet wird – sie senkt die Reihenzahl und erhöht die Abhängigkeit von jedem Systemtipp. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird eine Einzelwette zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Wettarten – kombibonusch
Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»
