Neue Online-Buchmacher 2026 im Faktencheck: zwei Bewilligungen, zehn Namen
Ladevorgang...
Wer nach neuen Online-Buchmachern für die Schweiz sucht, stösst auf eine Liste, die auf den ersten Blick reich aussieht und beim zweiten Hinschauen zwei Namen enthält. Das kantonale Recht hat die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Weitere Bewilligungen gibt es nicht, weil es keine gibt — die Gespa publiziert keine Liste zusätzlicher bewilligter Buchmacher, sondern nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Alles andere, was eine Schweizer IP-Adresse bedient, ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa und der beiden Veranstalter geprüft.
Das ist der Kern dieses Themas, und er ist unbequem: Die Frage nach dem besten neuen Buchmacher hat in der Schweiz keine befriedigende Antwort, weil die Auswahl nicht durch Qualität entstanden ist, sondern durch eine kantonale Deckelung. Wer das weiss, liest jede Werbung für einen «neuen Anbieter» anders.
Die Rechtslage: wer in der Schweiz überhaupt Wetten annehmen darf
markteintri: Was eine Bewilligung ist und was sie nicht ist
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist keine Formalie, sondern der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Marktes.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitzadresse in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden.
Das Vertragsgebiet von Swisslos umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bekommt dort nur, wer in diesem Gebiet wohnt oder sich gewöhnlich aufhält.
Ein neuer Markteintritt bedeutet in der Schweiz also zunächst nichts Zusätzliches. Es gibt keinen dritten Veranstalter in Vorbereitung, keine wartende Bewilligung, keinen kantonalen Versuch mit einem weiteren Anbieter. Wer heute eine Schweizer Bewilligung hat, hatte sie auch gestern.
Ein Konto, eine Person, ein Ausweis
Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Für einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gilt nichts davon. Er prüft, was er prüfen will, und meldet niemanden an ein Schweizer Register. Das klingt nach weniger Aufwand — und ist genau der Punkt, an dem der Schutz endet.
Krypto, Bitcoin und die Frage nach der Anonymität
Die Nachfrage nach Krypto-Buchmachern und Bitcoin-Buchmachern speist sich meist aus einer Annahme: hier lasse sich ohne Identitätsprüfung wetten. Für die Schweiz trägt diese Annahme nicht. Auszahlungen und Guthaben gehen bei bewilligten Anbietern nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind ohnehin untersagt.
Ein ausländischer Anbieter, der Krypto annimmt, mag das anders handhaben. Nur: Eine Schweizer Bewilligung steht dahinter nicht, ein Schweizer Register erreicht ihn nicht, und ein Schweizer Rechtsweg führt nicht zu ihm. Wer dort gewinnt, klärt die Auszahlung mit einer Firma im Ausland — nach deren Bedingungen, nicht nach Schweizer Recht.
Ausländische Anbieter: was «ohne Schweizer Bewilligung» kostet
Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Kraft. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spielende. Das Bundesamt für Justiz sagt das ausdrücklich.
Beruhigend ist das nur auf den ersten Blick. Denn in Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Der Spielende wird nicht bestraft und verliert trotzdem, was auf dem Konto lag.
Dazu kommt die Netzebene. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt das Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 steht auf der Liste. Wer heute eine Seite erreicht, erreicht sie morgen vielleicht nicht mehr.
Und noch eine Folge, die selten in der Werbung steht: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Beim bewilligten Schweizer Anbieter gilt das Gegenteil.
Spielerschutz: Limiten, die man selbst setzt, und eine Sperre, die bleibt
Verlustlimiten gehören vor die erste Wette
Bevor jemand zum ersten Mal an einer Sporttip-Wette teilnimmt, müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die Reihenfolge ist entscheidend, und sie ist der Grund, warum das hier am Anfang des Abschnitts steht und nicht am Ende. Wer die Limite erst nach den ersten Einsätzen setzt, setzt sie mit dem Gefühl der ersten Einsätze im Kopf. Wer sie vorher setzt, setzt sie mit dem Haushaltsbudget im Kopf. Das BGS verlangt vom Veranstalter, dass er einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt; die Herabsetzung wirkt von Gesetzes wegen sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Einen staatlich festgelegten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht. Die Limite ist die eigene. Das ist die eine Stelle im System, an der der Spielende mehr Macht hat als der Veranstalter.
Die Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das Register ist der wirksamste Mechanismus im ganzen System, und es ist der einzige, der einen Anbieterwechsel übersteht. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Ein ausländischer Anbieter ist an dieses Register nicht angeschlossen. Wer dort ein Konto hält, hat dort keine Sperre — und wer sich sperren lassen will, muss das bei jedem Anbieter einzeln tun, bei dem er ein Konto hat.
Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Zahl gehört hierhin, weil sie vor einer bequemen Annahme schützt. Der gesetzliche Rahmen ist streng, die Praxis an der Theke ist es nicht durchgehend.
Boni und Gratiswetten: klein, geprüft, an Bedingungen geknüpft
Warum Schweizer Aktionen so unspektakulär aussehen
Freispiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 gab sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Zum Vergleich: Was ein ausländischer Anbieter als Willkommenspaket ausrollt, ist meist ohne Aufsicht entstanden.
Die Aufsicht prüft vorher. Das ist der ganze Grund für die Grössenordnung. Wer eine Aktion auf einem Schweizer Anbieter sieht, sieht etwas, das jemand bei der Gespa vorgelegt hat.
Der Kombiboost bei Sporttip und was er verlangt
Der Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier solchen Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Lies die Staffel zweimal. Vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 bringen 5 %. Fünfzehn solcher Voraussagen bringen 100 % — dafür müssen fünfzehn Spiele richtig getippt werden. Der Sprung von 4 auf 15 Voraussagen ist kein linearer Anstieg eines Bonus, sondern ein exponentieller Anstieg des Risikos. Wer bei vier Voraussagen einsteigt, ist im Bereich, den die Staffel tatsächlich für normale Wettscheine vorsieht.
Die Mindestquote 1.50 pro Voraussage ist die zweite Hürde. Sie schliesst die Favoritenwetten aus, mit denen Kombinationen sonst gestreckt werden. Ein Kombischein aus vier klaren Favoriten zu je 1.20 erfüllt die Bedingung gar nicht — vier solcher Wetten haben zusammen eine Quote von etwa 2.07 und zählen null Voraussagen für den Boost. Swisslos zwingt den Spielenden damit in den Bereich, in dem der Boost etwas wert ist, und das ist der Bereich mit dem höheren Ausfallrisiko.
Laufende Aktionen: Quotenboost und Profitboost
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der letzte Halbsatz ist der teure. Wer den Boost annimmt und die Wette vorzeitig auszahlt, verliert die Erhöhung, die den Boost überhaupt interessant gemacht hat. Der Cash-Out bringt weniger als der mögliche Gewinn, und zusätzlich fällt der Boost weg. Zwei Abschläge auf einmal.
Was keine Schweizer Aktion ist: eine Gratiswette, deren Einsatz mit dem Gewinn zurückkommt. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer eine Gratiswette gewinnt, bekommt den Gewinn — nicht den Einsatz. Der Marketingbegriff «risikofrei» beschreibt eine Wette, die bei Verlust erstattet wird; er beschreibt keine Wette, bei der man nichts verlieren kann. Bei einer Gratiswette mit Quote 2.00 und einem Nettogewinn, der nur aus dem Gewinnanteil besteht, ist die Auszahlung am Ende halb so gross wie die Zahl auf dem Wettschein, sobald man den Einsatz mitrechnet.
Zahlungen und Auszahlungsdauer: Franken, eigener Name, klare Fristen
Wie Einzahlungen laufen
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an; bestätigt wird die Transaktion direkt in der PostFinance App. Der Umweg über eine Zwischenseite entfällt damit — für einen Schweizer Anbieter ist das die naheliegende Wahl, weil die betroffene Kundschaft ohnehin ein PostFinance-Konto hat.
Bei einem ausländischen Anbieter klärt sich die Einzahlung anders. Wie ein Anbieter Einzahlungen abwickelt, steht in dessen Bedingungen und nirgends sonst. Paysafecard, Trustly, Neteller oder PayPal sind keine Eigenschaft einer Schweizer Bewilligung, sondern eine Entscheidung des jeweiligen Anbieters. Wer vor einer Einzahlung wissen will, ob sein bevorzugtes Verfahren unterstützt wird, liest die Zahlungsseite des Anbieters vor der Einzahlung, nicht danach.
Auszahlungen: 365 Tage, zwei gratis, dann wird es teuer
Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Rechne die 3 % einmal nach. Bei einer Auszahlung von CHF 1’000 sind das CHF 30. Das ist kein Pauschalbetrag, sondern ein Prozentsatz — bei CHF 5’000 sind es CHF 150. Wer sein Guthaben in einem Zug abzieht, statt in drei oder vier Tranchen, fährt mit zwei kostenlosen Auszahlungen deutlich besser. Und wer sein Konto ohnehin als dauerhaftes Spielerkonto führt, merkt den Betrag erst, wenn er zum dritten Mal abzieht.
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.
Für Auszahlungen gilt durchgehend: sie gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt.
Beim ausländischen Anbieter: dieselbe Frage, keine Schweizer Antwort
Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Stelle, die eine Auszahlungsfrist durchsetzt. Wer dort CHF 2’000 gewinnt, hat einen Anspruch nach den Bedingungen des Anbieters — durchsetzbar in einem Rechtsstreit am Sitz dieses Anbieters. Wer umgekehrt eine CHF-1’000-Auszahlung sieht, sieht keine Schweizer Frist, sondern das, was der Anbieter sich selbst zuschreibt.
Bei den beiden bewilligten Anbietern ist die Frist nachprüfbar: 5 bis 10 Arbeitstage, festgehalten in den eigenen Bedingungen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| FortuneJack | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Gamdom | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| ZotaBet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| 1Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| IviBet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Fezbet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Cloudbet | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
| Betwinner | Keine Schweizer Bewilligung | Gemeldete Lizenz ohne Kraft in der Schweiz |
Prognosen und Strategie: was aus Form und Zahlen wirklich folgt
Eine Prognose ist keine Vorhersage
Eine Sportwette wird aus Form, Zahlen und Quoten gebaut. Form sind die letzten Ergebnisse, Zahlen sind die Statistiken, Quoten sind das, was der Markt aus beidem macht. Kein Teil davon kennt den Ausgang. Ein Tipp, der sicher wäre, wäre keine Wette.
Das ist keine Floskel, sondern eine Rechenregel. Bei einer Quote von 1,50 gewinnt der Anbieter auf lange Sicht nur, weil weniger als zwei Drittel aller Wetten dieser Quote aufgehen. Wenn ein Spielender glaubt, ein Ereignis trete mit 80 % Sicherheit ein, während die Quote 1,50 gerade 66,7 % entspricht, dann ist sein Vorteil schon im Preis enthalten — und er hat ihn selbst berechnet, ohne die Marge des Anbieters.
Wer sich mit WM-Favoriten, EM-Favoriten und Turnierprognosen beschäftigt, tut gut daran, die Frage umzudrehen. Nicht wer Favorit im Turnier wird, ist die entscheidende Frage, sondern was passiert, wenn dieser Favorit im Achtelfinale ausscheidet. Eine Kombination aus vier Favoriten ist genau deshalb riskant: Alle vier müssen gewinnen, und ein frühes Ausscheiden des ersten vernichtet drei andere richtige Tipps mit.
Wetten als Einkommen: die Rechnung, die nicht aufgeht
Wer mit Sportwetten ein Einkommen plant, plant mit der Marge des Anbieters als Gegenwind. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Der Rest ist die Marge. Bei einem Markt mit starkem Favoriten liegt die Marge typischerweise im mittleren einstelligen Prozentbereich, bei Nebenmärkten deutlich höher. Das ist der Betrag, den der Anbieter unabhängig vom Ausgang behält.
Ein Budget setzt man deshalb vor der ersten Wette und nicht nach der ersten Serie von Verlusten. Wer zu Beginn des Monats CHF 200 für Wetten einplant und sie als Unterhaltung mit Rückfluss behandelt, trifft dieselbe Entscheidung wie ein erfahrener Spieler — nur früher. Verlustlimiten bei Swisslos verlangen genau das: eine Zahl, die feststeht, bevor das erste Spiel läuft.
Wettarten und Quoten: was vom Einsatz übrig bleibt
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Einzelwetten setzen auf ein Ereignis. Kombiwetten verbinden mehrere Voraussagen zu einer Quote, und die Quoten multiplizieren sich. Systemwetten kombinieren mehrere Voraussagen in mehreren Kombinationen und decken damit Teilfehler ab — zu einem Preis, der in den Einsatzlimiten ausgedrückt wird.
Die Höchsteinsätze bei Sporttip lesen sich in diesem Licht: CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette. Das Zehnfache gilt dort, wo ein Teilfehler verkraftet werden kann. Bei einer Kombination über zehn Spiele, in der ein einziges Spiel falsch ist, ist der ganze Schein verloren.
Dabei sind die Einsatzgrenzen nicht das Versprechen einer Gewinnchance, sondern eine Obergrenze des Schadens. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
So entsteht ein Gewinnbetrag
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Die Abrundung entscheidet über Rappen, nicht über Franken. Ein Einsatz von CHF 10 auf Quote 1,85 ergibt einen Rückfluss von CHF 18,50 und einen Nettogewinn von CHF 8,50. Ein Einsatz von CHF 10 auf Quote 2,10 ergibt CHF 21,00, einen Nettogewinn von CHF 11,00. Wer drei Wetten zu CHF 10 mit diesen Quoten gewinnt und eine verliert, hat CHF 40 riskiert und CHF 58,00 zurück — vor der nächsten. Keine dieser Zahlen sagt, ob die vierte Wette gewinnt.
Für mehrseitige Wetten auf ein und dieselbe Sportveranstaltung, deren Ausgang voneinander abhängt, gilt bei Sporttip ausschliesslich die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Der Quotenvergleich und die Marge
Ein Quotenvergleich zeigt, wie viel Marge in einem Markt steckt und wie viel beim Spielenden bleibt. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes; die Marge ist das, was bis 100 % fehlt. Je kleiner der Quotenschlüssel, desto grösser der Anteil, den der Anbieter behält.
Bei einer Drei-Wege-Wette mit Quoten um 2,80 / 3,40 / 6,40 liegt der Quotenschlüssel bei rund 5 %. Bei einem Nebenmarkt mit dünner Liquidität liegt er niedriger. Genau deshalb lohnt sich der Vergleich zwischen Märkten stärker als der zwischen zwei beliebigen Angeboten: Ein Zwei-Prozent-Unterschied im Quotenschlüssel schlägt jeden Bonus, der an einen Mindestumsatz geknüpft ist.
Was der Vergleich bei einem ausländischen Anbieter erschwert: Sporttip und Jouez Sport veröffentlichen ihre Quoten in den eigenen Spielregeln und Bedingungen. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung tut das auch — aber niemand in der Schweiz prüft, ob die veröffentlichten Regeln mit der Praxis übereinstimmen.
Livewetten, Cash-Out und ihre Grenzen
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist der wichtigste Satz für Livewetter. Wer in der 89. Minute auf den Ausgleich setzt, während das Tor bereits gefallen ist, hat keine Wette platziert, sondern eine Rückgabe mit Quote 1.00. Und der Videoschiedsrichter-Entscheid, der ein Tor zurücknimmt, trifft die Wette rückwirkend. Die Stoppuhr läuft gegen den Spielenden.
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Wer eine Wette mit einer Voraussage abschliessen will, geht weg vom Cash-Out. Die Funktion ist ein Instrument zum vorzeitigen Verkauf eines Risikos — der Verkaufspreis liegt immer unter dem Wert der Wette, wenn sie aufgeht. Bei einem Quotenboost oder Profitboost fällt der Boost bei einem Cash-Out ohnehin weg.
Die reguläre Spielzeit und der abgesagte Match
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Das ist die häufigste Fehlerquelle bei K.-o.-Runden. Dass im Achtelfinale eine Verlängerung gespielt wird, ändert an der Wette auf den Sieger nichts — sie bezieht sich auf die 90 Minuten plus Nachspielzeit. Die Wette auf den Aufsteiger ist eine andere Wette.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine Kombination aus vier Wetten, in der ein Match ausfällt, läuft mit drei Wetten weiter — der Kombiboost rechnet dann mit drei Voraussagen, nicht mit vier.
Sportarten und Turniere: was auf der behördlichen Liste stehen darf
Die Liste der erlaubten Sportarten
Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026). Nur Sportereignisse dürfen Gegenstand einer Wette sein — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte. Esports erscheint darin nicht.
Die Liste entscheidet über das, was man überhaupt wetten kann — nicht über das, was gerade angeboten wird. Wer sich für einen Markt interessiert, der in der Werbung auftaucht, findet ihn entweder auf der Liste, oder der Anbieter agiert ausserhalb. Ein Blick auf die Liste vor der Wette spart mehr als jeder Quotenvergleich.
Fussball, Eishockey, Handball und Boxen sind die Sportarten, die auf der Liste stehen. Bundesliga, WM 2030 oder EM 2028 sind Wettbewerbe, nicht Sportarten — die Frage ist, ob der Wettbewerb gelistet ist. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Esports: ein Sonderfall und was fehlt
Esports gehört nicht zur Liste. Das ist der bemerkenswerteste Punkt des ganzen Abschnitts, weil die Nachfrage nach Esport-Buchmachern rege ist, während die Schweizer Liste keine Esport-Sektion zeigt.
Wer auf Esports bei einem Schweizer Anbieter hofft, hofft auf eine Listenänderung, nicht auf ein Produkt, das es bald gibt.
Neue Buchmacher: was der Markteintritt in der Schweiz bedeutet
Zwei bewilligte Veranstalter, mehr nicht
Der Markteintritt eines neuen Buchmachers in die Schweiz ist ein Ereignis, das nicht stattfindet. Es gibt keine offene Bewilligungsrunde, in der ein zweiter ausländischer Konzern eine Schweizer Bewilligung beantragen könnte — die Kantone haben die Zahl auf zwei begrenzt.
Das ist der Unterschied zu Ländern mit offenem Lizenzmarkt. In Deutschland, Malta oder Curaçao kommen Anbieter, gehen Anbieter und wechseln die Bedingungen. In der Schweiz kommen Anbieter, die keinen Schweizer Fuss fassen, und die beiden, die einen Fuss haben, bleiben es.
Was eine «neue» Seite für einen Schweizer bedeutet
Wer heute eine Seite findet, die Schweizer Kundschaft annimmt und in Schweizer Franken abrechnet, findet damit keinen neuen Marktteilnehmer. Er findet eine Domain, die sich an Schweizer richtet, ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg und ohne Anschluss an das schweizerische Sperrregister.
Das ist die Rechnung, die keine Werbung aufstellt: Der ausländische Anbieter kann mehr Sportarten, mehr Märkte und grössere Boni anbieten, weil er keiner Schweizer Liste unterliegt und keine Gespa-Zustimmung für Bonusaktionen braucht. Genau diese Freiheit ist der Beweis, dass er nicht in der Schweiz bewilligt ist.
So funktioniert ein Buchmacher: der Mechanismus im Kern
grundlag: Annahme von Wetten, Auszahlung und Marge
Ein Buchmacher nimmt Wetten zu festgelegten Quoten an, zahlt Gewinne aus und verdient an der Marge, die in jeder Quote steckt. Das ist die ganze Definition.

Die Marge ist die zentrale Grösse. Sie ist der Grund, warum der Anbieter nie auf einen Ausgang setzen muss, um zu verdienen. Er hat sein Geld verdient, sobald alle Wetten des Marktes platziert sind, unabhängig vom Ausgang. Ein Quotenschlüssel von 95 % heisst: 95 % aller Einsätze auf diesem Markt gehen an die Spielenden zurück, 5 % bleiben beim Anbieter. Wer 10’000 Wetten zu diesen Quoten setzt, zahlt 5 % davon als Preis für das Spielen.
Die zwei Seiten derselben Zahl
Ein Quotenschlüssel von 95 % und eine Marge von 5 % sind dasselbe Angebot, von zwei Seiten beschrieben. Für den Anbieter ist die Marge Ertrag, für den Spielenden ist der Quotenschlüssel der Anteil, der zurückkommt. Wer eine Quote von 2.00 als faire Quote empfindet, während ein Buch mit Quoten um 1,91 den Markt abbildet, akzeptiert eine Marge von rund 4,7 %.
Ein Auszahlungsanteil von 95 % und eine Marge von 5 % sind nicht zwei Aussagen über die Gewinnchance, sondern über den Preis des Produkts.
rechtsla: Wie ein Konto entsteht und wem es offensteht
Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Im Vertragsgebiet bedeutet das: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. In der Westschweiz ist Jouez Sport zuständig.
Die Registrierung ist die erste Hürde, und sie ist der Punkt, an dem die Schweizer Bewilligung für den Spielenden sichtbar wird. Ein Ausweis, eine Adressprüfung, eine Person — für einen Anbieter ohne Bewilligung entfällt alles davon, und mit ihm fällt der Schutz weg, der daran hängt.
Wo man eine Wette abgibt
Sporttip-Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden.
Der QR-Code ist der unterschätzte Teil. Er verbindet den Online-Wettschein mit der Verkaufsstelle — wer die Wette lieber mit Bargeld bezahlt, muss sie nicht am Terminal neu eingeben.
Das Wettprogramm lesen
Das Wettprogramm ist der Ort, an dem die Bedingungen tatsächlich stehen. Es zeigt pro Ereignis, was gewettet werden kann, welche Quoten gelten und in welchem Fall eine Wette ungültig wird. Die reguläre Spielzeit, die Kombinationsregeln und die Bet-Builder-Funktion stehen dort, nicht auf der Startseite.
Wer vor einer Wette 30 Sekunden in die Bedingungen schaut, findet drei Dinge, die in keinem Bonus-Text stehen: ob das Ereignis in der regulären Spielzeit gewertet wird, ob eine Platzierung nach dem Ergebnis mit Quote 1.00 gewertet wird, und welche Mindestquote eine Kombination erfüllen muss.
Vergleich der zehn Anbieter: die Bewilligung ist das Kriterium
Wie diese Auswahl bewertet wurde
Der Vergleich folgt nachprüfbaren Kriterien — Bewilligung, Limiten, Einsatzgrenzen und Auszahlung — und nicht der Werbung oder Gefälligkeitsbewertungen. Alle zehn Anbieter wurden nach denselben Kriterien bewertet.
Zwei Dinge machen dieses Vorgehen hier anders. Erstens stehen die zwei bewilligten Anbieter am Anfang, weil sie die einzigen sind, die Schweizer Recht auf ihrer Seite haben. Zweitens sind die acht übrigen gestaffelt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen — nicht weil sie in der Schweiz zugelassen wären.
Was hier nicht passiert: Die zwei Gruppen werden nicht vermischt, und kein ausländischer Anbieter wird legal oder sicher genannt. Die rechtliche Lage ist im Abschnitt über die Schweizer Bewilligung festgehalten. Wer sich für einen Schweizer Anbieter entscheidet, wählt bekannte Einschränkungen — eine geschlossene Liste von Sportarten, keine anonyme Auszahlung, eine Wohnsitzanforderung. Wer sich für einen ausländischen entscheidet, wählt eine offene Auswahl ohne Schweizer Schutz im Streitfall.
Was die Bewilligung praktisch trägt
Die Bewilligung ist in der Schweiz kein Gütesiegel, sondern ein Rechtsweg. Sie bedeutet: eine Aufsichtsbehörde, die den Anbieter kontrolliert, ein Register, das den Spielenden sperrt, eine Steuerregel, die den Gewinn bis zur Schwelle freistellt, und ein Verfahren, in dem ein Spielender seinen Anspruch durchsetzen kann.
Bei einem ausländischen Anbieter fehlen alle vier. Wer dort spielt, spielt in einem Verhältnis, das ausschliesslich in den Bedingungen des Anbieters definiert ist.
Der Anschluss ans Register
Ein weiteres Kriterium, das nur zwei Anbieter erfüllen: Sie sind an das schweizerische Sperrregister angeschlossen. Wer dort eine unbefristete Spielsperre eintragen lässt, ist für Swisslos, die Loterie Romande, die Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gleichermassen gesperrt.
Ein ausländischer Anbieter ist an dieses Register nicht angeschlossen. Wer dort ein Konto hält, kann sich selbst sperren lassen — die Sperre gilt aber nur für diesen Anbieter.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: die bewilligte Basis für die Deutschschweiz
Swisslos Sporttip verbindet eine Schweizer Veranstalterbewilligung mit einem klar begrenzten Geschäftsgebiet. Wer in einem Kanton des Vertragsgebiets wohnt, bekommt ein vollständiges Produkt mit Bewilligung, Registeranschluss und eigener Aufsicht. Wer in der Westschweiz wohnt, bekommt bei Swisslos kein Online-Konto — dort ist die Loterie Romande zuständig.
Bewilligung: Swisslos ist einer der zwei Organisatoren, die das interkantonale Recht zulässt. Sie hat eine Bewilligung für ein Grossspiel im Sinne des BGS (SR 935.51), überwacht von der Gespa, mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach Art. 21–25 BGS. Der Sitz ist in Basel; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft.
Produkt: Einzel-, Kombinations-, System- und Langzeitwetten, Livewetten, Cash-Out und die Bet-Builder-Funktion für voneinander abhängige Märkte eines Ereignisses.
Erlaubte Sportarten: die Gespa-Liste; Fussball, Eishockey, Handball und Boxen sind dabei, Esports nicht.
Einsatzgrenzen: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten; Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette; Änderungen durch Swisslos jederzeit möglich.
Boni und Aktionen: Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote, 5 % zusätzlich auf den Nettogewinn bei vier Voraussagen; 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts als Prozentsatz auf den möglichen Nettogewinn; einmal pro Wettendem nutzbar, bei Cash-Out verfallend.
Spielerschutz: Verlustlimiten von 1, 7 und 30 Tagen, Oberlimite CHF 9’999 beziehungsweise CHF 1’000 für unter 21-Jährige, selbst wählbare Einzahlungslimite für 30 Tage, produktbezogene Sperre von 1 bis 180 Tagen.
Ein- und Auszahlungen: Einzahlungen per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein ab CHF 20, bis CHF 10’000 in 30 Tagen; PostFinance Pay als Zahlungsart mit Bestätigung in der App. Auszahlungen innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis, ab der dritten Auszahlung mögliche 3 % Kommission, Überweisung innert 5 bis 10 Arbeitstagen.
Der entscheidende Punkt, wenn man die beiden bewilligten Anbieter nebeneinanderhält: Swisslos deckt die Deutschschweiz, den Tessin und Liechtenstein, und der Zugang endet an der Sprachgrenze. Wer seinen Wohnsitz wechselt, verliert nicht das Konto, aber das Angebot bleibt an dieses Gebiet gebunden.
Loterie Romande Jouez Sport: die bewilligte Basis für die Westschweiz
Die Loterie Romande ist die zweite Organisatorin, die das interkantonale Recht zulässt, und sie bedient die sechs französischsprachigen Kantone. Jouez Sport trägt dieselbe Bewilligungsart wie Sporttip — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, überwacht von der Gespa — und veranstaltet für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Bewilligung: eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, mit demselben gesetzlichen Rahmen wie Swisslos, überwacht von der Gespa.
Produkt: Jouez Sport im Gebiet der sechs Kantone.
Zugang: ein Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet.
Für einen Deutschschweizer ist Jouez Sport keine Option, und für einen Westschweizer ist Sporttip keine — nicht wegen der Qualität, sondern wegen des Wohnsitzes. Diese Aufteilung ist der wichtigste Punkt, den man bei einer Suche nach einem neuen Buchmacher verstehen muss: In der Schweiz wählt man den Anbieter nicht, der Anbieter wählt das Gebiet.
FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung
FortuneJack ist ein ausländischer Anbieter, der kein Schweizer Veranstalter ist. Die Schweiz kennt nur zwei bewilligte Sportwetten-Anbieter; eine gelistete Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft, und die gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt. Der Anbieter ist nicht ans schweizerische Sperrregister angeschlossen, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Seine Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Über Boni, Zahlungsmethoden, Limiten oder Lizenzdetails dieses Anbieters lässt sich nichts sagen, was über die Einordnung hinausgeht.
Was bleibt, ist genau diese Einordnung. Wer FortuneJack nutzt, nutzt eine Firma im Ausland nach deren Bedingungen; die Schweizer Regeln über Bewilligung, Register und Rechtsweg erreichen sie nicht. Das ist keine Kritik an ihrer Software — es ist die Grenze ihrer Wirkung in der Schweiz.
Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung
Gamdom ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Er darf Sportwetten in der Schweiz nicht veranstalten; nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen das. Eine gemeldete Lizenz aus einem anderen Land hat keine Kraft in der Schweiz, das Sperrregister erreicht ihn nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Eine DNS-Sperre der Gespa kann den Zugang unterbinden.
Wer Gamdom kennt, kennt es über eine Suche, nicht über ein Schweizer Angebot. Was ein Konto dort kostet — Einzahlungswege, Auszahlungsfristen, Limiten —, steht in Gamdoms eigenen Bedingungen, nicht in Schweizer Recht.
Für Schweizer Spielende bleibt es ein Anbieter, den man kennen muss, um ihn einzuordnen, und mit dem man bei einem Streit allein ist.
ZotaBet: ohne Schweizer Bewilligung
ZotaBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Ein Schweizer Veranstalter ist er nicht; nur Swisslos und die Loterie Romande sind es. Die gemeldete Lizenz ist nicht festgestellt und hat in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung. Der Anschluss an das schweizerische Sperrregister fehlt, ebenso ein Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste geraten und per DNS blockiert werden.
Die Marke allein entscheidet nichts. Wer ZotaBet prüft, prüft die Bedingungen von ZotaBet — und findet dort keine Schweizer Aufsicht, die sie kontrolliert.
1Bet: ohne Schweizer Bewilligung
1Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auffällig ist der Name: «1Bet» klingt nach einem Schweizer Angebot, ist aber keines. Wer den Namen für die Bewilligung hält, verwechselt die Marke mit dem Rechtsstatus. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten. Die gemeldete Lizenz hat hier keine Kraft, das Sperrregister erfasst den Anbieter nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Die Domain kann der Gespa-Sperrliste hinzugefügt werden, was den Zugang unterbindet. Das ist das einzige Stück Schweizer Recht, das den Anbieter in der Schweiz überhaupt trifft.
IviBet: ohne Schweizer Bewilligung
IviBet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Ein bewilligtes Schweizer Angebot führt er nicht; nur Swisslos und die Loterie Romande tun das. Für die in der Schweiz gemeldete Lizenz gilt: keine Kraft nach Art. 4 BGS, kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Auch hier droht eine DNS-Sperre der Gespa.
Wer IviBet vor einer Einzahlung prüfen will, liest die Zahlungs- und Bonusbedingungen auf der Seite des Anbieters. Eine Schweizer Stelle, die sie gegenprüft, gibt es nicht.
Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung
Fezbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Er hat keinen Schweizer Veranstalterstatus, und die gemeldete Lizenz hat hier keine Kraft — die Schweiz kennt nur zwei bewilligte Sportwetten-Anbieter. Das schweizerische Sperrregister erreicht ihn nicht, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Seine Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Der offene Punkt ist nicht die Software, sondern die Durchsetzung. Ohne Schweizer Aufsicht bleibt jede Zusage des Anbieters eine Selbstauskunft.
Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung
Cloudbet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Für Schweizer Spielende ist er ein Fall für sich, weil sein Name die Nähe zu Krypto-Angeboten anklingen lässt. Krypto-Einzahlungen bleiben jedoch ohne Schweizer Schutz: Das Gesetz verlangt bei bewilligten Anbietern, dass Guthaben und Gewinne nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden — anonyme Auszahlungen sind dort ausgeschlossen.
Eine Krypto-Schnittstelle bei Cloudbet ersetzt diese Regel nicht. Sie umgeht sie nur, und was umgangen wird, ist genau das, was im Streitfall zählt. Cloudbet ist nicht ans Sperrregister angeschlossen, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht, und die Seite kann behördlich gesperrt werden.
Betwinner: ohne Schweizer Bewilligung
Betwinner ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Er ist kein Schweizer Veranstalter, und eine gemeldete Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Kein Anschluss ans schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg; auch hier ist eine DNS-Sperre der Gespa möglich.
Ein Vergleich über Betwinner kann nur so weit gehen, wie Betwinners eigene Bedingungen tragen. Das ist die Grenze, und sie verläuft bei jedem der acht ausländischen Anbieter an derselben Stelle.
Das rechnet sich nur mit klarer Grenze
Die Schweiz trifft hier eine klare Entscheidung. Zwei bewilligte Veranstalter, ein geschlossenes Sportangebot, eine Wohnsitzanforderung und kein dritter Anbieter in Sicht. Wer das als Einengung liest, hat recht. Wer es als Schutz liest, auch.
Was dabei zu kurz kommt, ist die Wahl. Ein Schweizer Spielender wählt innerhalb der zwei Angebote nicht nach Quote, sondern danach, in welchem Kanton er wohnt. Und wenn ihm eines davon zu eng erscheint, wählt er faktisch ein ausländisches Konto ohne Sperrregister, ohne Rechtsweg und mit einer kantonalen Steuerfrage im Hintergrund.
Bleibt der eine Punkt, der für beide gilt: Kein Bonus, kein Boost und kein Quotenvergleich entscheidet, ob aus einer Wette ein Ertrag wird. Wetten ist ein Risiko mit einer vorher festgelegten Budgetgrenze — ein Einkommen ist es nicht.
Häufige Fragen
Wer darf in der Schweiz Sportwetten anbieten, und was heisst «neu» hierzulande?
Anbieten dürfen nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide halten eine Bewilligung für ein Grossspiel, überwacht von der Gespa, und bedienen je ihr eigenes Kantonsgebiet. «Neu» bedeutet in der Schweiz keinen zusätzlichen Anbieter: Es gibt keine offene Bewilligungsrunde und keine dritte Zulassung.
Welche Folgen hat es, bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zu wetten?
Der Spielende wird nicht bestraft, aber er verliert den Schweizer Schutz. Es gibt keinen Anschluss ans Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Aufsicht. In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Blockierte Domains werden per DNS gesperrt, und die Anbieter wechseln ihre Adressen innert Stunden.
Wie berechnet sich ein Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten. Er wird bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Einsatz von CHF 10 bei Quote 1,85 ergibt CHF 18,50 zurück, einen Nettogewinn von CHF 8,50.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten?
Die Spielenden setzen ihre Verlustlimiten selbst, für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Senkungen wirken sofort, Erhöhungen bei Swisslos nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und erreicht auch die Casinos.
Sind Gewinne aus Sportwetten steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; ab dem 1.1.2026 liegt die Bundesgrenze bei CHF 1’071’000, und oberhalb schuldet der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer. Der kantonale Freibetrag weicht ab, daher «je nach Kanton». Für verbindliche Auskünfte ist die kantonale Steuerverwaltung zuständig.
Welche Bedingungen hängen an Boni und Gratiswetten?
Freispiele und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, die 2025 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilte. Der Kombiboost ab vier Voraussagen mit mindestens 1.50 Quote bringt 5 % auf den Nettogewinn. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar, und bei einem Cash-Out verfällt ein Boost.
Vergleich – kombibonusch
Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»
