Nations League Wetten in der Schweiz — Prognosen, Quoten und die zwei bewilligten Veranstalter

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Mittelpunkt eines leeren Rasens, im Hintergrund steigen steile Tribünen in der Dämmerung auf.

Wer in der Schweiz auf die Nations League setzen will, landet schneller bei einem Anbieter ohne Bewilligung als bei einem mit. Das ist keine Warnung, sondern eine Zahl: zwei Veranstalter teilen sich das Land, und alle anderen Namen, die in einer Suchmaske auftauchen, sind für Schweizer Spielende rechtlich nichts weiter als ein fremdes Angebot.

Die UEFA Nations League wurde am 27. März 2014 auf dem UEFA-Kongress in Astana beschlossen; die Erstaustragung war 2018/19, Veranstalter ist die UEFA.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Aufsicht wurden gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Wie ein Tipp auf die Nations League entsteht

Ein Tipp ist das Ergebnis einer Rechnung, die man selbst nicht ganz zu Ende rechnen kann. Genau darin liegt die Schwierigkeit, und genau darum beginnt dieser Text nicht mit einer Quotentabelle, sondern mit der Frage, woher eine Einschätzung überhaupt kommt.

Ein Schreibtisch mit einem geschlossenen Laptop und einer Zimmerpflanze vor einem Fenster mit Blick auf eine Bergkette im Morgenlicht.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die UEFA Nations League wurde am 27. März 2014 auf dem UEFA-Kongress in Astana beschlossen. Veranstalter ist die UEFA, die Erstaustragung war 2018/19. Wer sich mit dem Wettbewerb erst seit ein paar Spielzeiten beschäftigt, unterschätzt leicht, wie jung er ist.

Gespielt wird in vier Ligen, A bis D. Die 55 Mitgliedsverbände verteilen sich auf Gruppen mit drei oder vier Teams, jeweils mit Hin- und Rückspiel; seit 2020/21 gibt es 14 Gruppen. Am Ende steht ein Final Four der Ligasieger aus Liga A, seit 2024/25 mit einem vorgeschalteten Viertelfinale. Die Ausgabe 2024/25 gewann Portugal im Finale gegen Spanien mit 2:2 nach Verlängerung und 5:3 im Elfmeterschiessen, ausgetragen wurde die Endrunde in Deutschland. Mit zwei Titeln, 2018/19 und 2024/25, ist Portugal Rekordsieger des Wettbewerbs.

Für einen Wetter ist weniger die Trophäe interessant als der Ehrgeiz, der an ihr hängt. Die Ergebnisse der Nations League dienen als Setzliste für die EM- und WM-Qualifikation, und für die EM-Qualifikation werden drei Startplätze über Play-offs vergeben, die auf der Nations League basieren. Das ist der Grund, warum in dieser Liga auch dann ernsthaft gespielt wird, wenn die Gruppenkonstellation schon entschieden scheint. Eine Mannschaft, die auf Rang drei festhängt, kann über die Play-offs noch immer an einer Endrunde landen — und wer das weiss, sieht Spiele anders als jemand, der nur die Tabelle liest.

Aus dieser Struktur folgen drei Sorten von Vorwissen, die in einen Tipp einfliessen. Die erste ist die Form: Ergebnisse der letzten Auftritte, Gegnerstärke, Reisestrapazen, Ausfälle. Die zweite ist die Statistik: Ballbesitz, Chancenverwertung, Gegentore nach Standards. Die dritte ist der Kontext der Liga — wer schon qualifiziert ist, wer um den Klassenverbleib in seiner Liga spielt, wer über die Play-offs kalkuliert. Nur die dritte ist wirklich spezifisch für diesen Wettbewerb, und sie ist die, die in fertigen Tippstrecken am häufigsten fehlt.

Dann kommt die Quote dazu. Eine Quote ist keine Vorhersage, sie ist ein Preis. Wer Quote 2.10 sieht, liest darin eine Einschätzung des Veranstalters von etwas unter fünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit — belastet um den Anteil, den er für sich behält. Der Anteil lässt sich ausrechnen, und für ein Zwei-Weg-Spiel mit je Quote 1.90 sieht die Rechnung so aus: Der Auszahlungsschlüssel beträgt 1 geteilt durch die Summe von 1/1,90 und 1/1,90, also rund 95 Prozent. Die Marge des Veranstalters liegt damit bei ungefähr 5 Prozent der Einsätze auf diesem Markt — für ein Beispiel mit zwei gleich hohen Quoten, nicht für ein echtes Spiel, und je nach Markt und Wettbewerb schwankt dieser Wert spürbar in beide Richtungen.

Ein Tipp wird also nicht an der Quote gemessen, sondern an ihr gemessen abzüglich dieser Marge. Wer eine Einschätzung hat, die er für besser hält als der Preis, den er sieht, hat eine Meinung. Ob sie stimmt, entscheidet der Anpfiff.

Formkurve, Kader und Reisestrapaze

Die Formkurve ist das beliebteste und das unzuverlässigste Werkzeug. Sie misst, was gerade geschehen ist, und tut so, als sage das etwas über das nächste Spiel. Bei Nationalmannschaften ist sie zusätzlich mit einem Problem belastet, das es im Klubfussball nicht gibt: Die Mannschaft trainiert in diesen Kadern nur wenige Tage zusammen, und ein grosser Teil der Formkurve stammt aus einem anderen taktischen Umfeld.

Daraus folgt eine praktische Regel, die nichts kostet und viel bringt: weniger Gewicht auf das Ergebnis, mehr Gewicht auf die Umstände. Wer im Kader fehlt und wie lange die Anreise war, wie viele Spieler zwei Tage vorher noch im Ligabetrieb standen, ob ein Torwartwechsel ansteht — solche Dinge stehen selten in einer Quotentabelle und gehen trotzdem in jede Einschätzung ein.

Für die Nations League kommt ein zweiter Faktor hinzu, den man in einem Freundschaftsspiel nie hätte: der Anreiz. Ein Team, das über die Play-offs kalkuliert, kann eine Gruppe scheinbar achtlos beenden und trotzdem ein Ziel erreichen. Die taktische Ausrichtung eines solchen Spiels ist schwer zu lesen und darum für den Wettmarkt schwer zu bepreisen.

Was die Zahlen wirklich zeigen

Statistiken sind dann brauchbar, wenn sie sich auf einen Zeitraum beziehen, der etwas bedeutet. Ballbesitz über ein Turnier hinweg sagt wenig, Chancenverwertung aus den letzten fünf Pflichtspielen gegen Gegner ähnlicher Klasse schon mehr. Der entscheidende Punkt ist der Vergleichsmassstab: Eine Quote von drei Toren pro Spiel gegen Liga-D-Gegner erklärt gar nichts über ein Duell mit einem A-Liga-Team.

Ich halte darum nicht viel von Kennzahlen ohne Kontext. Ein Wert ist erst dann eine Information, wenn danebensteht, gegen wen er erzielt wurde. Das ist der Teil der Vorbereitung, für den niemand bezahlt wird und der am meisten bringt.

Ein weiterer Zahlenfehler hat mit der Wettart zu tun. Wer auf Tore setzt, muss wissen, was die reguläre Spielzeit umfasst, denn sie ist nicht das, was der Fernsehabend hergibt. Bei den Schweizer Veranstaltern gilt für Fussball die reguläre Spieldauer von 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Ein Final-Four-Spiel kann also in die Verlängerung gehen und eine Torwette trotzdem nach 90 Minuten abgerechnet werden.

Der Value-Bet und seine Grenze

Ein Value-Bet ist ein Einsatz auf ein Ereignis, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit man höher einschätzt als die Quote es abbildet. Das ist die ganze Definition, und sie ist eine Meinung über eine Wahrscheinlichkeit, nicht über einen Ausgang.

Der Reiz des Begriffs liegt in seiner Genauigkeit. Der Schaden liegt darin, dass er sich anfühlt wie ein Ergebnis. Aus einer Einschätzung wird keine Gewissheit dadurch, dass sie sauber begründet ist: Selbst ein gut gerechneter Wert kann verlieren, und eine Reihe von Einsätzen mit positivem Erwartungswert kann über ein Jahr hinweg rote Zahlen schreiben. Dieses Schwanken ist nicht das Ende der Strategie, sondern ihr normaler Betrieb.

Was daraus für den Alltag folgt, hängt am Geldbeutel und an der Geduld. Wer mit kleinen Einsätzen arbeitet, kann ein Schwankungstal über viele Wochen nicht überstehen, ohne dass es weh tut. Die Nations League hat dazu einen speziellen Rhythmus: Es gibt wenige Spieltage im Jahr und dann eine lange Pause, und über eine so kurze Serie lassen sich Einschätzungen kaum überprüfen.

Deshalb: kein Tipp auf dieser Seite nennt einen Ausgang. Niemand in diesem Text sagt, wer ein Final Four gewinnen oder ein Gruppenspiel in Liga B verlieren wird. Noch weniger ist hier ein System beschrieben, das zuverlässig gewinnt. Wer so etwas verkauft, verkauft keine Rechnung, sondern eine Haltung. Und ein einzelner Einsatz ist immer eine ganze Wahrscheinlichkeit, kein Bruchteil davon.

Mein Rat an dieser Stelle ist unromantisch: Schreibe auf, warum du gesetzt hast, bevor du setzt. Nicht um zu beweisen, dass du recht hattest, sondern um zu sehen, ob du von Spiel zu Spiel dieselbe Sache tust oder jedes Mal eine andere.

Die Anbieter im Vergleich

Die Liste unten hat zwei Gruppen, und die Reihenfolge ist die der Bewilligung, nicht die der Qualität. Zuerst stehen die beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Danach folgen ausländische Namen, die Schweizer Spielende im Alltag antreffen — bewertet nach denselben Kriterien, aber ausdrücklich ohne Schweizer Bewilligung.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa Sporttip, Veranstalterin SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa Jouez Sport, Veranstalterin Loterie Romande, Sitz Lausanne
myBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
bet365 keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
X3Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldet wird Tobique in Kanada, in der Schweiz ohne Wirkung
DirectionBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
FortuneJack keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
MrXbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
Betify keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, in der Schweiz ohne Wirkung

Die Spalte zur Bewilligung ist die einzige, in der beide Gruppen wirklich unterscheidbar sind, und sie ist zugleich die einzige, die für die meisten Zeilen nichts ausdifferenziert. Das ist der Punkt der Tabelle. Acht Namen tragen dieselbe Eintragung, weil sie denselben Status haben: kein Schweizer Rechtstitel, keine Verbindung zum hiesigen Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg. Die Vielfalt, die eine solche Liste suggeriert, ist eine Vielfalt der Marken und nicht der Rechtsstellung.

Was eine Schweizer Bewilligung für den Spielenden konkret heisst, steht im Abschnitt zur Rechtslage. Für den Vergleich hier genügt ein Satz, den man nicht umdrehen kann: Eine ausländische Bewilligung, ob aus Curaçao, Malta oder Deutschland, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.

Wer nach Auszahlungsgeschwindigkeit, Livestream oder Bonusbedingungen vergleicht, vergleicht tatsächlich Angebote, für die es hier keine gemeinsame Grundlage gibt. Limiten, Auszahlungsregeln und Sicherungsmechanismen lassen sich zwischen den acht ausländischen Namen nicht anhand Schweizer Vorgaben messen, weil diese Vorgaben sie nicht erfassen. Zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern lassen sie sich messen, und dort sind die Unterschiede gering und liegen im Detail.

Was die Schweiz überhaupt zulässt

Der Schweizer Weg zur Regulierung ist ungewöhnlich in Europa, und er erklärt fast jede Eigenheit dieses Themas. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit 1. Januar 2019. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig, weil sie nur Casinos beaufsichtigt. Wer bei einer Aufsichtsfrage die falsche Behörde anruft, bekommt keine falsche Antwort, sondern gar keine.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel. Sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und daraus folgt der Rest: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt. Wer im Netz nach einer solchen Liste sucht, findet stattdessen die Sperrliste der Gespa — die Liste der gesperrten ausländischen Domains. Das ist etwas anderes, und die Verwechslung kostet Zeit.

Zwei Veranstalter mit zwei Gebieten

Swisslos betreibt seine Sportwetten unter dem Namen Sporttip und hat ihren Sitz in Basel. Sie arbeitet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Ihr Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz bei 221 Mitarbeitenden.

Das ist die praktische Bruchlinie dieses Themas. Wer in Zürich wohnt, kann kein Online-Konto bei Jouez Sport eröffnen, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Für ein Online-Konto braucht es einen Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Zwei Schweizer im selben Land haben damit unterschiedliche Optionen, und das ist keine Formalie, sondern der Grund, warum die Frage «wo kann ich wetten» für die eine Hälfte der Deutschschweiz anders beantwortet wird als für die andere.

Zwei Details, die dabei leicht untergehen: Eine Registrierung setzt mindestens 18 Jahre voraus, verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und ist nur einmal pro Person möglich; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Welche Sportarten und Märkte auf der Liste stehen

Was überhaupt angeboten werden darf, ist eine geschlossene Liste. Die Gespa veröffentlicht sie, in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf das Geldspielgesetz und die Verordnung; erlaubt sind nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen. Wer aus anderen Ländern anderes gewohnt ist, wundert sich zu Recht.

Die Liste ist detailliert genug, um beim Setzen zu stören. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Corner- oder Kartenmärkte fehlen, und einen Esport-Bereich gibt es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert; es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters und nach dessen Bedingungen zu beurteilen.

Zwei Köder der ausländischen Anbieter fallen hier aus dem Rahmen. Ein Corner-Markt und ein Kartenmarkt mögen harmlos wirken, stehen auf dieser Liste aber nicht, und wer solche Wetten bei einem Schweizer Veranstalter sucht, sucht an der falschen Stelle. Dasselbe gilt für Esport: Das ist kein Verbot mit Strafe, sondern schlicht nicht im Angebot.

Wer bürgt, wenn etwas schiefgeht

Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen einen Anbieter ohne hiesige Bewilligung. Das ist die nüchterne Fassung eines Satzes, der in Werbetexten gern dramatisch klingt: Kein Spielerschutz, keine Kontrolle des fairen Ablaufs, keine hiesige Beschwerdestelle. Dazu kommt, dass Stakes und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können; der Spielende selbst wird nach der Auffassung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft.

Die Durchsetzung läuft über die Technik. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt das Domain-Hopping und hat dabei unter anderem Interwetten und Bet-at-Home genannt. Das erklärt, warum eine Sperre für den Nutzer mal wirkt und mal nicht, und es erklärt, warum die Sperrliste keine Liste der Anbieter ist, mit denen man es zu tun bekommt.

Wer dennoch bei einem ausländischen Anbieter setzt, setzt nicht ausserhalb jeder Ordnung, sondern ausserhalb der schweizerischen. Das ist eine Wahl — der einzige Teil dieses Themas, der wirklich eine Wahl ist, siehe den Abschnitt zu den Wegen. Nur ist sie nicht die Wahl «mehr Angebot gegen nichts». Sie ist eine Wahl zwischen einem engen, kontrollierten Markt und einem offenen ohne hiesigen Rückhalt, und beide Positionen haben einen Preis.

Wie Spielerschutz in der Schweiz funktioniert

Der Schutzmechanismus beginnt vor der ersten Wette, nicht danach. Das ist der Teil des Schweizer Systems, der am meisten unterschätzt wird, und der Teil, an dem sich ein Anbieter ohne Bewilligung am deutlichsten unterscheidet.

Eine Sanduhr steht auf einem Holztisch neben einem Glas Wasser, schräges Morgenlicht wirft einen langen Schatten über die Tischplatte.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9'999, unter 21 Jahren CHF 1'000).

Limiten setzen, bevor gesetzt wird

Wer bei Sporttip zum ersten Mal teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Bemerkenswert daran ist nicht die Zahl, sondern die Richtung. Herabsetzen geht sofort, hinauf erst mit Wartezeit. Wer an einem schlechten Abend die Limite erhöhen will, kann das nicht in derselben Sitzung erledigen — und genau in diesem Fenster liegt der ganze Nutzen der Regel. Der Gesetzgeber verlangt vom Veranstalter, einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu fordern; bei einer Erhöhung nach eigener Wahl liegt die gesetzliche Frist bei 24 Stunden, die beiden Schweizer Veranstalter wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an.

Ein festes staatliches Einzahlungsmaximum gibt es in der Schweiz nicht. Der Rahmen ist da, die Zahl setzt der Spielende. Das ist eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers und keine Lücke, und sie verlangt vom Spielenden genau die Selbstkenntnis, die eine staatliche Obergrenze ihm abgenommen hätte. Eine Verlustlimite von CHF 9’999 nützt niemandem, der bei CHF 300 im Monat schon nervös wird; sie ist eine Obergrenze, kein Ziel.

Die Spielsperre und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren — ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Das ist die eigentliche Stärke dieses Systems. Ein Sperreintrag, der nur bei einem Anbieter wirkt, ist eine Absichtserklärung; ein Eintrag, der das ganze Land umfasst, ist eine Tatsache. Die Spielsperre richtet sich zugleich an überschuldete oder suchtgefährdete Personen und an solche, die selbst den Schlussstrich wollen. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach drei Monaten aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das klingt hart und ist es auch — es ist der Grund, warum ein gesperrtes Konto kein Nebenschauplatz der technischen Umsetzung sein darf, sondern die Hauptsache.

Eine Zahl sollte man an dieser Stelle kennen, weil sie vor falschem Vertrauen schützt: Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen bei 200 Fällen in 47,5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Der Online-Zugang ist streng geregelt; die Kasse im Laden ist es nicht automatisch. Wer den Schutz der Schweiz rühmt, sollte diesen Punkt mitnennen.

Auszahlung, Konto und Steuern

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und Kredit an Spielende ist untersagt. Einzelheiten wie die genaue Abwicklung unterscheiden sich dann je nach Anbieter und gehören in dessen eigene Bedingungen.

Die Steuerfrage ist die, bei der die meisten Wetter mehr wissen wollen als nötig. Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der eidgenössische Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, darum gilt hier: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt.

Für den normalen Wetter heisst das: ein Gewinn unterhalb des Freibetrags löst keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer aus. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Anders sieht es bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern aus — diese unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer über einen Anbieter ohne Bewilligung spielt, sollte das wissen, bevor er es tut. Bei Fragen dieser Art führt der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung, nicht in ein Wettforum.

Zwei Wege, und welcher zu wem passt

Es gibt in der Schweiz genau zwei Wege, und die Wahl ist eine Entscheidung darüber, welche Art von Unsicherheit man lieber trägt. Das ist der Kern dieses Themas, und es ist mehr als eine Formalie.

Weg eins: mit Bewilligung

Der bewilligte Weg liefert einen vollständigen Schutzapparat: Limiten vor der ersten Wette, ein schweizweites Sperrregister, ein geregelter Umgang mit Auszahlungen auf das eigene Konto, ein klarer Rechtsweg und Steuerfreiheit unterhalb des Freibetrags. Er liefert im Gegenzug ein Angebot, das enger ist als alles, was man aus dem Netz kennt: nur zwei Veranstalter, je ein geografisch begrenztes Gebiet, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, keine Corner- und Kartenmärkte, kein Esport.

Für wen das passt: für Spielende, die regelmässig setzen und den Rahmen schätzen, in dem sie das tun. Wer ein Konto in seinem eigenen Namen führt, seine Limiten einmal ehrlich setzt und lieber weniger Märkte hat als einen unklaren Rechtsweg, ist hier richtig. Das gilt besonders für Menschen, die schon einmal Mühe mit ihrem Spielverhalten hatten — nicht weil das System sie dann besser behütet, sondern weil ein Sperreintrag hier tatsächlich greift.

Für wen es nicht passt: für jemanden, der eine bestimmte Wettart sucht, die auf der Liste der Gespa nicht steht. Da hilft kein Zureden und keine Suche. Wenn der Markt nicht auf der Liste ist, gibt es ihn in der Schweiz nicht.

Weg zwei: ohne Bewilligung

Der Weg ohne Bewilligung liefert etwas anderes: mehr Märkte, mehr Anbieter, mehr Wettarten, keine geografische Schranke. Er liefert im Gegenzug keinen Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum hiesigen Sperrregister und keine Beschwerdestelle. Dazu kommt, dass die Domains auf der Sperrliste landen können und dann je nach Netzbetreiber gar nicht erreichbar sind.

Für wen das passen könnte: Das ist eine Entscheidung über die eigene Risikotoleranz und keine Beratung dieses Textes. Wer sie trifft, sollte sie mit klaren Augen treffen — die Steuerpraxis in einzelnen Kantonen, die fehlende Sperrregister-Verbindung und die Möglichkeit eingezogener Guthaben sind keine Randnotizen, sondern der Preis.

Was beide Wege teilen, ist die Marge. Rund 95 Prozent des Einsatzes auf einem Markt gehen im Durchschnitt an die Spielenden zurück, der Rest bleibt beim Anbieter. Genau darum ist Wetten kein Einkommen: Über viele Einsätze hinweg zahlt man diese Differenz, unabhängig davon, bei wem man sie zahlt. Ein Anbieterwechsel verschiebt die Marge, er hebt sie nicht auf.

Wer den ersten Weg wählt, aber im Kanton Genf wohnt, findet Jouez Sport über die Westschweizer Verkaufsstellen; wer im Kanton Zürich wohnt, kommt zu Sporttip. Wer im Tessin wohnt, findet Sporttip. Und wer im Kanton Jura wohnt, hat in Jouez Sport seinen Veranstalter — die Gebietsgrenze entscheidet die Frage, bevor die Vorliebe sie entscheiden kann.

Die Anbieter im Einzelnen

Zehn Namen, zwei Gruppen, und in der zweiten Gruppe acht Mal derselbe Eintrag. Wer bis hier gelesen hat, weiss, warum. Die grossen Unterschiede liegen in den Bewilligungen, die kleinen in den Bedingungen.

Swisslos Sporttip — der Veranstalter für die Deutschschweiz und das Tessin

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und betreibt Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Ihr Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bekommt nur, wer dort wohnt — und nur einmal, mit ausgelesenem Ausweis und Adressabgleich.

Was Sporttip beim Setzen vorgibt, ist ungewöhnlich detailliert geregelt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Für eine Systemwette steigt der Höchsteinsatz auf CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird schlicht nicht angenommen. CHF 1’000 pro Einzelwette klingt nach viel, bis man sich vorstellt, dass eine Verlustlimite über 30 Tage danebensteht.

Bei den Funktionen ist Sporttip breiter aufgestellt, als der enge gesetzliche Rahmen erwarten lässt. Der Kombiboost gilt nur online, in der Vorbereitung wie live und für Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines bestimmten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Das ist ein Katalog von Bedingungen, den man lesen muss, um ihn zu verstehen. Der Kombiboost belohnt nicht den Mut, sondern die Breite: fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 zu treffen ist eine andere Übung als eine gute Gelegenheit zu erkennen, und der Unterschied zwischen 5 und 100 Prozent Bonus ist der Unterschied zwischen zwei völlig verschiedenen Spielweisen.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann jederzeit geändert werden. Wer Cash-Out als Notausgang versteht, sollte den Preis dieses Ausgangs kennen: Man verkauft eine offene Position unter Wert, und der Käufer dieser Position ist der Veranstalter.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live setzt und dabei auf den Bildschirm starrt, während der Anpfiff schon vorbei ist, hat die Wette nicht verloren, sondern gar nicht abgeschlossen.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und wird zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Zwei Abrundungen in einer Auszahlung sind kein Skandal. Sie sind eine Hausregel, und man kennt sie, bevor man setzt, oder nie.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Das Urteil: Sporttip ist der vollständigste Zugang zum Schweizer Markt und der einzige für einen Grossteil der Deutschschweiz, und genau daraus folgt seine Schwäche. Wo es keine Alternative gibt, gibt es keinen Wettbewerb um Bedingungen. Die Quote entscheidet der Veranstalter, die Auswahl entscheidet die Gespa-Liste, und der Spielende entscheidet über Limiten und Einsatzhöhe. Wer ein Konto will, das zum hiesigen Rechtsschutz passt, wird hier fündig; wer die Auswahl als Produktmerkmal begreift, wird die Liste der erlaubten Märkte als das eigentliche Kleingedruckte dieses Angebots empfinden.

Loterie Romande Jouez Sport — derselbe Rahmen, andere Westschweiz

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt Lausanne als Sitz. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz bei 221 Mitarbeitenden. Die Zahl der Verkaufsstellen ist der Hinweis darauf, wie dieses Angebot gebaut ist: Der Weg zur Wette führt in der Westschweiz oft nicht über eine App, sondern über eine Kasse.

Rechtlich unterscheidet sich Jouez Sport nicht von Sporttip. Beide halten eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel, beide stehen unter Aufsicht der Gespa, für beide gilt die geschlossene Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten, für beide gilt die Wohnsitzregel, und für beide gilt der gesetzliche Spielerschutz mit Limiten vor der ersten Teilnahme und dem schweizweiten Sperrregister. Die Erhöhung selbst gesetzter Limiten wickeln beide in ihren Bedingungen mit 72 Stunden ab.

Auswahl heisst hier dasselbe wie dort: was die Kantone über die Gespa-Liste zulassen, nicht mehr. Wer in der Westschweiz wohnt und regelmässig über Verkaufsstellen setzt oder setzen will, findet hier den direkten Weg; wer in Genf wohnt und lieber bei Sporttip spielen würde, findet keinen. Das Urteil fällt darum schmaler aus als bei Sporttip und ist trotzdem eindeutig: Jouez Sport ist keine Alternative zu Swisslos im Sinne einer Wahl zwischen zwei Produkten, sondern die zweite Ausprägung desselben Rahmens. Der Unterschied liegt im Vertrieb und im Gebiet, und für einen Wetter in Neuenburg ist er der Unterschied zwischen einem Konto und keinem.

myBet — ohne Schweizer Bewilligung

myBet gehört zur zweiten Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, beziehungsweise eine im Inland gemeldete Bewilligung, die nicht festgestellt ist und in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Ein Schweizer Konto bekommt hier niemand im Rahmen des hiesigen Rechts, und die Spielerschutzmechanismen, die oben beschrieben sind, greifen nicht.

Wer auf der Suche nach Wettarten ist, die auf der Gespa-Liste fehlen, wird hier fündig werden — das ist die ehrliche Beschreibung der Attraktion. Der Preis dafür ist der Verzicht auf alles, was der bewilligte Weg bietet, und die Steuerpraxis einzelner Kantone für Gewinne aus ausländischen Grossspielen. Als Angebot für einen Spielenden in der Schweiz ist das eine andere Kategorie von Produkt, nicht eine bessere Version desselben.

bet365 — ohne Schweizer Bewilligung

bet365 ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig; eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und eine solche hätte hier ohnehin keine Wirkung. Kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, kein hiesiger Rechtsweg, Sperrliste möglich. Der Name taucht in der Gespa-Kommunikation zur Domain-Sperrung auf, und wer in der Schweiz auf bet365 zugreifen will, kann je nach Netzbetreiber auf eine gesperrte Domain treffen.

Das ist ein Anbieter, dessen Bekanntheit in der Schweiz grösser ist als seine rechtliche Stellung hier. Wer ihn nutzt, nutzt ihn ausserhalb des Schweizer Rahmens — ohne dass daraus ein hiesiger Anspruch entsteht. Über das Wettprogramm und die Märkte lässt sich hier nichts sagen; was auf der Gespa-Liste fehlt, fehlt im bewilligten Schweizer Angebot, und was ein Anbieter ohne Bewilligung anbietet, ist dessen eigene Sache.

X3Bet — ohne Schweizer Bewilligung

X3Bet ist ein Fall für sich, weil hier nicht «nicht festgestellt» steht, sondern eine gemeldete Bewilligung aus Tobique in Kanada. Gemeldet heisst: von dritten Stellen so berichtet. Für die Schweiz ändert das nichts, denn eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung, und in der Schweiz darf nur Sportwetten anbieten, wer eine hiesige Bewilligung hat. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.

Die kanadische Meldeadresse ist der anschaulichste Beleg dafür, wie wenig eine Lizenz über den Ort aussagt, an dem man sich als Spielender befindet. Ein Rechtsweg, der über den Atlantik führt, ist praktisch kein Rechtsweg.

DirectionBet — ohne Schweizer Bewilligung

DirectionBet fällt in dieselbe Eintragung: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Sperrregister-Verbindung, kein hiesiger Rechtsweg, Sperrliste möglich. Darüber hinaus ist über diesen Anbieter im Rahmen dieses Themas nichts festgehalten, weder zu Limiten noch zu Auszahlungszeiten noch zur Teilnahme aus der Schweiz.

Was bleibt, ist die Einordnung: ein ausländisches Wettangebot, das für einen Spielenden mit Wohnsitz in der Schweiz keine der Schutzfunktionen mitbringt, die der bewilligte Markt kennt. Wer es prüft, prüft es in dessen eigenen Bedingungen und nicht anhand Schweizer Vorgaben.

FortuneJack — ohne Schweizer Bewilligung

Auch FortuneJack trägt die Standardeintragung: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Zur Teilnahme aus der Schweiz, zu Einzahlungswegen, Limiten oder Auszahlungsfristen enthält der Rahmen dieses Themas keine Angaben, und ohne solche Angaben ist jede Aussage über das konkrete Angebot eine Aussage ohne Deckung.

Für den Vergleich mit den beiden Schweizer Veranstaltern zählt ohnehin nur eines: Die Mechanismen, die den bewilligten Weg ausmachen — Limiten vor der ersten Wette, schweizweite Spielsperre, Auszahlung auf das eigene Konto, hiesiger Rechtsweg — sind hier nicht vorhanden. Alles andere wäre ein Vergleich ohne gemeinsamen Massstab.

MrXbet — ohne Schweizer Bewilligung

MrXbet steht in derselben Gruppe. Keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Sperrregister-Verbindung, kein hiesiger Rechtsweg, Sperrliste möglich. Wie bei den anderen Namen dieser Gruppe sind die konkreten Bedingungen des Angebots aus der Schweiz heraus nicht belegt; wer sie prüfen will, prüft sie in den Bedingungen des Anbieters.

Der springende Punkt an dieser Stelle der Liste ist, dass die acht Namen austauschbar geworden sind. Das ist keine Kritik an ihrer Qualität, sondern das Ergebnis der Schweizer Rechtslage: Sie alle stehen hier, weil sie hier nicht dürfen, und dieser Satz unterscheidet keinen von ihnen.

Betify — ohne Schweizer Bewilligung

Betify: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Das ist die vollständige Beschreibung der Rechtsstellung, und mehr lässt sich über den Rahmen dieses Themas nicht sagen.

Wer hier setzt, setzt ohne Schweizer Schutz und ohne Schweizer Rechenschaftsweg, und trägt die Steuerfolge ausländischer Gewinne nach der Praxis seines Kantons. Diese drei Punkte sind keine Fussnote, sondern die Entscheidungsgrundlage.

Boomerang Bet — ohne Schweizer Bewilligung

Boomerang Bet schliesst die Liste mit derselben Eintragung: keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, keine Sperrregister-Verbindung, kein hiesiger Rechtsweg, Sperrliste möglich. Über Limiten, Auszahlungszeiten oder Teilnahmebedingungen aus der Schweiz sagt der Rahmen dieses Themas nichts, und ohne Grundlage bleibt jede Angabe dazu weg.

Dass acht Zeilen mit demselben Text enden, ist unbefriedigend und trotzdem die richtige Antwort. Es gibt in der Schweiz keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, und wer eine Rangfolge innerhalb dieser acht sucht, sucht sie anhand eines Massstabs, der nur bei den beiden ersten greift.

Was der Kombiboost rechnet

Der Kombiboost bei Sporttip ist das beste Beispiel dafür, dass eine gute Bedingung erst durch ihre Zahlen lesbar wird. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn — verlangt sind jeweils mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, und nur online.

Ein Beispiel mit vier Voraussagen zeigt, wohin die Rechnung läuft. Setzt man CHF 10 auf eine Kombination aus vier Voraussagen mit je Quote 1.90, ergibt das eine Gesamtquote von rund 13.03. Ein Gewinn bringt CHF 130.30 zurück, davon sind CHF 120.30 Nettogewinn. Der Bonus von 5 Prozent auf diesen Nettogewinn macht daraus rund CHF 126.30.

Und jetzt das Gegenrechnen, denn darum geht es hier. Vier Voraussagen mit je Quote 1.90 treffen nicht immer. Die Chance, alle vier zu treffen, liegt bei rund 20 Prozent, wenn man die Quoten als faire Wahrscheinlichkeiten liest, also bei etwa einem von fünf Versuchen. Bei fünf Einsätzen zu CHF 10 sind CHF 50 im Spiel; der eine Treffer bringt rund CHF 126 zurück. Der Erwartungswert liegt damit im Minus, denn die rund 95 Prozent Auszahlungsschlüssel des Markts gelten für die Kombination genauso wie für eine Einzelwette — der Kombiboost verschiebt diesen Wert etwas nach oben, aber er hebt ihn nicht auf. Wer glaubt, der Boost mache die Kombination zum Geschäft, verwechselt eine Verbesserung mit einer Umkehrung.

Das ist kein Argument gegen die Kombination. Wer sie ohnehin spielt, nimmt den Boost mit — 5 Prozent auf den Nettogewinn ist eine Verbesserung, die nichts kostet. Nur ist die Verbesserung relativ, und eine relative Verbesserung wird nicht dadurch absolut, dass die Zahl daneben gross aussieht.

Dasselbe gilt für die Boost-Leiter. Der Unterschied zwischen 5 und 100 Prozent ist gewaltig, und er sitzt an einer Stelle, die man nicht überspringen kann: fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Die Chance, fünfzehn solche Voraussagen zu treffen, ist klein — rechnerisch liegt sie unter einem Prozent, wenn man die Quoten als faire Wahrscheinlichkeiten liest. Der hohe Bonus ist also nicht die Belohnung für mehr Mut, sondern die Gegenleistung für eine Wahrscheinlichkeit, die kaum noch eintritt. Der Veranstalter hat die Leiter nicht falsch gebaut. Er hat sie richtig gebaut.

Häufige Fragen zu Nations-League-Wetten in der Schweiz

Darf man in der Schweiz auf Spiele der Nations League wetten, und wo?

Ja, aber nur bei einem der beiden bewilligten Schweizer Veranstalter: Sporttip von Swisslos im Deutschschweizer Vertragsgebiet, im Tessin und in Liechtenstein, Jouez Sport von der Loterie Romande in den sechs Westschweizer Kantonen. Für ein Online-Konto muss man im jeweiligen Gebiet wohnhaft sein. Ein Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung hat hier keine Grundlage.

Wie prüft man, ob ein Wettbewerb oder eine Wettart zugelassen ist?

Die Gespa führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Nur was dort steht, darf angeboten werden; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe gelten nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Corner- und Kartenmärkte sowie Esport stehen nicht darauf.

Was zählt bei Wetten auf Länderspiele als reguläre Spielzeit?

Bei den Schweizer Veranstaltern umfasst die reguläre Spielzeit im Fussball die reguläre Spieldauer von 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Darum kann ein Endrundenspiel in die Verlängerung gehen und eine Torwette trotzdem nach 90 Minuten abgerechnet werden.

Was ist ein Value-Bet, und warum bleibt jede Prognose eine Schätzung?

Ein Value-Bet ist ein Einsatz auf ein Ereignis, dessen Wahrscheinlichkeit man höher einschätzt als die Quote es abbildet. Das bleibt eine Einschätzung, weil Form, Kader und Statistik das Ergebnis nicht festlegen und die Marge im Preis steckt. Auch eine gut begründete Prognose kann verlieren, und eine Serie kann über Monate im Minus liegen.

Welche Limiten gelten vor der ersten Wette, und wie wirkt eine Spielsperre?

Wer zum ersten Mal bei Sporttip teilnimmt, setzt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos.

Wie wird ein Gewinn besteuert?

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt der eidgenössische Freibetrag bei CHF 1’071’000, 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Für normale Gewinne fällt nichts an.

Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»