Wetten Prognosen heute — der Weg von der Statistik zur Quote und zurück
Ladevorgang...
Oktober 29, 2026 — Bewilligungsangaben geprüft gegen die Veranstalterbewilligungen des Geldspielgesetzes und die Aufsicht der Gespa.
Eine Prognose ist ein Rechenweg, kein Orakel. Wer heute Abend ein Spiel sieht und vorher wissen will, was passieren könnte, kann sich aus Form, Torbilanz und Heimstärke eine Erwartung bauen — und genau diese Erwartung ist das Produkt, das hunderte Seiten im Netz verkaufen. Was dabei herauskommt, ist eine Zahl mit einem Fehlerbalken. Was nicht herauskommt, ist das Ergebnis. Um diese Unterscheidung kreist alles, was folgt, und sie entscheidet am Ende auch, bei wem ein Schweizer überhaupt eine Wette platzieren kann.
Die zweite Unterscheidung läuft quer zur ersten. In der Schweiz gibt es für Sportwetten genau zwei Veranstalter, und daneben ein sehr grosses Angebot aus dem Ausland, das kein Schweizer Recht hinter sich hat. Zwischen diesen beiden Wegen liegt keine Geschmacksfrage, sondern eine Entscheidung mit unterschiedlichen Kosten: der eine Weg ist enger, kontrollierter und mit Limiten versehen; der andere ist weiter, unbeaufsichtigter und rechtlich für den Spielenden riskant. Diese Seite sortiert beides und nimmt am Ende eine Position ein.
Prognosen: woher die Schätzung kommt und was sie behauptet
Wer eine Prognose für heute liest, liest fast nie eine Rechnung. Er liest ein Ergebnis: ein Tipp, eine Quote, ein Prozentwert, manchmal ein Sternchen. Der Rechenweg bleibt in der Regel im Dunkeln, und das ist der erste Punkt, an dem ein aufmerksamer Leser aussortieren kann. Eine Methode, die sich nicht offenlegen lässt, lässt sich auch nicht überprüfen — und eine Schätzung, die nicht überprüfbar ist, hat den Namen Prognose nicht verdient.
Form, Gegner, Heim- und Auswärtsspiele: die Rohware jeder Schätzung
Jede seriöse Vorhersage beginnt mit denselben drei Beständen: der Form eines Teams, seiner Torbilanz und dem Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Die Form beantwortet, wie ein Team in den letzten Wochen tatsächlich gespielt hat, nicht wie gut es auf dem Papier ist. Die Torbilanz liefert eine Menge von Toren, aus der sich eine Erwartungshaltung ableiten lässt. Der Heimfaktor korrigiert beides, weil derselbe Kader im eigenen Stadion systematisch anders abschneidet als auf Reisen.
Aus diesen Grössen entsteht eine Wahrscheinlichkeit — grob, breit, aber wenigstens nachvollziehbar. Wer den Eingangskorb kennt, kann die Ausgabe hinterfragen. Wer nur die Ausgabe sieht, muss sie glauben.
Warum dieselben Zahlen zwei verschiedene Prognosen ergeben
Zwei Seiten können dieselben Spiele, dieselben Tabellen und dieselben Ergebnisse verwenden und trotzdem zu entgegengesetzten Schlüssen kommen. Das ist kein Skandal. Es heisst nur, dass die Gewichtung der Faktoren eine Entscheidung ist und nicht eine Ableitung.
Manche Modelle legen der Form ein grosses Gewicht bei, andere behandeln Heimvorteil als dominant, wieder andere streichen Ausreisser heraus, weil ein 6:0 gegen den Tabellenletzten mehr über den Gegner sagt als über den Sieger. Jede dieser Entscheidungen ist vertretbar, und jede verschiebt die Endzahl. Deshalb sind zwei Prognosen für dasselbe Spiel kein Widerspruch, sondern zwei Meinungen über Gewichtungen — und deshalb ist keine von beiden «die richtige».
Der praktische Nutzen liegt nicht darin, die eine richtige Seite zu finden. Er liegt darin, zu erkennen, welche Seite ihre Gewichtung offenlegt. Eine, die ihre Faktoren nennt, kann man lesen, prüfen und begrenzt ernst nehmen. Eine, die nur Tipps ausgibt, kann man gar nicht lesen.
Die Quote als Wahrscheinlichkeitsaussage — und als Rechnung des Buchmachers
Eine Quote ist keine Meinung über den Spielausgang. Sie ist ein Preis. Wer sie sieht, sieht sie als Zahl, mit der sich der mögliche Gewinn ausrechnen lässt; sie enthält aber zusätzlich die Marge, die der Veranstalter auf die gesamte Palette der Ausgänge aufschlägt.
Ein Bespiel macht den Mechanismus sichtbar. Setzt man einen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 an — eine rein illustrative Konstruktion, kein Angebot und kein realer Kurs —, so ergibt sich: 1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90, zusammen rund 1’053. Der Kehrwert davon liegt bei etwa 95 Prozent, die Marge also bei ungefähr 5 Prozent. Diese Zahl steht nicht in der Anzeige; sie ist die Differenz zwischen dem, was an Einsätzen hereinkommt, und dem, was als Gewinn wieder hinausgeht. Die genaue Höhe hängt an der Zahl der Ausgänge und an der Art des Marktes.
Für den Leser einer Prognose heisst das: Selbst eine fehlerfreie Schätzung arbeitet gegen einen Preis, der systematisch unter der fairen Quote liegt. Die Marge entscheidet langfristig mehr als die Trefferquote.
Live-Wetten und die Prognose, die mitten im Spiel entsteht
Eine Vorhersage muss nicht vor dem Anpfiff stehen. Live-Märkte entstehen aus derselben Logik, nur mit einem kürzeren Horizont. Die Formkurve hilft wenig, wenn ein frühes Tor die Spielanlage umdreht. Wer live setzt, arbeitet mit dem aktuellen Stand als wichtigster Eingangsgrösse und mit einer Quote, die sich im Minutentakt bewegt.
Ein Detail, das auf Schweizer Seite an den Regeln hängt: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis überhaupt live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Tipp, der auf einem Bildschirm mit Verzögerung beruht, ist damit ein struktureller Nachteil: Der Ausgang ist unter Umständen schon eingetreten, während das Bild noch die Szene davor zeigt.
Value Bet: eine Prognose, die dem Preis widerspricht
Ein Value Bet ist keine sichere Wette, sondern eine Meinungsverschiedenheit über einen Preis. Die Idee: Wenn die eigene Schätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt, ist der Einsatz langfristig profitabel — vorausgesetzt, die eigene Schätzung stimmt.
Damit hängt alles an einem Wort: vorausgesetzt. Ein Value Bet ist ein Satz über die eigene Fähigkeit, besser zu schätzen als der Markt, und der Markt sammelt zu diesem Zweck Geld von sehr vielen Leuten. Wer zwei Value Bets in Folge trifft, hat noch nichts bewiesen. Wer zwanzig verliert, ebenfalls nicht. Was bleibt, ist eine Differenz zwischen zwei Wahrscheinlichkeiten, und in der Praxis sind beide schwer zu messen.
Was ein Value Bet von einem wahrscheinlichen Ausgang unterscheidet, ist genau diese Trennung: «wahrscheinlich» beschreibt ein Ereignis, «Wert» beschreibt ein Verhältnis zwischen dem Ereignis und dem Preis dafür. Sie können auseinanderfallen. Der Favorit ist fast immer der wahrscheinliche Ausgang und nur selten der Fund mit dem besseren Verhältnis, weil der Markt die offensichtliche Information zuerst verarbeitet.
Warum kein Tipp sicher ist, auch nicht bei Quoten von 1.10
Je niedriger die Quote, desto höher die implizite Wahrscheinlichkeit — und desto kleiner der Puffer. Bei einer Quote von 1.10 sagt der Preis eine Eintreffenswahrscheinlichkeit von rund 91 Prozent, ohne die Marge gerechnet. Die Marge drückt diese Zahl noch.
Neun von zehn Fällen sind nicht zehn von zehn. In einem Ligabetrieb mit mehreren hundert Spielen pro Saison passiert der zehnte Fall laufend, und er passiert oft in einem Spiel, das vorher niemand auf dem Zettel hatte: ein Platzverweis in der zwölften Minute, ein Torhüterpatzer, ein abgesagter Wettbewerb. Deshalb steht bei Sporttip in den Teilnahmebedingungen, dass eine abgesagte Begegnung, die nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen des Turniers nachgeholt wird, ungültig ist: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Der sichere Tipp hat also eine Hintertür, die nicht im Sport liegt, sondern im Reglement.
Prognosen für heute: wie der Markt im Tagesverlauf aussieht
Wer heute setzt, setzt selten auf ein einziges Grossereignis, sondern auf eine breite Palette: Ligen, die über den Abend verteilt anpfeifen, Cupspiele, Nachholpartien. Das Angebot für heute ist ein Ausschnitt, kein Ganzes, und welche Wettbewerbe überhaupt auf der Liste stehen dürfen, regelt in der Schweiz ein amtlich geführtes Verzeichnis.
Bei den bewilligten Veranstaltern bleibt die Auswahl damit strukturell schmaler als das, was ein ausländischer Anbieter zeigt. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur dann, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Trainingsläufe sind gar nicht vorgesehen. Wer sein Tagesprogramm nach Nischen sucht, merkt das schnell: Ein Markt, den es bei einem ausländischen Anbieter gibt, muss es hier nicht geben.
Vergleich: Tabelle ohne Architektur
Was danach folgt, ist ein Überblick über die Wege, die einem Schweizer Spielenden tatsächlich offenstehen, geordnet nach der Frage, die zuerst kommt: Gibt es für diesen Anbieter eine Schweizer Bewilligung?
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Unibet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Wettigo | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| BillyBets | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz |
Die Tabelle zeigt zehn Namen und zwei Zustände, und hinter der zweiten Spalte steckt eine ganze Mechanik, die keine Zelle wiedergeben kann. Eine Schweizer Bewilligung ist nicht ein Gütesiegel unter anderen, sie ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt Schweizer Recht auf das Geschäft angewendet wird: Kontrolle, Aufsicht, Limiten, Register, Zugang zur Streitschlichtung. Bei den acht Anbietern ohne Bewilligung fällt all das weg, und zwar unabhängig davon, welche Papiere ein solcher Anbieter im Ausland vorweisen kann. Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne jede Wirkung.
Die Zeilen unterhalb der zweiten lassen sich deshalb nicht als Rangfolge lesen. Sie lassen sich nur als Namensliste lesen, und genau so sollten sie gelesen werden. Wer nach dem Wert einer Sache sortiert, vergleicht ungleiche Dinge, wenn eine Gruppe auf einem Rechtsrahmen steht und die andere nicht.
Bei allen vier ausländischen Anbietern und deren Genossen kommt ein zweites Merkmal hinzu: Sie hängen nicht am schweizerischen Sperrregister, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Telekommunikationsanbieter per DNS auflösen. Was heute erreichbar ist, kann morgen eine Fehlermeldung sein — bei einem Wechsel innerhalb von Stunden.
Einordnung: wie eine Prognose überhaupt entsteht
Der Weg von einer Statistik zu einem Tipp führt über vier Schritte, und nur der erste ist öffentlich. Zuerst werden Daten gesammelt: Form, Tore, Ort des Spiels, Ausfälle, Spielplan. Dann werden sie gewichtet — hier beginnt der subjektive Teil, denn niemand schreibt vor, ob der Heimvorteil vier Prozentpunkte wert ist oder zehn. Danach wird das Ergebnis in eine Wahrscheinlichkeit überführt. Zuletzt wird diese Wahrscheinlichkeit gegen die angebotene Quote gehalten, denn eine hohe Eintreffenswahrscheinlichkeit bei einem schlechten Preis ist ein schlechtes Geschäft.
Schritt vier ist der, den Prognoseseiten am häufigsten unterschlagen. Eine Aussage wie «dieses Team gewinnt mit hoher Wahrscheinlichkeit» ist ohne Preis wertlos, weil sie die Frage nicht beantwortet, ob sich der Einsatz lohnt. Eine Zahl, die niemanden etwas kostet, ist keine Prognose, sondern eine Vermutung mit Titel.
Die Grundlagen: Statistik, Quote und die Grenze des Wissens
Die Statistik liefert die Basis jeder Prognose. Form, Torbilanz, Heim- und Auswärtsspiele sind die Bausteine, aus denen eine Wahrscheinlichkeit entsteht — und eine Wahrscheinlichkeit ist das Höchste, was eine Prognose erreichen kann. Ein Ergebnis garantiert sie nie.

Wer das akzeptiert, hat den wichtigsten Filter schon eingebaut. Aus einer Prognose lässt sich ableiten, wie der Gewinn bei einem Einsatz rechnerisch aussieht. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag einer Wette aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten; das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport muss die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Dieselbe Operation auf beiden Seiten: aus einem Preis und einem Einsatz eine Zahl machen. Der Unterschied zwischen einer Prognose und einem Gewinn ist der Unterschied zwischen einer Annahme und einem Ergebnis, und dazwischen liegt ein Fussballspiel.
Die reguläre Spielzeit: der Rahmen, den Prognosen stillschweigend voraussetzen
Prognosen sprechen von Sieg, Niederlage, Unentschieden — und lassen meist offen, bis wann. Die Antwort steckt im Reglement. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball neunzig Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Dieser Satz entscheidet über Sieg und Niederlage in jedem Cupspiel. Wer auf einen Aussenseiter tippt, der in der Verlängerung gewinnt, während der Abrechnung nur die neunzig Minuten gelten, hat genau das getippt, was im Programm stand, und nicht das, was er gesehen hat.
Kombinationen: aus mehreren Schätzungen ein Preis
Eine Kombiwette verbindet zwei bis zehn Voraussagen zu einem Wettgeschäft, und die Logik ist einfach: Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Zwei Voraussagen mit Quote 2.00 ergeben zusammen 4.00. Vier mit je 2.00 ergeben 16.00.
Nachvollziehbar ist das nur beim Preis. Die Wahrscheinlichkeit multipliziert sich ebenso, und zwar schnell gegen null. Eine Kombination aus fünf Voraussagen mit je 80 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei rund 33 Prozent — rechnerisch, nicht sportlich. Der Wert einer Kombination ist deshalb kein Gewinnversprechen, sondern eine Aussage über die eigene Toleranz gegenüber seltenen, hohen Auszahlungen.
Ein Reglementdetail, das sich in der Schweiz zwischen diese Rechnung schiebt: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über eine Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne dieses Werkzeug an, kann sie die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer ein Tor und eine Torschützin desselben Spiels kombiniert, baut nicht auf zwei unabhängige Ereignisse, sondern auf eines.
Systemwetten: mehrere Kombinationen auf einem Schein
Eine Systemwette spielt nicht eine Kombination, sondern alle Kombinationen einer festgelegten Grösse aus den gewählten Voraussagen. Drei gewählte Voraussagen mit System «2 aus 3» enthalten drei Zweierkombinationen; vier Voraussagen mit «3 aus 4» enthalten vier Dreierkombinationen.
Der Effekt: Die Trefferfläche wächst, der maximale Gewinn schrumpft. Ein Fehler muss nicht mehr alles kosten, aber jeder Fehler kostet etwas. Für den Einsatz gilt bei Sporttip ein anderer Rahmen als bei einer gewöhnlichen Wette: höchstens CHF 10’000 pro Systemwette, während eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 gedeckelt ist, bei einem Mindesteinsatz von CHF 1.
Die Prognose, die niemand kontrolliert: Gratiswetten aus dem Ausland
Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung darf in der Schweiz nicht beworben werden. Werbung für nicht bewilligte Geldspiele ist strafbar. Was bleibt, ist die Beschreibung. Und zu beschreiben gibt es bei diesen Namen im Kern nur die Abwesenheit von etwas: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Rechtslage: zwei Bewilligungen, eine kurze Liste und ein Register
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern — nicht bei der ESBK, die ausschliesslich Casinos beaufsichtigt. Für einen Veranstalter braucht es zwei Papiere: die Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und daraus folgt alles Weitere. Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist das eine, Loterie Romande mit Jouez Sport das andere. Swisslos führt sein Angebot im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Zwei Veranstalter sind zwei Vertragsgebiete, und ein Vertragsgebiet ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und faktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters.
Warum es keine Liste weiterer bewilligter Anbieter gibt
Wer nach Schweizer Anbietern sucht, stösst auf eine Liste mit zwei Einträgen, und das ist kein Ergebnis einer Recherche, sondern die Sache selbst: Es gibt keine weiteren. Die Gespa führt in diesem Bereich keine Liste zusätzlicher Bewilligungen, sondern eine Sperrliste mit blockierten ausländischen Domains. Die erste Fassung dieser Liste erschien am 3. September 2019; Ende 2025 standen 671 Domains darauf.
Wer privat in der Schweiz eine Sportwette annehmen will, begeht damit eine Straftat: Ohne Bewilligung ist das Organisieren von Sportwetten strafbar, bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Die Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden — der Spielende verliert also doppelt, ohne selbst beschuldigt zu sein.
Was überhaupt auf dem Zettel stehen darf
Die erlaubte Palette ist geschlossen und amtlich geführt. Die Gespa veröffentlicht das Verzeichnis der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; nur diese sind bewilligt. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie in der Liste stehen, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur dann, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und Trainingsläufe sind nicht vorgesehen. Corner- und Kartenmärkte zeigt die Liste nicht, eine Esport-Sektion ebenso wenig. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Da die Liste nur Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten nennt, die sie einschliesst, ist gegen die ausdrückliche Nennung einer Sportart in einer Wette nichts einzuwenden — verboten ist das, was die Liste braucht, um es zu erlauben, und nicht hat.
Livewetten sind zulässig, vor dem Anpfiff und während des Spiels, sofern der Veranstalter dafür eine Bewilligung hält. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Gesetz nicht. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt und bleibt, was er ist: eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, deren Bedingungen nur aus dessen eigenen Regeln zu lesen sind.
Eine Anzeige, die nicht wirbt, und eine Sperre, die greift
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Für nicht bewilligte Geldspiele ist Werbung verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Deshalb steht hier kein Aufruf, nirgends ein Konto zu eröffnen. Wer eine Beschreibung als Werbung liest, hat sie falsch gelesen.
Gratisspielguthaben und Gratiswetten brauchen die Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Ein Bewilligungsregister ist nur so gut wie seine Durchsetzung, und dazu gehört ein unangenehmer Befund: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde bei 47.5 Prozent von 200 Fällen an Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Kanal ist nicht überall so dicht, wie die Regel es verspricht.
Steuern: der Freibetrag und die kantonale Praxis
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann.
Der kantonale Freibetrag weicht ab — je nach Kanton. Für den typischen Spielenden ist das alles Theorie: Ein Gewinn aus einer Sportwette liegt weit unter jeder Schwelle, es fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es nicht.
Anders sieht es bei Gewinnen aus dem Ausland aus. Sie unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden steuerlich aber anders behandelt — die kantonale Praxis im Thurgau etwa erfasst Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für die eigene Situation bleibt der Hinweis, den jede Steuerauskunft gibt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Ausländische Anbieter: was fehlt, wenn eine Bewilligung fehlt
Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fehlt nicht eine Formalität, sondern die gesamte Schutzarchitektur. Das Sperrregister kennt ihn nicht. Zieht er sich zurück oder verweigert eine Auszahlung, gibt es in der Schweiz keine Instanz, die zuständig wäre. Eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung.
Das heisst nicht, dass alles andere pauschal sicherer wäre. Der bewilligte Weg ist der kontrollierte, aber er ist auch der engere: zwei Veranstalter, ein geschlossenes Verzeichnis an Sportarten und Märkten, ein Wohnsitzkriterium, Identitätsprüfung. Wer das als Bevormundung empfindet, sollte trotzdem wissen, was er auf der anderen Seite aufgibt.
Verantwortung: Prognosen sind Schätzungen, keine Versprechen
Eine Prognose nennt eine Wahrscheinlichkeit und kein Ergebnis. Genau deshalb ist sie für die Frage, wie viel Geld in eine Wette soll, ein schlechter Ratgeber: Sie beschreibt ein Spiel, nicht das Konto, auf dem der Einsatz liegt. Diese Trennung ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts.
Wetten sind kein Weg, Geld zu verdienen. Das ist kein Moralappell, sondern eine Rechnung: In jedem Preis steckt eine Marge, und wer dauerhaft gegen eine Marge setzt, braucht einen Vorteil, den kaum jemand hat. Wer mit Wetten ein Einkommen aufbauen will, arbeitet gegen genau diese Zahl.
Limiten: wer sie setzt und was sie kosten
Limiten setzt in der Schweiz der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss verlangen, dass eine oder mehrere Verlustlimiten für einen Tag, eine Woche oder einen Monat festgelegt werden. Eine Senkung wirkt sofort; eine Erhöhung greift gesetzlich nach 24 Stunden, während Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden ansetzen.
Wer zum ersten Mal an Sporttip teilnimmt, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Ein festes kantonal oder bundesrechtlich vorgeschriebenes Einzahlungsmaximum gibt es nicht.
Ein solcher Rahmen wirkt. Er ist unbequem, und das ist der Sinn. Diese Seite empfiehlt keinem Leser eine Wette; sie beschreibt, warum der kontrollierte Weg unbequemer aussieht als der unkontrollierte und trotzdem billiger ist.
Spielsperre: die Selbstsperre und das schweizweite Register
Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, und sie wird nicht vor Fristablauf aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt dort auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn. Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens achtzehn Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Spielguthaben, Auszahlung und die Grenzen dazwischen
Ein Schweizer Spielkonto bewegt sich in einem engeren Kanal, als man vermuten würde. Guthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20 und höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen; ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.
Anonyme Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht: Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Kredite an Spielende sind ausgeschlossen.
Bei Swisslos werden Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne darüber gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto.
Ein weiteres Detail mit Kosten: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer eine Wette gewinnt und sie vergisst, gewinnt nichts.
Der Schweizer Weg und der ausländische: zwei Sätze von Regeln
Die beiden Wege unterscheiden sich nicht in ihrer Sportlichkeit, sondern in ihrem Rechtsinhaber. Der bewilligte Weg bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, ein geschlossenes Verzeichnis an Sportarten und Wettarten, ein Wohnsitzkriterium und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bringt ein breiteres Programm, kein Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und eine steuerliche Behandlung nach kantonaler Praxis.
Keiner der beiden Wege ist von sich aus «der sichere». Der bewilligte ist der kontrollierte. Wer auf Schweizer Seite setzt, muss sich mit dem Gedanken anfreunden, dass seine Auswahl kleiner ist, und wer das nicht will, sollte wissen, was ihn auf der anderen Seite nicht mehr auffängt.
Veranstalter im Vergleich
Zehn Anbieter, zwei Bewilligungen, ein Register. Die Auswahl sortiert sich nicht nach Vorliebe, sondern nach Wohnsitz und nach der Frage, ob man einen befugten Veranstalter will oder einen ausländischen Namen mit weiteren Grenzen.
Swisslos Sporttip: bewilligter Veranstalter für die Deutschschweiz, die Tessiner und Liechtenstein
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; das Sportwettgeschäft läuft unter dem Namen Sporttip. Bewilligungsrechtlich ist das ein Grossspiel, für das Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz nötig sind; die Aufsicht führt die Gespa.
Erreichbar ist Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt kein Online-Konto, unabhängig davon, wie gut das Angebot zu ihm passt.
Sporttip-Wetten lassen sich online über die Website oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben; in der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Das ist der Punkt, an dem sich das Angebot am deutlichsten von einem reinen Laptop-Produkt unterscheidet.
Bei den Einsätzen liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für Kombinationen mit vier bis fünfzehn Voraussagen von je mindestens Quote 1.50 gibt es online auf Nettogewinn einen Kombiboost — 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind begrenzt, und der Boost gilt für Prematch, Live und Systemwetten. Quoten- und Profitboosts dagegen gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettenden einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out.
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber ausschliesslich bei Online-Wetten und nur als vollständiger Ausstieg ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn aus der nicht vorzeitigen Wettabwicklung und hängt vom Stand der Sportereignisse ab; Swisslos muss Cash-Out nicht für jede Wette anbieten. Wer live einen frühen Vorsprung fürchtet, zahlt für die Sicherheit einen Aufschlag, der nicht auf der Anzeige steht.
Bezahlt werden kann das Spielkonto im Sporttip-Universum auch mit PostFinance Pay, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Ein Konto ist an Bedingungen gebunden: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen, und wer selbst als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Die Bewilligung ist das eine; ihre Funktionsweise hängt an Regeln wie diesen.
Fazit: Der Kombiboost belohnt Kombinationen, die das Reglement selbst klein hält — mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 sind keine schmale Wette, sondern eine breite, und die Boosts rechnen nur auf den Nettogewinn. Das ist ein Zusatz für Spielende, die ohnehin breit kombinieren, und eine Falle für alle, die ihre Kombination verlängern, um eine Stufe auf der Boost-Treppe zu erreichen. Das Wohnsitzkriterium entscheidet zuerst über alles andere.
Loterie Romande Jouez Sport: bewilligter Veranstalter für die Westschweiz
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Bewilligungsrechtlich ist auch das ein Grossspiel mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa. Die Genossenschaft nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Zahl der Verkaufsstellen ist der Massstab für den physischen Vertrieb, und der prägt das Produkt: Wo 2’350 Annahmestellen stehen, spielt ein erheblicher Teil des Publikums am Schalter und nicht am Bildschirm. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, hat damit einen Zugang, den die Deutschschweizer Veranstalterin in dieser Dichte nicht bietet.
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Obergrenzen sind die eigentliche Struktur des Angebots: Sie machen aus einer Kombination mit vielen weit entfernten Voraussagen ein Geschäft mit einer Reissleine.
Die Bedingungen stammen aus dem Règlement Jouez Sport in der siebzehnten Fassung. Wer sein Programm plant, stösst auf dieselbe Bewilligungsarchitektur wie in der Deutschschweiz: geschlossenes Verzeichnis der Sportarten und Wettarten, Wohnsitzkriterium, Identitätsprüfung beim Konto.
Fazit: Die Millionengrenze für ein Multiple und die CHF 300’000 pro Wette sind keine Marketingzahl, sondern eine Deckelung, die gerade die Kombinationen begrenzt, mit denen sich der grösste Reiz verbinden lässt. Ein Spieler mit Vorliebe für breite Kombinationen sollte diesen Deckel kennen, bevor er zehn Voraussagen auf einen Schein schreibt. Wer im Vertragsgebiet wohnt und den Schalterweg mag, findet hier das dichteste Netz der Schweiz.
BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung, gelistet wie die übrigen acht
BetAlright, Unibet, Wettigo, Gamdom, BillyBets, ZotaBet, BetPanda und bet-at-home verbindet ein Merkmal, und es ist das einzige, das auf dieser Seite mit Sicherheit über sie gesagt werden kann: Sie alle haben keine Schweizer Bewilligung. Mehr als zwei Veranstalter lassen die kantonalen Regeln im Bereich Lotterien und Sportwetten nicht zu, und wenn keine Bewilligung vorliegt, gibt es nichts zu beschreiben, was sich auf Schweizer Recht stützt.
Was das konkret bedeutet, lässt sich in vier Punkten sagen. Eine Bewilligung im Ausland hat in der Schweiz keine Wirkung. Diese Anbieter hängen nicht am schweizerischen Sperrregister, ein Eintrag dort würde sie nicht erfassen. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Und ihre Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, die Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Anbieter, deren Domains nach einer Blockierung innert Stunden durch neue ersetzt wurden, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend.
Über die Produkte dieser Anbieter lässt sich auf dieser Grundlage nichts Vergleichbares sagen. Eine Merkmalszeile, die für einen Anbieter unbekannt ist, wird hier nicht behauptet und auch nicht als Lücke vorgeführt. Wer eines dieser Angebote prüft, prüft es auf dessen eigenen Bedingungen, und zwar bevor Geld fliesst.
Fazit: Ein Name, der nicht am schweizerischen Sperrregister hängt, ist kein Bonus, sondern das Gegenteil. Die Blockierung ersetzt den Schutz, den ein Bewilligungsverfahren leistet, durch eine technische Massnahme — und technische Massnahmen greifen nachträglich, während ein Verlust bereits eingetreten sein kann.
Unibet: ein Name, der vielen vertraut vorkommt
Unibet ist einer der bekanntesten Namen im Feld, und Bekanntheit ist genau das Merkmal, das über die Bewilligungsfrage am wenigsten aussagt. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt die Grundlage, auf der Schweizer Kontrolle, Sperrregister und Rechtsweg aufsetzen. Eine Bewilligung, die der Anbieter in einem anderen Land hält, ändert daran nichts.
Für einen Leser, der heute nach Prognosen sucht und dabei auf einen solchen Anbieter stösst, ist die relevante Frage nicht, wie gut die Quoten aussehen, sondern was passiert, wenn eine Auszahlung stockt. Diese Frage beantwortet kein Werbebild, sondern nur die eigene Prüfung der Bedingungen vor dem ersten Einsatz.
Fazit: Ein bekannter Name ist kein Ersatz für ein Schweizer Papier. Der Markenwert ist über Jahre aufgebaut, die Schweizer Bewilligung ist eine Tatsache, die entweder vorliegt oder nicht, und hier liegt sie nicht vor.
Wettigo: Schweizer Anmutung, ausländische Rechtslage
Wettigo trägt einen Namen, der hiesige Ohren anspricht, und das ist kein Argument. Entscheidend ist die Bewilligung, und eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor. Damit bleibt es beim Ausgangsstatus: keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Wer den Namen in einer Rangliste weit oben sieht, sollte prüfen, wer diese Rangliste bezahlt. Eine Platzierung, die auf einer Werbebeziehung beruht, ist über die Bewilligungslage eines Anbieters stumm.
Fazit: Ein Schweizer klingender Name ist eine Verpackung. Am Ende bleibt eine Zeile in der Bewilligungsspalte, und die ist leer.
Gamdom: Krypto-Umfeld und was daraus folgt
Gamdom steht für ein Umfeld, in dem Ein- und Auszahlungen mit Kryptowährungen verbreitet sind. Das ist insofern mehr als ein Zahlungsdetail, als daran die Kontrolle hängt: Im bewilligten Schweizer Wettgeschäft sind Auszahlungen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers möglich, ein anonymes oder kryptobasiertes Auszahlungsmodell gehört damit ausdrücklich nicht zu diesem Geschäft.
Eine Schweizer Bewilligung liegt für Gamdom nicht vor. Damit trägt jedes Risiko, das aus der Auszahlungsform entsteht, in der Schweiz niemand.
Fazit: Die Zahlungsform ist hier die eigentliche Produktaussage, und sie zeigt am klarsten, wie weit das Angebot vom Schweizer Regime entfernt ist. Wer in der Schweiz wohnt und trotzdem dort spielt, tut es ganz auf eigene Rechnung.
BillyBets: ohne Bewilligung im Verzeichnis der Bewilligungsfrage
BillyBets steht ohne Schweizer Bewilligung in der Liste, und das ist der einzige Punkt, den ein Vergleich hier sicher festhalten kann. Regulatorisch ist es von Unibet, Wettigo oder Gamdom nicht zu unterscheiden: keine Bewilligung, kein Register, kein Rechtsweg in der Schweiz.
Für Spielende, die nach einem zweiten Konto neben dem bewilligten Weg suchen, ist das die wichtigste Information dieses Eintrags. Sie erklärt, warum zwei Konten in zwei verschiedenen Rechtsräumen entstehen.
Fazit: Der Unterschied zu einem bewilligten Anbieter liegt nicht im Produkt, sondern im Raum, in dem das Produkt steht. Wo keine Bewilligung ist, ist auch kein Schutz.
ZotaBet: keine Bewilligung und die Blockierungsfrage
ZotaBet ist ohne Schweizer Bewilligung gelistet, und damit gilt derselbe Rahmen: kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockierbarkeit der Domains über die Sperrliste der Gespa. Wie schnell eine Domain wechselt, hat die Gespa im Zusammenhang mit ausländischen Angeboten selbst beschrieben.
Wer sich heute registriert, sollte die Möglichkeit einplanen, dass die Adresse in einigen Monaten nicht mehr erreichbar ist. Nicht als Warnung, sondern als Fakt des Modells.
Fazit: Die Reichweite eines solchen Angebots hängt an einer Domain, und die steht nicht unter Schweizer Kontrolle. Das ist ein Betriebsrisiko, das kein Quotenvergleich aufwiegt.
BetPanda: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister
BetPanda führt keine Schweizer Bewilligung, und nichts an dem Namen ändert das. Die Bewilligung ist ein Papierelement, sie liegt vor oder nicht, und hier liegt sie nicht.
Damit ist die Einordnung abgeschlossen: keine Verbindung zum Register der gesperrten Personen, keine Schweizer Instanz für Streitigkeiten, keine Berechtigung, in der Schweiz beworben zu werden. Ein Bewilligungsverfahren scheitert nicht an einem Namen.
Fazit: Ohne Bewilligung gibt es keinen Schweizer Anknüpfungspunkt, und das ist unabhängig vom Markenauftritt. Wer sein Konto dort führt, entscheidet sich bewusst gegen den bewilligten Weg.
bet-at-home: ohne Bewilligung und auf der Sperrliste genannt
bet-at-home ist als Anbieter ohne Schweizer Bewilligung in der Liste und wird in diesem Zusammenhang zusammen mit Interwetten im Kontext der Sperrliste und des Domain-Hoppings genannt. Blockierte Domains werden innert Stunden durch neue ersetzt — ein Mechanismus, den die Gespa selbst beschreibt.
Das ist die klarste Illustration des Modells: Ein Angebot, das technisch dauernd erreichbar bleibt, weil die Adresse wandert, während die Bewilligung fehlt. Für die Bewertung eines Spielenden heisst das, dass die Erreichbarkeit eines Angebots nichts über seinen Status sagt.
Fazit: Dass eine Seite offen ist, ist kein Merkmal ihres Rechtsstatus. Der Status steht in der Bewilligungsspalte, und die ist bei diesem Anbieter leer. Wer Wert auf Schweizer Schutz legt, findet ihn hier nicht.
Was die Quoten auf den Tisch legen
Wer heute eine Prognose liest, findet am Ende eine Quote und muss entscheiden, ob sie den Einsatz wert ist. Was in dieser Entscheidung selten vorkommt, ist die Gegenprobe auf den Preis selbst.
Ein Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 — konstruiert zur Veranschaulichung, kein Angebot und kein realer Kurs — kehrt sich zu rund 1’053 um, wenn man 1 geteilt durch 1.90 zweimal addiert. Die Auszahlungsquote liegt damit bei etwa 95 Prozent, die Marge bei ungefähr 5 Prozent. In einem Drei-Weg-Markt mit derselben Ausgangsquote summiert sich derselbe Ausdruck auf etwa 1.58, und die Auszahlungsquote sinkt unter 64 Prozent. Der Unterschied ist keine Rundungsfrage. Er entsteht allein daraus, wie viele Ausgänge ein Markt hat, und er verschiebt sich weiter mit der Zahl der Ausgänge und der Art des Marktes. Deshalb ist die Marge keine feste Grösse, sondern eine Bandbreite, die an den Markt gebunden bleibt.
Wer das einmal nachgerechnet hat, sieht einen Zwei-Weg-Markt mit anderen Augen als einen Drei-Weg-Markt. Die beliebteste Wette im Fussball ist nicht die billigste.
Der Mechanismus dahinter ist die Auszahlungsquote, ein Marktbegriff und keine Vorschrift: der Anteil aller Einsätze, den ein Markt wieder auszahlt, gerechnet als Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 Prozent minus diese Zahl. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto schwieriger ist es, ihn sauber zu bepreisen, und desto grösser wird der Aufschlag.
Für die Praxis heisst das: Ein Prognose-Vergleich, der nur die Höhe der Quote betrachtet, vergleicht die falsche Zahl. Die Marge zählt mit, und sie wird interessanter, je mehr Kombinationsteile im Spiel sind, weil sich der Aufschlag mit jeder Voraussage multipliziert. Eine Kombination aus vier Voraussagen trägt die Marge viermal.
Häufig gestellte Fragen
Wie entsteht eine Prognose für ein Fussballspiel, und welche Daten fliessen ein?
Aus Form, Torbilanz und dem Unterschied zwischen Heim- und Auswärtsspielen. Diese Grössen werden gewichtet und in eine Wahrscheinlichkeit überführt, die bestenfalls eine Schätzung bleibt. Wer die Gewichtung offenlegt, macht seine Prognose prüfbar; wer nur ein Ergebnis nennt, macht sie zum Versprechen.
Warum ist kein Tipp sicher, auch wenn die Quote niedrig ist?
Weil eine niedrige Quote eine hohe Wahrscheinlichkeit beschreibt und keine Gewissheit. Bei Quote 1.10 liegt der Preis bei rund 91 Prozent, vor Abzug der Marge. Ein Platzverweis, ein Torwartfehler oder eine abgesagte Begegnung genügt, um den Rest zu erledigen. Neun von zehn ist nicht zehn von zehn.
Was ist ein Value Bet, und wie unterscheidet er sich von einem wahrscheinlichen Ausgang?
Ein Value Bet ist ein Verhältnis zwischen dem Preis und der eigenen Schätzung, kein Ereignis. «Wahrscheinlicher Ausgang» sagt, was passieren dürfte; «Value Bet» sagt, dass der Preis dafür zu hoch ist. Beides kann auseinanderfallen, und beides hängt an einer Schätzung.
Wie wird aus einer Prognose mit Quote und Einsatz der mögliche Gewinn berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Resultat auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport muss die Gesamtquote mindestens 1.10 betragen.
Welche Veranstalter dürfen in der Schweiz Wetten auf die Spiele des Tages annehmen?
Nur Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, jede mit eigenem Vertragsgebiet, und ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz und faktisch in diesem Gebiet voraus. Ausländische Anbieter haben keine Bewilligung.
Wie lässt sich mit Limiten und festem Budget verhindern, dass Prognosen zu Verlusten führen?
Indem Limiten vor dem ersten Einsatz gesetzt werden, nicht danach. Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach 72 Stunden.
Tipps – kombibonusch
Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»
