Livewetten in der Schweiz – wer sie anbietet und was sie kosten

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt im Netz eines Tores, Flutlicht und kalte Abendluft liegen über dem leeren Platz

Datenstand: Oktober 29, 2026. Die Bewilligungen und Aufsichtszuständigkeiten wurden gegen die Angaben der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, und die Spielregeln der beiden Veranstalter geprüft.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von.

Es gibt beim Livewetten in der Schweiz eine Zahl, die mehr über das Geschäft verrät als jede Quote: 1.00. Wer eine Wette platziert, nachdem der Wettausgang tatsächlich eingetroffen ist, bekommt sie mit Quote 1.00 gewertet. Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn ist null. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit 1.00 werten. Kein Buchmacher der Welt schreibt diese Regel auf sein Werbebanner, und sie ist der ehrlichste Satz im ganzen Livegeschäft: Livewetten sind nicht schneller, nicht sicherer und nicht fairer als Prematch-Wetten. Sie sind nur kürzer getaktet.

Livewetten: wie der Spielverlauf die Quote verschiebt und wann Cash-Out greift

Eine Quote ist kein Preis für ein Ereignis, sondern eine Schätzung, wie wahrscheinlich es in diesem Moment ist. Beim Fussball live wetten heisst deshalb vor allem, den Sekunden hinterherzurechnen, in denen sich diese Schätzung ändert. Ein Tor, ein Platzverweis, ein Wechsel – nach jedem dieser Momente steht auf dem Wettschein ein anderer Wert, und niemand hat dabei zu viel verlangt oder betrogen. Der Markt tut, was er soll.

In der Schweiz kommt eine Besonderheit dazu, die man kennen muss, bevor man überhaupt über eine Livewette spricht: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer also eine Partie ohne Stream verfolgt und deshalb zwei Minuten zu spät auf den Treffer setzt, hat den Treffer nicht gesetzt – er hat auf etwas gesetzt, das schon passiert war. Die Regel mit der Quote 1.00 erklärt, was dann geschieht: Einsatz zurück, sonst nichts.

Wie sich Quoten tatsächlich bewegen, hängt an drei Schrauben. Die erste ist der Spielstand selbst. Die zweite ist die Zeit, die noch bleibt, und diese Schraube zieht sich mit jeder Minute fester: In der ersten Halbzeit darf eine Quote auf ein Tor noch atmen, in der 88. Minute ist sie entweder fast tot oder fast nichts mehr. Die dritte ist die Menge an Geld, die der Veranstalter bereits auf der anderen Seite liegen hat. Ein Markt ist wie eine Waage, und der Livebetrieb erlaubt es dem Betreiber, die Gewichte schneller nachzulegen als im Prematch. Daraus folgt das, was die meisten Ratgeber verschweigen: Der Auszahlungsschlüssel eines Live-Marktes muss nicht schlechter sein als der eines Prematch-Marktes, aber er wird von derselben Mechanik getragen, die schon im Vorlauf der Grund ist, warum Quoten selten das sind, was sie zu sein scheinen.

Was die Spielzeit umfasst und was nicht

Wer auf ein Fussballspiel setzt, setzt auf einen genau definierten Zeitraum, und dieser Zeitraum ist länger als 90 Minuten. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – beim Fussball diese 90 Minuten – plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist keine Fussnote, sondern die Stelle, an der eine Livewette im K.-o.-Wettbewerb kippt: Ein Last-Minute-Treffer in der Nachspielzeit zählt, ein Elfmeter im Penaltyschiessen nicht, sofern die Wette das nicht ausdrücklich vorsieht. Wer ein Turnierspiel live verfolgt und in der 120. Minute nachlegt, sollte vorher wissen, ob er auf ein Fussballspiel oder auf eine Entscheidung wetten will.

Cash-Out: der Ausstieg, den Swisslos nicht garantieren muss

Cash-Out ist eine Art, eine Wette abzurechnen, bevor ihr Ereignis zu Ende ist. Swisslos bietet ihn bei Sporttip in dieser Form nur für Online-Wetten an, und zwar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Zwei Bedingungen sind dabei wichtiger als alles, was auf einer Werbeseite dazu steht. Erstens gibt es nur ein vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung: Man steigt ganz aus oder gar nicht. Zweitens lässt sich ein ausgeführtes Cash-Out nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht – Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten und darf den angebotenen Betrag jederzeit ändern. Wer in der Halbzeit den Finger hebt, handelt endgültig.

Was Cash-Out für den Spielenden bedeutet, lässt sich nicht schönrechnen. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Das ist logisch, denn der Anbieter übernimmt das Risiko der restlichen Spielzeit und lässt sich dieses Risiko bezahlen. Die praktische Frage ist eine andere, und sie ist die einzige, die zählt: Der Ausstieg ist ein Instrument für jemanden, der eine Wette bereut, nicht für jemanden, der sie gewinnen will.

Die Wahl zwischen Wette durchlaufen lassen und Cash-Out ist also eine zwischen zwei deutlich verschiedenen Risiken – dem offenen, das die volle Quote tragen würde, und dem geschlossenen, für das man einen Abschlag zahlt. Beides ist legitim. Nur das eine lässt sich planen und das andere nicht. Wer während eines laufenden Spiels häufig cash-out nutzt, sammelt über die Saison eine Kette von Abschlägen an, die in keiner Statistik auftauchen und trotzdem bezahlt wurden.

Vorausgesetzt: Kombinationen, Boosts und Bet-Builder

Livewetten und Kombiwetten sind verschiedene Dinge, und ihre Regeln geraten sich in die Quere, wenn man sie nicht auseinanderhält. Bei Sporttip gilt: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Beispiel: «Sieg Team A» und «Team A gewinnt mit zwei Toren Differenz» gehören zum selben Spiel und sind voneinander abhängig. Der Bet-Builder ist also kein Bonus, sondern die einzige Schiene, auf der solche Kombinationen überhaupt gültig sind.

Bei Kombinationen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, und der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Gesamtquote – bei einer Einzelwette aus Einsatz mal Quote. Swisslos rundet diesen Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Das ist Buchhaltung, aber sie hat eine Richtung: Aufrunden und anschliessend Abrunden kann den Vergleich zur eigenen Rechnung um ein paar Rappen verschieben.

Dazu kommen die Erhöhungen. Der Kombiboost von Sporttip gibt es nur online, im Prematch, live und bei Systemwetten, und er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Staffelung liest sich grosszügig, bis man die Schwelle betrachtet: Bei fünfzehn Voraussagen muss jede einzelne die 1.50 schaffen. Der Quotenboost gilt bei Sporttip dagegen nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, und der Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist die saubere Art, eine Erhöhung mit einer Bedingung zu verheiraten: Wer früh aussteigt, gibt sie auf.

Wann die Wette ungültig wird

Zwei Regeln entscheiden mehr über das Geschäft als jede Quote, und beide stehen hinter dem Livebetrieb wie ein Geländer. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine Kombination wird also nicht komplett erstattet, sondern teilweise auf 1.00 gesetzt. Das ist ein Unterschied von einigen Prozent des Einsatzes, und er erscheint in keiner Vorabwerbung, weil er nur bei einem abgesagten Spiel auftritt.

Die zweite steht im Widerspruch zur Bequemlichkeit. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Wer ein halbes Jahr nicht in sein Spielerkonto schaut, verliert also nicht die Wette, sondern den Anspruch darauf, sie sich auszahlen zu lassen. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Beide Fristen gelten für Wettscheine an der Verkaufsstelle genauso wie für die Online-Wette, und beide sind kurz genug, um sie zu notieren, statt sich auf sie zu verlassen.

Was während der Partie noch dazukommt

Livewetten sind im Kern Gratisarbeit an der eigenen Disziplin. Denn die Einsätze müssen stimmen – bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Deckel für eine Systemwette liegt also zehnmal höher als für eine Einzelwette, und das ist kein Zufall: Eine Systemwette ist eine Ansammlung von Einzelwetten, und der Betreiber begrenzt, was er auf einen Schlag annehmen will.

Wer bei einer Livepartie mehrere Wetten kurz hintereinander abgibt, verteilt den Einsatz über den Abend statt über den Monat. Genau dort setzt die Selbstbeschränkung an, die im Abschnitt zum Spielerschutz beschrieben wird. Und noch eine Regel gehört hierher, weil sie oft nur im Kleingedruckten steht: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei Sporttip stehen Wetten Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind ausgeschlossen. Das klingt selbstverständlich, und beim eigenen Mannschaftskollegen am Telefon ist es das nicht mehr.

Livewetten-Veranstalter in der Schweiz: wer was anbietet, im Vergleich

Zwei Veranstalter sind es, und diese Zahl ist keine Auswahl, die jemand getroffen hätte, sondern eine Entscheidung des Gesetzgebers. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer ein Onlinekonto eröffnen will, muss in deren Gebiet wohnen, und dieses Gebiet ist je Veranstalter genau zugeschnitten. Diese Aufteilung prägt nicht nur das Angebot, sondern auch die Erwartung, die man an ein Konto richten darf.

Livewetten bei Swisslos Sporttip

Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt – zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 veranstaltet. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.

Sporttip bietet Livewetten über Swisslos und die Sporttip App für iOS und Android an; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code auch an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat also beide Wege – den Bildschirm und die Verkaufsstelle – und wer im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, mindestens den ersten. Das ist der Unterschied, der dieses Angebot von Jouez Sport trennt: Hier lässt sich eine Wette am Mobilgerät zusammenstellen und an einem Schalter einlösen.

Sporttip ist in der ganzen Gegenüberstellung der einzige Anbieter mit einer Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, der Livewetten online und an der eigenen Verkaufsstelle verbindet. Wer eine Livewette mitten im Spiel platzieren will, findet hier die einzige Adresse im Land, an der das mit Schweizer Aufsicht geschieht.

Einordnung. Boosts verfallen bei Cash-Out, das Cash-Out-Angebot gilt nur online und ohne Teilauszahlung, und nichts davon ist garantiert. Wer diese Bedingungen liest, versteht das Produkt besser als mit jeder Werbeseite.

Livewetten bei Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. In den Verkaufsstellen gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten, Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Genau darin liegt die Eigenheit dieses Veranstalters: Dasselbe Produkt heisst an zwei Orten etwas anderes. Wer im Kanton Waadt nach Ladenschluss eine Livewette platzieren will, findet an der Verkaufsstelle nichts, was ihm weiterhilft.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Diese Zahl an Verkaufsstellen ist beachtlich für ein Gebiet dieser Grösse, und sie zeigt, wo dieses Netz seine Stärke hat: im Vorlauf, im Laden, im Gespräch am Schalter.

Jouez Sport ist in dieser Zusammenstellung der einzige Veranstalter mit Schweizer Bewilligung, dessen Livebetrieb nicht an den Verkaufsstellen stattfindet. Wer live wetten will, muss das Konto und den Bildschirm benutzen.

Einordnung. Die Grenze zwischen Schalter und Plattform ist bei Jouez Sport keine technische Kleinigkeit, sondern die Produktgrenze selbst: Der Veranstalter mit dem dichtesten Verkaufsstellennetz der Schweiz bietet Livewetten nur dort an, wo kein Schalter mehr steht.

Ausländische Anbieter im Vergleich: was die Schweizer Bewilligung ändert

Neben den beiden Veranstaltern begegnen Schweizer Spielenden zahlreiche ausländische Marken. Sie sind hier zum Vergleich aufgeführt, weil sie im Alltag präsent sind, und sie sind alle mit demselben Vermerk versehen: ohne Schweizer Bewilligung. Nach interkantonalem Recht dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung; wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar, und die Gespa kann die Domains solcher Anbieter auf ihre Sperrliste setzen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS blockieren.

Aus dieser Konstruktion folgen drei Dinge, die man nicht auseinandernehmen sollte. Ein ausländisches Konto ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Und die ausländischen Gewinne fallen steuerlich unter kantonales Recht. Wer bei einer solchen Marke mitspielt, entscheidet sich also nicht für ein schlechteres Produkt, sondern für ein Produkt ohne Schweizer Schutzmechanik. Das ist eine Wahl, die man treffen kann. Man sollte sie nur nicht für eine Frage des Geschmacks halten.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport
Sportuna keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
PowBet keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
1Bet keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
BillyBets keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
GG.BET keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
Betclic keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
Gamdom keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Geltung hat

Die Spalte mit der Bewilligung sieht auf den ersten Blick langweilig aus, weil sie zweimal dasselbe und achtmal dasselbe sagt. Das ist keine Wiederholung, sondern das Ergebnis: Ein Bewilligungsvergleich in der Schweiz kann nur so aussehen, und jede Darstellung, die hier mehr Varianz zeigt, hätte sich die Varianz ausgedacht. Die zweite Spalte ist die eigentliche Information, weil sie den Unterschied zwischen zwei Bewilligungen und einer Behauptung festhält. Bei ausländischen Marken ist der Schweizer Vermerk nicht «nicht vorhanden», sondern «ohne Schweizer Bewilligung» – der Unterschied besteht darin, dass eine ausländische Bewilligung nach Artikel 4 BGS in der Schweiz keine Kraft hat.

Was in der Tabelle fehlt, fehlt mit Absicht: Der Vergleich der Anbieter listet keine Quoten und keine Live-Marktbreite, weil sich Live-Quoten von Minute zu Minute ändern und kein Stand, der heute stimmt, morgen noch eine Aussage trägt. Wer Live-Märkte vergleichen will, muss selbst in die Wettprogramme schauen – bei Swisslos und der Loterie Romande in das eigene Konto, bei den ausländischen Marken in das jeweilige Programm.

Livewetten Schweiz: die Grundlagen des Wettens während einer Partie

Zwei Begriffe tauchen in Suchanfragen immer wieder auf, und beide führen an dieselbe Stelle: Live wetten per PayPal und die Live-App. Beide sind Wege zum selben Produkt, und beide sind bei Swisslos und der Loterie Romande nicht beliebig, sondern an die Bedingungen des jeweiligen Onlinekontos gebunden. Wer verstehen will, warum das so ist, muss bei der Kontoeröffnung anfangen und nicht beim Zahlungsmittel.

Eine Stoppuhr und ein Smartphone mit dunklem Display liegen nebeneinander auf einem Holztisch, weiches Fensterlicht
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit.

Live wetten per PayPal und andere Wege ins Spielerkonto

Bei Swisslos lässt sich Spielguthaben auf dem Wallet per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Die beiden Zahlen sehen technisch aus, sind aber eine Spielerschutzregel: Der Betrag, den man in einem Monat überhaupt einbringen kann, ist begrenzt, und der Betrag, der gleichzeitig auf dem Konto liegen kann, ebenfalls. Ein Verlustlimit von CHF 9’999 hat man damit schon im System, bevor man es selbst setzt.

Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Das ist ein Zahlungsweg, den ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung ohne Umweg über eine Karte nutzen kann. Wer nach weiteren Zahlungsarten sucht – PayPal ist die häufigste dieser Suchen –, findet bei den beiden Schweizer Veranstaltern die Zahlungsarten, die in ihren eigenen Bedingungen aufgeführt sind, und prüft dort nach, statt eine Methode vorauszusetzen, die anderswo üblich ist.

Zu den Auszahlungen gibt es eine Regel, die den Entscheid leichter macht als jede Bonusfrage: Spielguthaben zahlt Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Die dritte Auszahlung im Jahr kostet also Geld, die zweite nicht. Wer sein Konto klein hält und selten abhebt, bezahlt weniger. Und die Regel mit dem eigenen Namen ist keine Formalität, sondern der Grund, warum es bei bewilligten Schweizer Anbietern keine anonymen Auszahlungen gibt.

Warum die Registrierung den Livebetrieb überhaupt bestimmt

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Dieser Prüfweg ist der Grund, warum die Verifizierung nicht umgangen werden kann und warum ein zweites Konto ausscheidet.

Ein weiterer Punkt folgt aus dem Kontostand selbst. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Wer also einen grösseren Livegewinn einfährt, sieht ihn nicht auf dem Kontostand stehen, sondern auf dem Bankkonto. Das ist sauber, es ist aber auch die Stelle, an der eine Zahlungsverbindung hinterlegt sein muss, bevor sie gebraucht wird.

Der Ort, an dem die Livewette praktisch stattfindet, ist bei Sporttip die App, für iOS und Android verfügbar, oder der Browser. In der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Der Vorteil der App ist nicht das Design, sondern dass der Wettschein das Gerät nicht verlassen muss, wenn man ihn an einem Schalter einlösen will.

Was eine Livewette im Vergleich zu einer Prematch-Wette kostet

Eine Livewette ist nicht teurer als eine Prematch-Wette, weil sie live ist. Der Preis steckt im Quotenschlüssel des jeweiligen Marktes – dem Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt –, und die Marge ist 100 % minus diesen Anteil. Wer wissen will, was ein Markt kostet, rechnet: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes ergibt den Auszahlungsschlüssel.

Wie viel eine gewonnene Wette zurückbringt, ist damit nicht verwechselt, aber es lohnt sich, es einmal an einem Beispiel durchzurechnen. Bei einer Einzelwette ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote. Rechnet man eine Livewette als Verlustrechnung, kommt man an die eigentliche Zahl: Mal angenommen, ein Spielender setzt zwei Wetten von je CHF 10 auf zwei verschiedene Live-Märkte, die jeweils mit einer Quote von 1.90 angeboten werden. Dann zahlt die eine Wette CHF 19.00 zurück und die andere nichts, also stehen CHF 20.00 Einsatz gegen CHF 19.00 Rückfluss – ein Minus von CHF 1.00, das sich aus dem Geldverkehr allein ergibt und in dem die Quote noch der freundliche Teil des Angebots war.

Ist Livewetten in der Schweiz verboten? Die Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die kurze Antwort lautet nein, aber sie ist nur dann brauchbar, wenn man den Satz zu Ende liest. Personen, die sich über die Schweiz hinaus orientieren und «live wetten verboten» eingeben, landen bei völlig verschiedenen Rechtsordnungen. In der Schweiz ist die Veranstaltung von Sportwetten ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und wird von der Gespa beaufsichtigt – nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht.

Ein Feldweg führt durch eine Alpwiese mit Holzzaun, im Hintergrund hängen Wolken über einem felsigen Gipfel
Jouez Sport ist an Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal zugänglich; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren.

Wer Livewetten in der Schweiz anbieten darf

Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz ein Grossspiel, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und das sind Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Unternehmens voraus. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer wissen will, ob eine Marke in der Schweiz zugelassen ist, prüft die Bewilligung des Veranstalters – nicht die Existenz eines ausländischen Siegels.

Livewetten sind erlaubt, soweit Sportart, Wettbewerb und Wettart auf der behördlichen Liste stehen und der Veranstalter über eine Entscheidung verfügt, die sie ihm erlaubt. Das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten steht, ist deshalb die einzige belastbare Grenze – und diese Liste ist geschlossen.

Was überhaupt bewerbbar ist und was auf der Liste fehlt

Die erlaubte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten nach Artikel 25 BGS und Artikel 29 VGS. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Die Liste zeigt keine Ecken- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Für den Livebetrieb hat das eine handfeste Folge: Der Verlauf eines Fussballspiels verändert auch die Zahl der Eckbälle und der Karten, und genau diese Märkte sucht man auf der Liste vergeblich. Ein Anbieter, der Ecken und Karten als Live-Märkte bewirbt, tut das ausserhalb des Schweizer Bewilligungsrahmens. Beim Esport gilt Ähnliches: Esport erscheint auf der Gespa-Liste nicht. Zu virtuellen Sportarten ist damit nichts gesagt – über deren Zulässigkeit ist an dieser Stelle nichts festgehalten, und eine Aussage darüber wäre geraten.

Wer als Anbieter ohne Schweizer Bewilligung auftritt

Ausländische Bewilligungen – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land – haben in der Schweiz keine Geltung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht kein Schutz- und kein Fairplay-Kontrollsystem.

Die Sperrliste ist das Gegenstück dazu auf der technischen Ebene: Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019 und umfasste am Ende des Jahres 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Wer sich wundert, warum eine gesperrte Adresse am nächsten Tag wieder funktioniert, hat die Antwort: Der Betreiber wechselt die Domain schneller, als eine Behörde sie nachtragen kann.

Für die beiden Anbieter, die hier verglichen werden, heisst das Gegenteil: Sie sind die zwei Veranstalter, die interkantonales Recht für Sportwetten zulässt. Das ist ein geschlossenes System mit klaren Grenzen – wenige Anbieter, eine Liste erlaubter Sportarten und Märkte, Wohnsitzpflicht und Verifizierung. Es ist nicht automatisch die bequemere Wahl, aber es ist die einzige mit Schweizer Schutzmechanik, und wer diese Mechanik nicht braucht, sollte wenigstens wissen, worauf er verzichtet.

Spielerschutz bei Livewetten: Limiten, Pausen und Sperren

Livewetten haben ein Tempo, das jede andere Wettart in den Schatten stellt, und dieses Tempo ist die eigentliche Gefahr – nicht die einzelne Wette. Eine Partie dauert 90 Minuten. In diesen 90 Minuten kann ein Konto mehr Entscheidungen verlangen als ein ganzer Prematch-Abend. Wer das Tempo nicht begrenzt, begrenzt nichts.

Limiten, Pausen und Sperren als Werkzeuge

Die Limiten setzt in der Schweiz der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese 72 Stunden sind die wichtigste Zahl im ganzen Spielerschutz: Sie sind die Bremse, die eine Erhöhung in der Nacht verhindert. Der Gesetzgeber sieht für Erhöhungen 24 Stunden vor, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also nicht bei einem Anbieter, sondern landesweit – das ist der Unterschied zwischen einer Pause und einer Wand. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer mehrere Livewetten kurz hintereinander platziert, merkt von diesen Instrumenten zunächst nichts – das ist ihr Konstruktionsfehler. Verlustlimiten wirken über Tage und Wochen und werden an einem einzigen Abend nicht spürbar. Deshalb ist es nicht gleichgültig, wann man sie setzt: vor dem ersten Liveabend, nicht danach. Eine Limite, die man erst nach einem Verlust einrichtet, ist eine Reaktion. Eine, die vorher steht, ist eine Entscheidung.

Der Schutz an den Verkaufsstellen verdient eine nüchterne Einordnung. Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Diese Zahl beschreibt nicht eine Ausnahme, sondern eine Regel, die ungefähr die Hälfte der Zeit nicht greift.

Wo es Hilfe gibt und was das Konto einschränkt

Wer merkt, dass das Tempo ihm davonläuft, hat bei Swisslos mehr als eine Option: Verlustlimite senken, Zugang für 1 bis 180 Tage sperren, unbefristete Spielsperre eintragen lassen. Die unbefristete Sperre ist die einzige, die über den einzelnen Anbieter hinausgeht, weil sie im schweizweiten Register steht. Eine Limite hingegen bindet nur beim jeweiligen Veranstalter.

Dazu kommen die Beschränkungen, die das System selbst mitbringt und die man nicht selbst wählen muss: kein Kredit an Spielende, Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen, und ein Höchstbetrag, der in 30 Tagen überhaupt eingebracht werden kann. Diese Regeln wirken unabhängig von der eigenen Disziplin. Sie sind der stille Teil des Schutzes, und sie sind der Teil, der auch dann hilft, wenn man die Limiten nie anfasst.

Wer kein Einzelkonto bei einer ausländischen Marke hält, hat keinen Zugang zu diesen Instrumenten – nicht weil der Anbieter sie verweigert, sondern weil sein Konto nicht am schweizerischen Register hängt. Auch das ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen kann. Sie ist nur keine, die sich später revidieren lässt, wenn man sie braucht.

Die zehn Anbieter im Vergleich: wer Livewetten anbietet und für wen

Zehn Marken stehen hier nebeneinander, und die Reihenfolge ist keine Rangliste des Geschmacks. Zuerst kommen die beiden Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen, dann die acht ausländischen Marken, denen die Schweizer Bewilligung fehlt und die einander in diesem Punkt gleichen. Geprüft wurden Livewetten, Einsatzgrenzen und Auszahlungswege nach denselben Massstäben. Was ein Anbieter nach den hier belegten Angaben an Livewetten anbietet, steht bei ihm; wo zu einem Punkt nichts belegt ist, bleibt der Punkt offen und wird nicht mit einer Vermutung gefüllt.

1. Swisslos Sporttip: die einzige Adresse mit Livewetten an Konto und Schalter

Bewilligung. Swisslos ist über sein Produkt Sporttip einer der zwei Veranstalter, die interkantonales Recht für Sportwetten zulässt. Es liegt eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz vor, die Aufsicht führt die Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel.

Livewetten. Livewetten laufen online über Swisslos und die Sporttip App; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle einlösen. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit 1.00 werten. Wer also den Treffer verpasst hat, verliert den Einsatz nicht – aber der Treffer ist auch nicht seiner. Cash-Out gibt es live und vor Spielbeginn, aber nur online, nur vollständig, ohne Rückabwicklung und ohne Garantie für jeden Markt; der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn.

Einsatz und Quote. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, der Quotenboost nur online für Prematch-Einzelwetten; beide sind einmal pro Wettenden nutzbar, limitiert, und bei Cash-Out verfällt der Boost.

Geld und Auszahlung. Spielguthaben kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und nur solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung und wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein Konto im eigenen Namen gratis; ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben ist nicht auszahlbar.

Bewertung. Hier liegt die einzige Kombination aus bewilligtem Livebetrieb, App, Verkaufsstelle und Schweizer Spielerschutzwerkzeugen, die das Land kennt. Wer den Wettschein am Schalter einlösen will und trotzdem live setzt, findet diese Möglichkeit nur an dieser Stelle – dafür bindet die Bewilligung das Konto an das Vertragsgebiet, verlangt einen Nachweis und legt den Auszahlungsweg auf ein Konto im eigenen Namen fest.

2. Loterie Romande Jouez Sport: Livewetten nur auf der Plattform

Bewilligung. Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, und der zweite Veranstalter, den interkantonales Recht zulässt. Auch hier liegen eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz vor, unter Aufsicht der Gespa.

Livewetten. An den Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne.

Netz und Grösse. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Diese Dichte ist die Stärke des Hauses, und sie gilt für den Vorlauf, nicht für den Livebetrieb.

Bewertung. Wer im Kanton Genf oder Waadt spontan während der zweiten Halbzeit einsetzen will, findet an der Verkaufsstelle keine Hilfe. Ein zweiter Weg zur selben Wette besteht bei diesem Veranstalter nicht, und das ist die Grenze, an der die Verkaufsstellendichte ihren Wert verliert.

3. Sportuna: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Werkzeuge

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Geltung.

Was das bedeutet. Kein Anschluss an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden.

Bewertung. Das Konto ist nicht da, wo die Limiten und Sperren liegen, die in der Schweiz wirken. Ob die Marke Livewetten führt, lässt sich nur im eigenen Wettprogramm prüfen, und diese Prüfung findet vor dem ersten Einsatz statt und nicht danach.

4. PowBet: der Schweizer Vermerk entscheidet, nicht das Angebot

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Die Gespa kann die Domains blockieren; ein Konto hier hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, und ein Rechtsweg in der Schweiz besteht nicht.

Bewertung. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung ist kein schlechteres Produkt, sondern ein Produkt in einem anderen Rechtsraum. Wer diesen Wechsel bewusst will, sollte ihn auch dann wollen, wenn die Livewetten dort verlockender aussehen als das Angebot der beiden Veranstalter.

5. 1Bet: keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Kein Zugang zu einer unbefristeten Spielsperre, die schweizweit gilt.

Bewertung. Bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung entscheidet der Anbieter allein über Limiten und Auszahlungen. Wie er das handhabt, steht in seinen Bedingungen, und dort gehört es gelesen.

6. BillyBets: der blockierbare Domainname als Risiko

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Die Adresse kann jederzeit auf der Sperrliste auftauchen, und blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt.

Bewertung. Ein Konto, das an einer Domain hängt, ist an etwas hängig, das die Schweizer Behörde jederzeit ausschalten kann. Was ein blockierter Zugang mit offenen Wetten macht, ist die Frage, die man vorher stellt.

7. GG.BET: Livebetrieb ohne Schweizer Aufsicht

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Keine Schweizer Aufsicht, keine Fairplay-Kontrolle nach Schweizer Massstab, keine Schweizer Beschwerdestelle.

Bewertung. Was hier live angeboten wird, entzieht sich der Schweizer Prüfung vollständig. Wer Livewetten ausgerechnet an dieser Stelle sucht, sucht das Tempo ohne das Geländer.

8. Betclic: ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Die ausländische Bewilligung gilt im Land ihres Ursprungs, in der Schweiz nicht.

Bewertung. Der Name ist bekannt, die Wirkung der Bewilligung beschränkt. Erfahrene Spielende einer solchen Marke sollten die Spielerschutzwerkzeuge dort selbst einrichten, weil kein landesweites Register sie für sie hält.

9. Gamdom: kein Schweizer Schutz, nur Hausregeln

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Limiten, Pausen und Sperren sind hier Produktbedingungen eines Unternehmens, nicht Instrumente eines Registers.

Bewertung. Wer sein eigenes Verhalten begrenzen will, ist bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung auf eigene Disziplin und auf die Bedingungen des Anbieters angewiesen. Das ist weniger verlässlich als eine Sperre, die landesweit gilt.

10. Bruce Bet: Vergleich allein reicht nicht als Zulassung

Bewilligung. Ohne Schweizer Bewilligung.

Was das bedeutet. Wer hier spielt, tut es ausserhalb des Schweizer Bewilligungsrahmens.

Bewertung. Der Platz in dieser Zusammenstellung ist kein Qualitätsurteil über das Angebot. Er hält einen Tatbestand fest, der den ganzen Anbieter betrifft und von dem aus alles Weitere zu lesen ist.

Was der Vergleich über die beiden bewilligten Anbieter zeigt

Zwischen Swisslos und der Loterie Romande geht es nicht um Qualität, sondern um Zugang – und der Zugang ist nicht vergleichbar, sondern ausschliessend. Wer im Kanton Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport führen, und wer im Kanton Genf wohnt, keines bei Swisslos. Die Wahl zwischen den beiden findet nicht statt; sie ist entschieden, sobald die Adresse feststeht. Das ist die eine Besonderheit dieses Marktes.

Die zweite ist die Verlagerung des Livebetriebs auf den Bildschirm. Jouez Sport verkauft an 2’350 Verkaufsstellen nur Prematch-Wetten und überlässt Livewetten der Plattform; Sporttip lässt die App-Wette per QR-Code zurück in die Verkaufsstelle wandern. Beide Wege sind buchhalterisch ähnlich und praktisch nicht. Wer einen Schalter in der Nähe hat und das Gespräch sucht, fährt mit dem einen besser. Wer nachts um elf noch einen Live-Markt öffnen will, mit dem anderen.

Für diese Wahl gibt es einen Massstab, der sich mit einer Rechnung prüfen lässt. Wie viel eine gewonnene Wette zurückbringt, folgt aus Einsatz mal Quote. Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 2.50 ergibt sich ein Rückfluss von CHF 25.00, also ein Nettogewinn von CHF 15.00. Dieser Wert ist unabhängig davon, ob die Wette vor dem Anpfiff oder in der 70. Minute abgegeben wurde und bei welchem der beiden Veranstalter sie liegt.

Daraus folgt eine Bandbreite, die man kennen sollte, statt eine Zahl zu suchen. Der Rückfluss liegt zwischen CHF 10.00 und CHF 25.00 – die Untergrenze bei Quote 1.00, jener Wertung, die greift, wenn eine Wette nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert wurde oder der Veranstalter wegen einer spielentscheidenden Situation so entscheidet, die Obergrenze bei einer gehaltenen Quote von 2.50. Dass die Untergrenze überhaupt vorkommt, ist der eigentliche Punkt dieser Rechnung: Der Livebetrieb hat eine systematische Möglichkeit eingebaut, einen Einsatz zurückzugeben, ohne dass je eine Chance bestand.

Der Vergleich zwischen den beiden Bewilligungen endet damit an einer unerwarteten Stelle. Er endet bei der Zahl 1.00. Alles, was Livewetten sonst unterscheidet – Marktbreite, App, Schalternähe, Quoteneinstellung –, ist Beiwerk vor dieser einen Regel, und wer sie kennt, weiss wenigstens, wem er beim Setzen zusieht.

Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz

Wie laufen Livewetten ab, und warum steht auf dem Wettschein Minuten später eine andere Quote?

Eine Quote schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses in genau diesem Moment. Ein Tor, ein Platzverweis oder ein Wechsel verschiebt diese Schätzung sofort. Mit abnehmender Restspielzeit wird die Quote extremer. Der Veranstalter hat kein Interesse daran, dass sie sich während des Spiels nicht bewegt – Bewegung ist das Produkt.

Sind Livewetten in der Schweiz überhaupt erlaubt?

Ja, und zwar für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die auf der behördlichen Liste stehen; nur bewilligte Veranstalter dürfen sie anbieten, und das sind Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Für einen Onlinezugang braucht es Wohnsitz in der Schweiz und im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ausländische Bewilligungen haben hier keine Geltung.

Was geschieht mit einer Wette, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird?

Bei Sporttip zählt sie mit Quote 1.00. Der Einsatz wird also zurückgegeben und es entsteht kein Gewinn. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder einer Entscheidung des Videoschiedsrichters kann Swisslos Wetten ebenfalls mit 1.00 werten. Die Wette gilt dabei unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird.

Kann ich Livewetten bei Jouez Sport auch an der Verkaufsstelle abschliessen?

Nein. An den Verkaufsstellen der Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal gibt es ausschliesslich Prematch-Wetten. Livewetten bietet die Internet-Spielplattform der Loterie Romande, und teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. Wer live setzen will, braucht also das Onlinekonto und kein Wetterfassungsterminal.

Zählen Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Fussball kann ein Last-Minute-Treffer in der Nachspielzeit also zählen, ein Elfmeter im Penaltyschiessen dagegen nicht.

Was bewirken Verlustlimiten, wenn mehrere Livewetten kurz hintereinander abgegeben werden?

Sie wirken über Tage und Wochen und sind an einem einzigen Abend kaum spürbar. Bei Swisslos sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sein Konto schützen will, setzt die Limite vor dem ersten Liveabend, nicht danach.

Was bleibt: Livewetten sind ein Tempo, kein Vorteil

Wer bis hierher gelesen hat, kennt die entscheidende Zahl. Es ist nicht die Quote eines Live-Marktes und nicht der Kombiboost. Es ist die 1.00, mit der eine Wette gewertet wird, die zu spät kam, und die 72 Stunden, die eine Erhöhung der Verlustlimite bremsen. Die eine schützt den Anbieter, die andere den Spielenden, und beide stehen in denselben Bedingungen, die kaum jemand liest.

Der Schweizer Markt für Livewetten ist damit ein Markt der klaren Grenzen. Zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste erlaubter Sportarten und Wettarten, Wohnsitzpflicht, ein Bewilligungsnachweis, eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Das ist enger als in vielen Nachbarländern. Es ist auch der einzige Rahmen, in dem eine Sperre hierzulande tatsächlich landesweit gilt.

Die Wahl, die dieser Vergleich offenlegt, verläuft nicht zwischen zwei Anbietern, sondern zwischen zwei Rechtsräumen. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, bekommt bei Sporttip Livebetrieb, App, Verkaufsstelle und Spielerschutz in einem Konto. Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, bekommt bei Jouez Sport den dichtesten Verkaufsstellenapparat der Schweiz für den Vorlauf und einen Livebetrieb, der ausschliesslich auf dem Bildschirm stattfindet. Wer zu einer der acht ausländischen Marken geht, bekommt mehr Auswahl und weniger Geländer – und die eine Sache, die er dort nicht bekommt, ist eine Sperre, die auch dann noch hält, wenn der Bildschirm schon aus ist.

Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»