League-of-Legends-Wetten in der Schweiz – warum die zwei Veranstalter draussen bleiben
Ladevorgang...
Die kurze Antwort auf die Frage, wo man in der Schweiz auf League of Legends wetten kann: bei den zwei Veranstaltern, die hier Sportwetten anbieten dürfen, nirgends. E-Sport kommt in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 10.09.2026 nicht vor. Wetten sind nur auf Ereignisse dieser Liste erlaubt, und was nicht auf ihr steht, darf ein bewilligter Veranstalter nicht bespielen.
Was daraus folgt, ist unbequem und trotzdem der eigentliche Inhalt dieses Artikels: Jedes LoL-Wettangebot, das ein Schweizer Publikum erreicht, stammt von einer Adresse ohne Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung. Das ist kein Graubereich, in dem man sich einrichten könnte, sondern der schlichte Befund der Aufsichtsliste.
Die Wahl, um die es hier geht, ist deshalb keine zwischen zehn Buchmachern mit demselben Produkt. Sie verläuft zwischen zwei Wegen. Der eine führt über Swisslos und die Loterie Romande, die kein LoL, aber dafür alles haben, was der Schweizer Rahmen an Schutz und Verbindlichkeit hergibt. Der andere führt dorthin, wo die LoL-Märkte tatsächlich liegen – und lässt genau diesen Rahmen zurück. Welcher Weg zu wem passt, entscheidet sich an wenigen Merkmalen, die im Abschnitt «Der Vergleich: Zehn Adressen, zwei Bewilligungen, ein leeres Mittelfeld» in Ruhe aufgeführt werden.
Stand der Angaben: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die öffentlich einsehbaren Bewilligungs- und Regelwerksangaben von Swisslos, der Loterie Romande und der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa.
Der Rahmen, in dem die Schweiz Sportwetten zulässt
Die Bastelei mit einer dritten Lizenz funktioniert nicht, weil die Schweiz das Geschäft anders aufgebaut hat als Nachbarländer. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt. Bewilligungen gibt es als Veranstalterbewilligung und als Bewilligung pro Spiel, und sie gelten nur in der Schweiz. Eine Vergabe, die beide Ämter verteilt hat.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Diese zwei sind Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt also keinen weiteren Bewilligungsinhaber, den man übersehen hätte, keine Warteliste und kein Verfahren für Neue.
Was die beiden anbieten dürfen, steht in der Gespa-Liste: zugelassene Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Eck- und Kartenmärkte fehlen in der Liste. Ein E-Sport-Abschnitt fehlt ebenfalls.
Wer wo ein Konto eröffnen darf
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Zwei Veranstalter, zwei Landesteile, eine Aufsicht. Wer in Zürich wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht zum Zug; wer in Genf wohnt, nicht bei Sporttip. Das ist keine Schikane, sondern die Konstruktion, und sie ist der Grund, warum die Frage nach dem Wohnkanton vor der Frage nach der Quote kommt.
Was die beiden im Wettbetrieb führen, ist Handwerk: Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten, dazu Livewetten. Ausgezahlt wird nach Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Keine dieser Wettarten führt zu einem LoL-Markt, weil der Titel fehlt.
Wie eine Sportwette hier mit dem E-Sport umgeht
Der Spielplan der Ligen und der Weltturniere ist öffentlich einsehbar. Wer die Worlds verfolgt, findet Termine, Teams und Ergebnisse ohne Mühe, und die Frage nach dem Titelträger stellt sich am Küchentisch jedes Jahr neu. Nur endet dieser Weg nicht auf einem Schweizer Wettschein.
Wettbewerbe liegen offen, das Wettangebot dazu nicht. Das ist der ganze Befund.
Eine zweite Schranke kommt hinzu: Auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige mitwirken, darf nicht gewettet werden. Wie die Aufsicht das auf einzelne Turnierformate anwendet, gehört zu ihren Verfahren und nicht zu einem Ratgeber. Fest steht nur, dass E-Sport in der Liste fehlt. Ein Angebot dazu in der Schweiz stammt damit nicht von einem bewilligten Veranstalter.
League of Legends: Spielplan, Turniere und was auf einem Wettschein landet
League of Legends lässt sich als Wettsportart grob in dieselben Familien einteilen, die auch in anderen Sportarten stehen. Der Markt kennt den Sieger einer einzelnen Partie, den Sieger einer Serie über mehrere Spiele, Handicaps auf Karten, Summen über Kills oder Spieldauer und Spezialmärkte auf einzelne Spieler. Dass ein Anbieter aus dieser Familie schöpft, sagt nichts darüber, dass er das in der Schweiz darf.
Wer sich für die Weltturniere interessiert, stösst auf denselben Unterschied. Die Qualifikation, die Gruppenphase und die K.-o.-Runde sind öffentlich dokumentiert; ob ein Veranstalter sie bespielen darf, entscheidet die Liste und nicht das Interesse. Bei LoL fehlt der Eintrag, und damit fehlt die Bewilligung. Wer auf ein Turnier setzen will, muss sich also zuerst die Frage stellen, ob sein Anbieter für dieses Land überhaupt zuständig ist.
Zwei Quoten sind keine Marge
Zwei Adressen können 1.90 auf dieselbe Seite kleben und trotzdem verschieden teuer sein, weil die Gegenquote anders aussieht. Die Einzelquote sagt nichts über die Marge; erst das Zahlenpaar sagt es, und das Paar steht selten auf einer Werbefläche.
Ein Rechenbeispiel mit runden Zahlen, ausdrücklich als Beispiel und nicht als gesichteter Preis: Ein Markt mit zwei Ausgängen, beide zu 1.90. Wer beide Seiten so quotiert, verkauft ein Buch, bei dem er deutlich mehr behält, als jeder Schweizer Veranstalter je verlangen würde.
Was das dem Leser bringt: Die Zahl neben der Quote ist der eigentliche Preisschild. Wer zwei Anbieter vergleichen will und nur eine Seite betrachtet, vergleicht nichts.
Was eine Doppelquote von 1.90 in der Rechnung ergibt
Der Auszahlungsanteil eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten über alle Ausgänge; die Marge ist 1 minus diesen Anteil. Bei einem angenommenen Zweiwege-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten liegt der Auszahlungsanteil bei rund 52.6 %, und damit bleibt dem Buchmacher eine Marge von ungefähr 47 %.
Real bewegt sich die Marge eines echten Zweiwegemarktes im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Der Vergleich der beiden Zahlen ist der Punkt: Ein Buch mit 1.90 auf beiden Seiten eines echten Zweiwege-Marktes wäre für den Buchmacher ein Verlustgeschäft – die Quote müsste auf mindestens 2.00 summiert werden, um die Marge um null zu halten, und darunter liegt sie bei dem, was bei Sportwetten üblich ist. Bei echten Quoten sind die 47 % eine Ausnahme, nicht die Regel.
Diese Zahl ist eine Schätzung über viele Wetten unter der Annahme, dass nur die beiden genannten Quoten gelten und beide Ausgänge gleich wahrscheinlich sind. Sie sagt nichts darüber, ob eine einzelne Wette gewinnt, und nichts über die tatsächliche Marge eines konkreten LoL-Marktes — für LoL gibt es in der Schweiz ohnehin keinen.
Der Vergleich: Zehn Adressen, zwei Bewilligungen, ein leeres Mittelfeld
Eine Rangliste über LoL-Wetten in der Schweiz steht vor einem Widerspruch, den sie nicht wegbekommt. Die zwei Adressen, die hier Sportwetten veranstalten dürfen, haben kein LoL-Angebot. Die Adressen mit LoL-Angebot haben hier keine Bewilligung. Wer die Liste trotzdem ordnet, muss sagen, wonach.
Die folgenden zehn Anbieter sind nach denselben Kriterien aufgenommen: Bewilligungsstatus in der Schweiz sowie der Veranstalter oder die berichtete Bewilligung. Was fehlt, ist ein Vergleich der LoL-Märkte selbst — bei den zwei Schweizer Veranstaltern, weil kein Markt da ist, bei den übrigen, weil die Bewilligung fehlt.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Aufsicht Gespa |
| Betovo | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| PowBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| Betwinner | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung: nicht erstellt |
Zwei Zeilen mit Substanz, acht Zeilen mit demselben Eintrag. Das ist keine schwache Tabelle, sondern die Lage. Eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Wirkung, und deshalb steht sie in der zweiten Spalte nicht als Argument, sondern als leerer Platz.
Wohin das eigene Konto gehört
Bei einem der beiden Schweizer Veranstalter braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Bei einer Adresse ohne Schweizer Bewilligung entfällt genau das. Keine Schweizer Aufsicht, kein Zugriff auf das hiesige Sperrregister, kein Beschwerdeweg an eine Schweizer Stelle. Wer dort spielt, spielt nach Hausregeln, und Hausregeln lassen sich ändern, ohne dass jemand hier zustimmen muss.
Betovo, Coolzino, PowBet und die anderen: was acht Adressen hier sind
Betovo, Coolzino, PowBet, Betwinner, Betify, Jackbit, Sportaza und BetAlright haben alle eines gemeinsam: keine Schweizer Bewilligung. Für jede dieser Adressen gilt, dass nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz veranstalten dürfen, dass eine berichtete Bewilligung aus dem Ausland hier keine Wirkung entfaltet und dass keine dieser Seiten an das Schweizer Sperrregister angeschlossen ist. Ein Schweizer Rechtsweg gegen sie besteht nicht.
Was passiert, wenn eine dieser Adressen auf die Gespa-Sperrliste kommt, ist ebenfalls allen acht gemeinsam: Die Domain wird per DNS blockiert, und die Anbieter wechseln innert Stunden die Adresse. Die Aufsicht nennt dieses Domain-Hopping und nennt als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home; bet365 führt sie ebenfalls auf der Liste.
Wer für wen in Frage kommt
Diese acht Namen sind in diesem Artikel beschrieben, nicht empfohlen. Wer unbedingt auf eine LoL-Partie setzen will, findet dort sein Angebot. Er findet dort aber auch ein Konto ohne Schweizer Identitätsprüfung, ohne Verlustlimite, die ein hiesiger Veranstalter verlangen müsste, und ohne die Möglichkeit, sich über das schweizweite Sperrregister selbst zu sperren. Wer sich unsicher ist, was er mit einer Quote anfangen würde, sollte den ersten Weg wählen. Wer weiss, was er tut, entscheidet es selbst.
Was eine blockierte Adresse real bedeutet
Betovo, Coolzino, PowBet, Betwinner, Betify, Jackbit, Sportaza und BetAlright unterscheiden sich in der Adresse und nicht im Status. Wer bei einer von ihnen ein Guthaben liegen lässt, verlässt sich darauf, dass die Adresse stabil bleibt. Genau das ist sie nicht: Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und die Liste wächst mit jeder Runde.
Wer das trotzdem versucht, sollte zwei Dinge wissen. Erstens gibt es in der Schweiz keinen Mechanismus, der Zahlungen an ausländische Wettseiten blockiert; Karte und E-Wallet zahlen durch, die Aufsicht blockt die Domain. Zweitens erfasst das Sperrregister nur Konten bei den bewilligten Veranstaltern, nicht bei den ausländischen. Wer sich sperrt, sperrt sich bei den zwei, nicht überall.
Bewilligung, Aufsicht und der Unterschied zwischen «erlaubt» und «verfolgt»
Der Satz, der unter jedem LoL-Wettangebot fehlt und hier steht: Eine Bewilligung aus dem Ausland hat in der Schweiz keine Wirkung. Ein Veranstalter bewilligt seine Spiele selbst; die Aufsichtsbehörde prüft und kontrolliert das Angebot, sie erteilt aber keine Einzelerlaubnis für jeden Markt. Was auf der Liste steht, darf gespielt werden, was nicht darauf steht, nicht. Die Liste ist abschliessend.
Für den Leser heisst das: Der Ausdruck «lizenziert» auf einer ausländischen Seite sagt nichts über die Schweiz. Der einzige Status, der hier etwas bedeutet, ist der Status beim Schweizer Veranstalter, und den haben zwei.
Die Aufsichtsbehörde ist die Gespa mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielgesetz und das Geldspielkonkordat. Nicht zuständig ist die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt.
Was Bewilligungen und Auflagen kosten
Jede Bewilligung bringt Auflagen mit, und die Auflagen sind der Preis. Wer als Veranstalter auftritt, muss die Zahl der Konten pro Person begrenzen, eine Identität prüfen und die Regel für Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen anwenden. Das schränkt das Angebot ein, und LoL fällt unter diese Einschränkung.
Wer als Spieler teilnimmt, zahlt den Preis an einer anderen Stelle: Limiten vor der ersten Wette, Wartezeit bei der Erhöhung, eine Auszahlung nur auf das eigene Konto. Was wie eine Formalität aussieht, ist der Teil des Geschäfts, den ein ausländischer Anbieter wegfallen lässt.
Wie die Aufsicht das Angebot tatsächlich prüft
Die Aufsichtsbehörde arbeitet mit Stichproben. Bei Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Regeln als lückenlos darstellt, hat diese Zahl nicht gelesen. Wer sie kennt, versteht, warum die Aufsicht dranbleibt.
Limiten, Spielsperre und die Rolle des eigenen Kontos
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der interessante Teil. Wer den Betrag erhöhen will, muss warten, und die Wartezeit ist der eigentliche Mechanismus – nicht die Zahl.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also breit, nicht nur bei einer Firma.
Bei einer Adresse ohne Schweizer Bewilligung ist all das Hausregel. Ein Limit, das nicht per Gesetz und nicht über ein Register läuft, hat niemand, der es gegen den eigenen Willen hält.
League of Legends im Wetten: Was es in der Schweiz braucht, damit es geht
Ein LoL-Markt bei einem der zwei Veranstalter hätte zwei Voraussetzungen. Die Sportart müsste auf der Gespa-Liste stehen, und das Format des Wettbewerbs müsste sich in die erlaubten Wettarten einfügen. Die erste Voraussetzung fehlt. Ob die zweite je erfüllt wäre, hängt an einer Entscheidung, die hier nicht ansteht.
Was bleibt, ist die öffentliche Dokumentation des Spielplans. Wer sich informiert, tut das ausserhalb des Wettmarktes, und das ist der einzige Teil, der ohne Bewilligung zugänglich ist.
Was eine bewilligte Wettabgabe im Betrieb leisten muss
Sporttip bringt Regeln mit, die man kennt, bevor man sie braucht. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenso mit 1.00 werten.
Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahren; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Ein Hinweis zu diesen Erhöhungen: Sie wirken auf den *Nettogewinn*, nicht auf den Einsatz, und nur auf Kombinationen mit Mindestquote. Wer den Kombiboost rechnet, rechnet auf einer Zahl, die erst nach der Mindestquote zustande kommt. Zufriedenstellend, aber nicht grosszügig.
Ein- und Auszahlungen bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.
Bei der Auszahlung gehen innerhalb von 365 Tagen höchstens zwei Auszahlungen gratis. Ab der dritten kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.
Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Das ist die Frist, die man am Abend vergisst und ein halbes Jahr später bereut.
Kredite an Spielende sind nicht zulässig. Was das für einen Vergleich bedeutet: Ein bewilligter Veranstalter kann einem nicht mehr nehmen, als auf dem Konto liegt.
Recht: Was unterliegt hier dem Geldspielgesetz und was nicht
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Der Rahmen umfasst zwei Bewilligungen pro Anbieter — eine für den Veranstalter, eine pro Spiel — und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt.
Für den Einzelnen stehen 18 Jahre, eine verifizierte Identität und ein Konto pro Person. Für das Onlinekonto kommt der Wohnsitz in der Schweiz und praktisch im Gebiet des Veranstalters hinzu.
Auf Sportwetten selbst gibt es in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze. Wer das Gegenteil liest, liest eine Zahl, die es nicht gibt.
Verlustlimiten, Spielsperre und wo im Ernstfall geholfen wird
Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Der Veranstalter muss Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen, und in der Schweiz gibt es keinen gesetzlich festgeschriebenen Einzahlungsdeckel. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Statut nach 24 Stunden; die beiden Veranstalter wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Die Spielsperre erfasst überschuldete oder spielsuchtgefährdete Personen und die Selbstsperre, und beide werden in einem gemeinsamen Register ausgeschlossener Personen geführt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Wer eine Sperre sucht, findet sie bei den beiden Veranstaltern und in den Casinos. Wer auf einer Seite ohne Schweizer Bewilligung spielt, kommt in diesem Register nicht vor – ein Punkt, der in der Werbung selten steht.
Steuern auf Wettgewinne: der Freibetrag und was darüber passiert
Gewinne aus einem bewilligten Schweizer Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000; im Jahr 2025 betrug er CHF 1’070’400. Wer CHF 500 gewinnt, zahlt darauf also keine Einkommenssteuer.
Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Der Schwellenwert unterscheidet sich je nach Kanton, und deshalb ist keine einzelne Kantonszahl die Wahrheit.
Gewinne bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung liegen anders. Verrechnungssteuer fällt keine an, dafür greift die Einkommenssteuer: Die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Bei konkreten Fragen hilft der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenzen des Erlaubten
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist strafbar und mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht. Das erklärt den Ton dieses Artikels: Beschreiben und bewerten ja, empfehlen nein.
Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Aufsicht. Im Jahr 2025 gab die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Was ein Bonus wert ist, steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, nicht in seiner Werbung.
Eine Uhrzeit, zu der Werbung verboten wäre, gibt es nicht. Die Aufsicht setzt bei den Inhalten an, nicht bei der Sendezeit. Wen das überrascht, hat den Aufsichtsstil dieser Behörde noch nicht kennengelernt.
Die Sperrliste: Warum eine Adresse von heute keine für morgen ist
Die Aufsicht führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blocken. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains.
Für den Spielenden heisst das: Die Domain von heute ist nicht die von morgen. Wer sein Guthaben dort liegen lässt, verlässt sich auf eine Infrastruktur, die unter Druck steht. Wer eine Adresse sucht, die stabil bleibt, sucht bei den zwei bewilligten Veranstaltern.
Was das für das eigene Budget bedeutet, hängt an einem Fall, den niemand gern durchrechnet: Wenn die Adresse blockt, ist die Einzahlung weg und die Auszahlung nicht mehr fällig. Das ist keine Prognose, sondern die Folge eines Rahmens, in dem keine Schweizer Stelle zuständig ist.
Wer auf LoL setzen will und wer lieber bei den zwei Veranstaltern bleibt
Zwei Wege, zwei Preise. Der Weg über Swisslos oder die Loterie Romande kostet die Freiheit, das zu wetten, was man gerade spannend findet – LoL gibt es dort nicht. Er liefert dafür eine Identitätsprüfung, eine Verlustlimite, die man nicht in einer Sekunde hochsetzt, eine Spielsperre, die über die Firma hinausgeht, und eine Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen.
Der Weg zu einer Adresse ohne Schweizer Bewilligung kostet genau diesen Rahmen und gibt dafür die LoL-Märkte. Keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, kein Beschwerdeweg, und bei einem ausländischen Gewinn die kantonale Steuerpraxis. Wer das einmal so nebeneinandersetzt, sieht, dass die Wahl nicht zwischen guter und schlechter Quote verläuft, sondern zwischen zwei sehr verschiedenen Konten.
Für einen Leser, der zum ersten Mal über eine Wette nachdenkt, ist die Sache klar: Wer nicht sicher ist, was er von einer Quote halten soll, bleibt bei den zwei. Wer weiss, was eine Marge ist und was ein Limit für ihn bedeutet, entscheidet selbst – und weiss dann wenigstens, was er aufgibt.
Langweilig ist hier kein Vorwurf. Die bewilligte Schweizer Sportwette ist die langweilige Variante, und das ist ihre Stärke.
Häufige Fragen
Sind Wetten auf League of Legends bei Swisslos oder der Loterie Romande möglich?
Nein. E-Sport steht nicht auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und diese Liste ist abschliessend. Die beiden Veranstalter dürfen nur bewerben, was darauf steht. Wer auf eine LoL-Partie setzen will, findet in der Schweiz deshalb kein Angebot, unabhängig davon, welche Quote eine ausländische Seite anzeigt.
Was bedeutet es, dass E-Sport nicht auf der Liste der Gespa steht?
Dass es in der Schweiz keinen bewilligten Wettmarkt darauf gibt. Die Liste nennt die erlaubten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und was nicht darin vorkommt, darf ein bewilligter Veranstalter nicht bespielen. Die Folge ist eine geschlossene Auswahl: Rennen, Ballspiele und andere aufgeführte Sportarten, aber kein E-Sport und damit auch keine LoL-Weltmeisterschaft auf einem Schweizer Wettschein.
Welchen Schutz bietet eine Schweizer Bewilligung, den eine ausländische Seite nicht bietet?
Vor allem Kontrolle: eine verifizierte Identität, ein Konto pro Person, selbst gesetzte Verlustlimiten und die Spielsperre im schweizweiten Register. Dazu die Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen und der Steuerfreibetrag für bewilligte Grossspiele. Eine Seite ohne Schweizer Bewilligung liefert davon nichts, weil ihre Bewilligung hier keine Wirkung entfaltet.
Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung besteuert?
Anders als bei einem bewilligten Schweizer Grossspiel. Verrechnungssteuer fällt auf einen ausländischen Gewinn nicht an, dafür greift die Einkommenssteuer: Die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Wer im Ausland spielt, klärt das mit der eigenen kantonalen Steuerverwaltung.
Welche Verlustlimiten müssen bei einem Schweizer Veranstalter vor der ersten Wette gesetzt werden?
Vor der ersten Teilnahme müssen Limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Was ist die Sperrliste der Gespa, und was bedeutet sie für Wettseiten aus dem Ausland?
Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blocken. Sie umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Für Wettseiten aus dem Ausland heisst das: Eine blockierte Adresse wird innert Stunden ersetzt, die Aufsicht nennt das Domain-Hopping. Namen wie Interwetten und Bet-at-Home stehen auf der Liste.
Sportarten – kombibonusch
Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»
