Zwei Bewilligungen, ein geschlossener Markt: Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz

Updated Oktober 2026
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Ein ausgetrockneter Fussballplatz mit Rasenstreifen im warmen Nachmittagslicht, im Hintergrund Palmen und ein flaches Stadiondach.

Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup setzen will, stösst auf eine Zahl, die jede Marketing-Erzählung dieser Branche sofort entwertet: zwei. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist der gesamte bewilligte Sportwettenmarkt des Landes. Kein zehnter Anbieter, kein Bonusvergleich, keine Auswahl zwischen Buchmachern, die sich gegenseitig mit Willkommenspaketen überbieten — sondern ein Duopol, das von einer interkantonalen Vereinbarung geschützt wird und dessen Quoten niemand unterbieten muss, weil niemand es darf.

Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden.

Oktober 29, 2026 — geprüft gegen die Bewilligungen und die Aufsichtsdaten der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) sowie gegen die Spielregeln von Swisslos und der Loterie Romande.

Die Kosten, über die hier zu reden ist, sind dreifach geschichtet, und nur die oberste Schicht springt ins Auge. Da ist der Preis, den jeder Buchmacher in jede Quote einbaut — die Marge — und der bei einem geschlossenen Markt nicht durch Wettbewerb zusammengedrückt wird. Da ist die Reichweite: ein Afrika-Cup ohne Schweizer Beteiligung, gespielt in Marokko, später in Kenia, Tansania und Uganda, während der bewilligte Anbieter nur Ereignisse aus einer behördlich geführten Liste anbieten darf. Und da ist der Aufwand, den ein bewilligtes Konto voraussetzt — Wohnsitz im richtigen Kanton, Ausweisprüfung, Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt werden müssen. Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil aussieht, nämlich die Enge des Angebots, ist von der anderen Seite betrachtet ein Vorteil: Die zwei Veranstalter kehren ihren Reingewinn an die Kantone und den Sport zurück, statt ihn an Aktionäre und Affiliate-Netzwerke auszuschütten. Der Betrag, um den es dabei geht, ist keine Randnotiz. Wer die Ablehnung des Duopols als Kosten verbucht, muss diese Gutschrift ehrlicherweise ebenfalls verbuchen.

Der Afrika-Cup selbst liefert reichlich Stoff für die Frage, was ein Ergebnis eigentlich ist und wem es gehört. Die letzte Ausgabe, der Afrika-Cup 2025, lief vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko, mit 24 Nationen, sechs Vierergruppen und einem K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand. Im Finale am 18. Januar 2026 stand Senegal gegen Gastgeber Marokko und gewann 1:0 nach Verlängerung — bis die CAF zwei Monate später das Spiel mit 3:0 für Marokko wertete, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Ein Wettschein auf dieses Endspiel war zu diesem Zeitpunkt längst ausgezahlt, und niemand weiss heute mit Sicherheit, welches Ergebnis die Statistik am Ende führen wird. Wer glaubt, eine Wette sei eine Angelegenheit zwischen ihm und dem Rasen, hat die Bürokratie noch nicht kennengelernt.

Die nächste Ausgabe ist der Afrika-Cup 2027, geplant vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda. Zur Qualifikation meldeten sich 54 Mannschaften an. Ob die Bewilligungsbehörde einzelne Spiele dieses Turniers in ihr Programm aufnimmt und in welchem Umfang, entscheidet darüber, ob aus den kommenden Monaten ein echtes Wettangebot wird oder nur eine Liste von Quoten, die man nirgends setzen kann. Das ist die Frage, die den Schweizer Markt von jedem anderen unterscheidet, und sie taucht in diesem Text an mehreren Stellen wieder auf, weil sie das ganze Angebot durchdringt.

Der Vergleich: zwei bewilligte Veranstalter und acht Plattformen ohne Bewilligung

Die Prüfung, die diesem Vergleich zugrunde liegt, ordnet nicht nach Werbung, sondern nach dem, was ein Konto tatsächlich leisten kann: Wer darf Sportwetten anbieten, wer kontrolliert den Ausgang, und was passiert mit dem Geld, wenn etwas schiefgeht. Die erste Spalte dieser Übersicht trägt bereits die ganze Entscheidung, denn zwischen einem Veranstalter mit interkantonaler Bewilligung und einer Plattform ohne solche liegt nicht ein gradueller Unterschied, sondern ein Wechsel des Rechtssystems.

Ein Fussball liegt auf rotbraunem Sand am Rand eines Dorfes, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt.
Plattform Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
1xBet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Funbet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
Pribet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz anerkannte Bewilligung

Was diese Tabelle nicht zeigt und was der wichtigste Satz dieses Abschnitts ist: Es fehlen nicht etwa neun bewilligte Anbieter, sondern es gibt sie nicht. Die Gespa publiziert keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt — sie führt nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer jahrelang nach dem «besten Schweizer Wettanbieter» gesucht und dabei eine Rangliste unter zehn Namen erwartet hat, hat nach einem Wettbewerb gesucht, den das Gesetz nicht vorsieht.

Der Afrika-Cup fällt auf dieser Liste in eine eigentümliche Lücke. Für die beiden bewilligten Veranstalter hängt ein Angebot zu diesem Turnier davon ab, ob die Aufsicht das Ereignis und die Wettart freigibt. Für die acht ausländischen Plattformen hängt nichts davon ab — sie können Quoten auf ein afrikanisches Gruppenspiel anbieten, weil keine Schweizer Liste sie bindet. Für Schweizer Spielende dreht sich damit der scheinbare Vorteil um: Gerade der Anbieter, der am wenigsten bieten darf, ist der einzige, bei dem ein Streitfall in der Schweiz verhandelbar wäre.

Afrika-Cup-Wetten für Schweizer Spielende: wie das Turnier aufgebaut ist

Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil — beim Afrika-Cup 2025 bedeutete das sechs Vierergruppen, aus denen die Gruppenersten und -zweiten weiterkamen, dazu die vier besten Gruppendritten, bevor das K.-o.-System begann. Nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden. Für den Spielenden ist diese Struktur kein Hintergrundwissen, sondern der Bauplan des Angebots: Jede Runde erzeugt eine andere Art von Wette, und jede hat ein anderes Kostenprofil.

Ein Bergpass in den Schweizer Alpen mit leerer Strasse und Schneeresten am Rand im ersten Frühlicht.
Im Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung.

Warum die Gruppenphase eine andere Wette ist als das Finale

In der Gruppenphase stehen an einem Spieltag mehrere Partien zur Auswahl, und die Favoritenverhältnisse sind in aller Regel klarer als in der K.-o.-Runde. Was auf den Quoten lastet, ist eine Mischung aus Einschätzung und Vorsicht: Ein später Gruppenspieltag, an dem eine bereits qualifizierte Mannschaft mit halber Kraft antritt, bringt Unsicherheit in den Ausgang, die in der Quote nicht zwingend sichtbar wird. Ein Team, das rotiert, ist für den Buchmacher schlechter zu modellieren als eines, das um das Weiterkommen kämpft. Genau dort verliert die Gruppe ihren Reiz und gewinnt ihre Falle. Die Quote wird üppiger, das Ergebnis unberechenbarer auf einer Achse, die mit Fussball wenig zu tun hat, und beide Bewegungen laufen nicht immer in dieselbe Richtung.

Die K.-o.-Runde schneidet den Kuchen anders. Hier gibt es Verlängerung und Elfmeterschiessen, und wer auf den Spielausgang setzt, muss vorher wissen, was «Spielausgang» überhaupt umfasst. Bei Sporttip zum Beispiel ist die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann für die Wette, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Diese eine Regel entscheidet bei jedem Viertelfinal, Halbfinal und bei jedem Endspiel über Sieg und Verlust, und sie steht nicht in der Marketing-Kommunikation, sondern im Regelwerk. Ein Stand von 1:1 nach 90 Minuten ist für eine Wette auf den Spielausgang eine andere Angelegenheit als für eine Wette auf den Turniersieger. Wer das verwechselt, hat nicht auf sein Team gewettet, sondern auf ein Missverständnis.

Der Kalender ist der dritte Faktor, und er lässt sich in Zahlen fassen. Der Afrika-Cup 2025 zog sich vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 über rund vier Wochen. Eine Endrunde dieses Formats produziert über den Jahreswechsel hinweg Spieltage im Abstand weniger Tage — für den Setzenden heisst das, dass Informationsvorteile sehr kurzlebig sind und Aufstellungen erst kurzfristig feststehen. Wer einen Abend vor dem Anpfiff setzt, weiss mehr als der Buchmacher von vor einer Woche; wer wochenlang vorher setzt, zahlt diese Wissenslücke mit in der Quote. Das ist keine Systemfrage, sondern eine Frage des Platzes in der eigenen Routine.

Die Torjägerkrone und warum Nebenmärkte eigene Kosten haben

Torschützenkönig des Afrika-Cups 2025 war Brahim Díaz aus Marokko mit fünf Toren. Am Rand der Hauptmärkte entstehen daraus scheinbar überschaubare Wetten. Sie sind es nicht. Wer auf einen Spieler setzt, hängt nicht nur an dessen Form und der Qualität seiner Mitspieler, sondern an der Anzahl Spiele, die sein Team erreicht. Wer nur bis zum Viertelfinal kommt, hat eine oder zwei Partien weniger Gelegenheit. Wer im Eröffnungsspiel verletzt ausscheidet, hat gar keine. Die Statistik, die man kauft, enthält eine Variable, die man nicht beeinflussen und kaum prognostizieren kann. Im Beispiel des Afrika-Cups 2025 kam eine zweite Ebene hinzu: Das Spiel um Platz drei entschied Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschiessen mit 4:2 — ein Ergebnis, das die Statistik der Beteiligten verändert, ohne dass es im Vorfeld planbar gewesen wäre.

Quoten und Marge beim Afrika-Cup: was der Auszahlungsschlüssel verschweigt

Quoten bilden zwei Dinge zugleich ab. Sie sind erstens die Einschätzung des Veranstalters, wie wahrscheinlich ein Ausgang ist. Sie sind zweitens der Ort, an dem er seinen Anteil einbaut — und dieser Anteil wird nie ausgewiesen. Bei einem 1X2-Markt lassen sich beide Dinge zusammenrechnen, und zwar exakt, ohne Interpretationsspielraum.

Nehmen wir ein illustratives 1X2-Beispiel mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 — ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis. Die Kehrwerte dieser drei Zahlen sind 0’476, 0’294 und 0’278, ihre Summe ist 1’048. Die Payout share des Marktes liegt damit bei rund 95 Prozent, und die Marge des Veranstalters bei rund 5 Prozent. Das ist der Bereich, in dem ein ordentlich bepreister 1X2-Markt liegt: Die Payout share bleibt unter 100 Prozent, und genau die Spanne dazwischen ist der Preis, den jeder Setzende mit jedem Einsatz bezahlt, unabhängig davon, ob die Wette gewinnt oder verliert. Die konkrete Zahl hängt an der Zusammenstellung des Marktes und an der Sportart, deshalb gehört hier eine Bandbreite hin: Bei breit gefächerten Märkten mit vielen Ausgängen liegt die Marge typischerweise höher als bei einem Markt mit nur zwei Ausgängen wie Über/Unter, und bei einem geschlossenen Markt wie dem Schweizer muss sie sich an keinem Wettbewerber messen lassen.

Bemerkenswert ist, wie unspektakulär dieser Preis in der Praxis wirkt. Fünf Prozent klingen nach einer Gebühr, die man kaum bemerkt, und das ist genau ihre Geschäftsgrundlage: Sie fällt auf jeden Einsatz, ob gewonnen oder verloren, und sie fällt so oft, wie das Wettprogramm bedient wird. Über ein Turnier mit Dutzenden Partien und einem intensiven Spielplan addiert sich das zu einer Summe, die mit keinem einzelnen Bonus vergleichbar ist — und die kein Anbieter benennen muss, weil keine Vorschrift ihn dazu zwingt.

Ein zweiter Posten an derselben Quotenseite ist der Booster. Bei Sporttip gelten Quotenboosts nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das Wort «Boost» suggeriert einen Geschenkbetrag; tatsächlich ist es eine Rabattmarke an einer einzigen Stelle, die unter Bedingungen steht, die man vorher lesen muss, und die im Moment der Auszahlung verschwindet.

Kombiwetten und Kombiboost: wo die Rechnung kippt

Eine Kombinationswette multipliziert die Quoten der Teile zu einem Preis — und multipliziert ebenso die Unwahrscheinlichkeit. Zwei Ausgänge mit je 2.00 ergeben 4.00, drei Ausgänge mit je 2.00 ergeben 8.00. Bei einer Verdopplung des Einsatzes von CHF 10 auf CHF 50 verdoppelt sich der Auszahlungsbetrag, und dieselbe Multiplikation, die diesen Betrag gross macht, macht die Wahrscheinlichkeit klein. Das ist keine Pointe. Es ist die einzige mechanische Eigenschaft, die über einen Kombischein entscheidet.

Sporttip hat an dieser Stelle eine Funktion, die das Prinzip der Kombination selbst betrifft: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der scheinbare Vorteil, einen Korrelationsgewinn über verbundene Ereignisse einzusammeln, ist ausdrücklich versperrt — und wer es trotzdem versucht, verliert im besten Fall den Ausgang, statt einen Preis zu kassieren.

Dann ist da der Kombiboost, und hier wird es für die Rechenfreudigen interessant. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live, Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von jeweils mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Die Staffelung ist ein Stillleben der Kombinationsmathematik. Bei vier Voraussagen erhält man 5 % auf den Nettogewinn. Bei fünfzehn Voraussagen erhält man 100 %. Zwischen vier und fünfzehn liegen aber nicht elf Stufen kleinerer Erhöhung, sondern elf zusätzliche Ausgänge, die alle eintreffen müssen, und deren Eintreffenswahrscheinlichkeiten sich multiplizieren. Der Sprung von 5 % auf 100 % sieht nach einem grosszügigen Anreiz aus, und er ist tatsächlich der schmale Preis einer Kombination, die so unwahrscheinlich ist, dass die Erhöhung fast nie fällig wird. Wer bei einem 1X2-Markt mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 auf die niedrigste Quote 2.10 setzt — der klarste Ausgang des Marktes —, hat 2.10 knapp über der Mindestschwelle von 1.50. Auf vier solchen Beinen reicht das. Für den 100-Prozent-Boost müsste dieselbe Person fünfzehn solcher Beine zusammenbekommen, und mit jedem zusätzlichen Bein sinkt der Anteil des Einsatzes, der als Erwartungswert zurückkommt, weiter unter die Payout share des Einzelmarktes. Das ist keine Betrugsgeschichte; es ist eine Staffelung, deren oberes Ende die Sache beschreibt, die am wenigsten eintritt.

Wer eine Kombiwette als Vervielfältigungsmaschine betrachtet, übersieht, dass er denselben Multiplikator auf der anderen Seite der Rechnung noch einmal anwendet: Der Anteil der Bankroll, der bei einer Serie von Kombinationen über die Zeit an die Payout share abfliesst, wächst mit jedem zusätzlichen Bein. Ein Kombischein verliert nicht mehr pro Wette — er verliert nur seltener, und dafür mehr auf einmal.

Turnierplan, Runden und Setzverhalten: von der Auslosung bis zum Endspiel

Das Interesse an Gruppenphase, Viertelfinal, Halbfinal und Finale lässt sich am besten als Zeitachse begreifen, auf der das Angebot nicht konstant ist. Sechs Vierergruppen bedeuten 36 Gruppenspiele, danach acht Achtelfinals, vier Viertelfinals, zwei Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Endspiel. Das sind acht Stationen eines Turniers, an dem die Zahl der Parallelpartien pro Spieltag nach jedem Schritt halbiert wird. In der Gruppenphase konkurrieren mehrere Spiele um die Aufmerksamkeit, in der K.-o.-Phase rückt jede einzelne Partie in den Fokus und wird länger und gründlicher analysiert.

Der Afrika-Cup 2025 bot für die letzte Ausgabe ein zusätzliches Timing-Detail, das jeder Planung zuvor entgegenstand: Das Turnier wurde wegen Terminkonflikten mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 vom Sommer 2025 auf den Jahreswechsel verschoben. Wer seinen Wettkalender auf den Sommer gelegt hatte, fand den Afrika-Cup stattdessen zwischen den Feiertagen. Das nächste Turnier kehrt in den Sommer zurück — der Afrika-Cup 2027 ist vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 angesetzt. Diese Rückkehr kollidiert nicht mit der Klub-WM, und das ist für den Setzenden ein realer Vorteil: Die Überschneidung mit der europäischen Sommerpause bedeutet, dass die Aufmerksamkeit der Buchmacher und der internationalen Berichterstattung stärker auf das Turnier fällt als beim Wintertermin.

Und dann ist da die Frage, wann der Schweizer Markt das alles überhaupt anbietet. Die Aufsichtsbehörde führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten; Qualifikationsrunden sind nur dann darin, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder auf das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe stehen nie darauf. Die Liste enthält keine Corner- und keine Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ob und wie weit der Afrika-Cup 2027 auf dieser Liste erscheint, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Wer jetzt einen Plan für die Endrunde macht, sollte ihn mit einem Blick in das Wettprogramm und in die Liste beginnen, nicht mit der Annahme, dass alles verfügbar sein wird.

Was am Afrika-Cup in der Schweiz erlaubt ist: zwei Bewilligungen und ein geschlossener Katalog

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos kontrolliert. Eine Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine weitere Liste bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt. Nettoerlöse fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das ist die erste Gutschrift auf der Kostenseite des Duopols.

Wie die zwei Veranstalter die Schweiz aufteilen

Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14 in Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Für einen Spielenden ist die Aufteilung keine Fussnote, sondern die Standortfrage. Ein Sporttip-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus, ein Jouez-Sport-Konto den Wohnsitz im Westschweizer Gebiet. Wer in Zürich wohnt und die Westschweizer Quoten prüfen will, findet keine Möglichkeit, dort ein Konto zu eröffnen, und umgekehrt genauso. Ein Umzug verändert damit ein bestehendes Konto, ein Ferienaufenthalt nicht. Diese Strenge ist kein Zufall, sondern der Preis dafür, dass die Erlöse in den Kantonen bleiben, in denen gespielt wird — wer die Wahlfreiheit über alles stellt, muss wissen, dass er sie hier gegen die kantonale Zweckbindung getauscht hat.

Ausländische Plattformen: was «ohne Schweizer Bewilligung» in der Praxis bedeutet

Die ausländischen Plattformen in dieser Übersicht — Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet und WirWetten — haben keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet wird, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder ein Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle.

Die praktischen Folgen sind konkret und lassen sich benennen, ohne dramatisch zu werden. Diese Plattformen sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen sie. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammte vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Vorgang, den die Aufsicht selbst als Domain-Hopping bezeichnet und bei dem sie Interwetten und Bet-at-Home namentlich nennt sowie bet365 als auf der Liste stehend erwähnt. Wer heute eine dieser Adressen erreicht, kann sie morgen ohne Vorwarnung nicht mehr erreichen, und das ist kein technisches Detail, sondern betrifft den Zugang zum eigenen Konto.

Die redliche Formulierung lautet: Ausländische Anbieter bedeuten keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, und Gewinne daraus sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Bewilligte Anbieter bedeuten vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, einen geschlossenen Katalog an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist per Voreinstellung «die sichere Wahl».

Der Katalog: was die Behörde überhaupt freigibt

Das bewilligte Angebot ist eine geschlossene Liste. Nur Sportwetten sind erlaubt — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steuert, was überhaupt angeboten werden darf. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Gesetz enthält keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters: Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Zu virtuellen Sportarten ist nichts festgestellt — dazu steht hier nichts. Esport erscheint nicht auf der Liste.

Der Cash-Out ist das beste Beispiel für eine Funktion, die nach Kontrolle aussieht und eine Kostenposition ist. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer vorzeitig aussteigt, verkauft einen Teil des möglichen Gewinns an den Veranstalter zurück — zu dessen Bedingungen, zu dessen Zeitpunkt und ohne Anspruch auf dieses Angebot überhaupt. Das ist kein Skandal. Es ist nur das Gegenteil dessen, was das Wort «Cash-Out» suggeriert: eine Option des Buchmachers, nicht des Kunden.

Ein verwandtes Detail aus dem Live-Bereich: Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in der Sekunde setzt, in der ein Tor fällt, hat nicht schneller reagiert als das System, sondern langsamer.

Verlustlimiten und Spielsperre: die Grenzen, die der Setzende selbst zieht

Die Schweiz kennt keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze. Was sie kennt, ist eine Pflicht des Veranstalters: Er muss von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Beim Afrika-Cup, der über den Jahreswechsel hinweg an jedem zweiten Tag Partien liefert, wird genau diese Regel zur praktischen Angelegenheit — die Limite ist nicht in einem ruhigen Juli gesetzt worden, sondern in einer Zeit, in der mehrere Spiele pro Abend anstehen.

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der gesetzliche Rahmen verlangt bei einer Erhöhung 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen der Schweizer Markt strenger ist als das Gesetz verlangt — und die 72 Stunden sind das Gegenteil eines Nachteils für den Kunden: Sie verhindern den Anruf bei der eigenen Vernunft, der in einer schlechten Nacht entsteht.

Wer in einer Turniernacht mehrere Wetten setzt, verteilt über mehrere Wochen, stösst an eine Limite anders an als jemand, der einmal im Monat eine Einzelwette setzt. CHF 1’000 für eine Person unter 21 Jahren sind über 30 Tage gerechnet der Abstand zu einer Summe, die man nach ein paar Finalabenden ohne bewusste Entscheidung erreicht hat. Die Oberlimite von CHF 9’999 ist hoch genug, um theoretisch niemanden zu schützen; praktisch ist sie statt eines Verbots ein Ausweis dafür, dass die Verantwortung beim Setzenden liegt — und genau das macht die eigene Limite zur ersten Entscheidung, die man treffen sollte, nicht zur letzten.

Die Spielsperre ist davon getrennt zu betrachten. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, und ein Fachorgan ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Wer einen Rat aus diesem Abschnitt mitnehmen will, bekommt denselben wie in jedem fair gestalteten Markt: Die Limite gehört vor die erste Wette, nicht danach. Wer auf einem afrikanischen Spieltag anfängt und die Grenze erst in der zweiten Woche zieht, hat den Spielraum bereits genutzt, den er begrenzen wollte. Wer gemerkt hat, dass er ihn zu gross gewählt hat, hat in den 72 Stunden bis zur Erhöhung Zeit, darüber nachzudenken. Genau dafür stehen sie dort.

Steuern und Auszahlungen: was auf einen Gewinn abgeht und was nicht

Ein Wettgewinn aus einem schweizerisch bewilligten Grossspiel ist bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 galt CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab und ist je nach Kanton unterschiedlich; eine einzelne kantonale Zahl gehört hier nicht hin. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholt.

Man muss diese Zahl aussprechen, um ihre Absurdität als Alltagsfrage zu sehen: Der typische Setzende gewinnt weit unter CHF 1’071’000. Für ihn fällt keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn an. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Bei ausländischen Anbietern sind Gewinne nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Für die persönliche Situation ist das ein Punkt, den ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung klärt, nicht ein Quotenvergleich.

Bemerkenswert an dieser Regelung ist, wie unsichtbar sie im Alltag bleibt und wie selektiv sie greift. Ein Gewinn wird nach der Steuerpraxis des Kantons behandelt, in dem man wohnt; derselbe Betrag fällt bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung unter eine andere Praxis als bei Sporttip. Das ist keine Werbung für das eine oder das andere. Es ist die Erinnerung daran, dass der Steuerposten einer Wette erst sichtbar wird, wenn die Wette schon gewonnen ist — und dass die Wahl der Plattform ihn vorab mitbestimmt hat.

Zur Auszahlung selbst: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto lauten gelassen, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Krypto bestehen im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Angelegenheit und steht in seinen Bedingungen. Und ein Punkt, der oft falsch erzählt wird: Die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartenherausgeber Zahlungen an unerlaubte Wettangebote sperren; die Sperrung ausländischer Domains erfolgt gegenüber den Telekom-Anbietern, nicht gegenüber dem Zahlungsverkehr.

Die zehn Plattformen im Einzelnen

Was folgt, nimmt jede der zehn Plattformen einzeln und ordnet sie nach dem, was ihre Konto- und Angebotsseite tatsächlich trägt. Ein Vergleich über zehn Zeilen hinweg ist erst dann nützlich, wenn jede Zeile für sich gelesen worden ist — und bei einer Liste, in der acht von zehn Einträgen denselben Bewilligungsstatus tragen, wird genau das zur eigentlichen Arbeit.

Swisslos Sporttip: die Bewilligung, die das Vertragsgebiet zur Bedingung macht

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das ist die eine Bewilligung, die den Schweizer Markt ausmacht: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa.

Die Registrierung ist der erste Kostenposten, und sie ist kein Formular, sondern ein Filter. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer in einer Grenzregion wohnt oder regelmässig umzieht, merkt hier, dass die Bewilligung an einen Ort gebunden ist und nicht an eine Person.

Die Wettgrenzen sind eng und für die Turnierzeit relevant: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein Systemwette-Einsatz bis CHF 10’000 klingt grosszügig, bis man sich klarmacht, dass eine Systemwette ihre Einsätze aus einer Vielzahl von Kombinationen zusammensetzt — die Obergrenze ist weniger eine Erlaubnis als eine Decke für das Gesamtvolumen einer einzigen Abgabe.

Ein zweiter Punkt, der ausserhalb des Turnierkontextes oft übersehen wird: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer jünger ist, ist ausgeschlossen. Bei einer Endrunde, die in mehreren afrikanischen Ländern läuft, betrifft das naturgemäss wenige Schweizer Spielende, aber die Regel zeigt, wer vom Markt ausgeschlossen ist und wer nicht.

Warum Sporttip dennoch über der Alternative stehen kann, ist keine Quotenfrage. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Ein Teil dessen, was ein Setzender an die Marge verliert, landet in diesen Töpfen statt in einer Dividende. Wer die Marge als Kosten verbucht, muss diesen Posten auf der anderen Seite verbuchen — und wer ihn nicht verbucht, rechnet sich den Schweizer Markt schlechter, als er ist.

Der entscheidende Satz zu Sporttip ist deshalb kein Lob, sondern eine Positionsbestimmung: Es ist der einzige Veranstalter mit Bewilligung für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und ein Konto setzt dort Wohnsitz voraus. Wer ausserhalb wohnt, hat keinen Zugang, obwohl die Bewilligung besteht. Diese Bedingung wird in keinem Werbetext zu finden sein, und sie entscheidet für viele über den Zugang zum gesamten Schweizer Markt.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Produkt für ein anderes Einzugsgebiet

Die Loterie Romande, die Société de la Loterie de la Suisse Romande, veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt die Avenue de Provence 14 in Lausanne als Kontaktadresse und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Der Bewilligungsstatus ist derselbe wie bei Swisslos: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, unter Aufsicht der Gespa. Die Wohnsitzbedingung gilt analog, nur für ein anderes Gebiet.

Der Unterschied zur Deutschschweiz liegt weniger im Produkt als in der Zugänglichkeit. 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen bedeuten, dass die Filiale der häufigste Berührungspunkt mit dem bewilligten Angebot ist — und die Gespa-Testkäufe 2025 zeigen, wie zuverlässig dieser Berührungspunkt ist: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer glaubt, ein Schalterpersonal sei die schärfere Kontrolle, hat sich geirrt; die Identitätsprüfung im Online-Konto ist an dieser Stelle nicht die lästige Alternative, sondern die schärfere.

Die Westschweiz hat damit strukturell dasselbe Angebot wie die Deutschschweiz, und sie teilt auch die Grenze: Ein Afrika-Cup ohne Schweizer Beteiligung bleibt im Wettprogramm auf das beschränkt, was die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten zulässt, unabhängig davon, ob das Turnier im Fernsehen ankommt. Was Jouez Sport vom älteren Bruder unterscheidet, ist nicht die Qualität des Angebots, sondern die Grösse des Filialnetzes und die Bindung an sechs Kantone — für Deutschschweizer Kundschaft ohne Bedeutung, weil sie hier ohnehin kein Konto bekommt.

Bruce Bet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet trägt in dieser Übersicht den Status «ohne Schweizer Bewilligung». Eine in einem anderen Land gemeldete Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung. Bruce Bet ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, unterliegt keiner Schweizer Aufsicht und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann seine Domains in die Sperrliste aufnehmen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren.

Was das für einen Setzenden während eines Turniers heisst, ist keine abstrakte Warnung, sondern die Frage, was passiert, wenn ein Konto nicht mehr erreichbar ist. Ohne Schweizer Adresse für ein Verfahren bleibt der Weg bei einem Streit um eine Auszahlung oder ein annulliertes Ereignis offen, und die Aufsicht, die bei einem bewilligten Veranstalter angerufen werden könnte, hat mit dieser Plattform nichts zu tun. Der Schweizer Markt hat für diese Sorte von Anbieter keine zweite Instanz.

1xBet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

1xBet trägt denselben Status: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Was auch immer an anderen Orten über diese Marke berichtet wird, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und keine Schweizer Aufsicht hat über sie zu entscheiden.

Ein Punkt, der bei einer Plattform mit diesem Namen regelmässig übersehen wird, ist die Steuerseite. Gewinne bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen; die kantonale Praxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles Einkommen. Die Steuerlast verschiebt sich damit von der Quelle zur Erklärung, und der Gewinnende ist derjenige, der ihn in der Steuererklärung richtig ausweisen muss.

Funbet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Funbet operiert ohne Schweizer Bewilligung und bietet keinen Schweizer Rechtsweg; zudem fehlt der Anschluss an das hiesige Sperrregister. Die Aufsicht kann seine Domains auf die Sperrliste setzen, und blockierte Adressen werden durch die Anbieter innerhalb von Stunden ersetzt.

Wer sich für eine solche Plattform entscheidet, entscheidet sich für einen Zugang, der jederzeit ohne Vorwarnung verschwinden kann. Bei einem Turnier, dessen Final erst nach vier Wochen stattfindet, ist das kein theoretisches Risiko, sondern ein Zeitfaktor: Ein Konto, das zum Viertelfinal noch erreichbar war, muss es zum Endspiel nicht mehr sein.

Boomerang Bet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Für Boomerang Bet gilt dasselbe: kein Schweizer Bewilligungsstatus, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann die Domains auf die Sperrliste setzen, die Telekom-Anbieter per DNS blockieren.

Das Besondere an dieser Kategorie von Anbietern ist nicht, dass sie etwas Verbotenes täten — die Spielenden werden nicht bestraft, die Strafbarkeit richtet sich gegen das Organisieren —, sondern dass die gesamte Beziehung ausserhalb des Schweizer Rahmens liegt. Wer dort ein Guthaben hält, hält es nicht in einem System, das eine Schweizer Behörde kontrolliert.

BetLabel: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel trägt ebenfalls den Status «ohne Schweizer Bewilligung», ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Die Schweizer Steuerbehandlung ausländischer Gewinne gilt auch hier, und eine Meldung ans Sperrsystem ist jederzeit möglich.

Die Schweiz schützt mit der Sperrliste nicht die ausländischen Anbieter, sondern die Spielenden — die Liste ist eine Zugangssperre, kein Gütesiegel. Wer über eine solche Adresse setzt, kann sich nicht darauf berufen, dass die Aufsicht das Angebot genehmigt hätte. Sie hat es nicht.

Gamdom: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom führt den Status «ohne Schweizer Bewilligung» und liegt damit ausserhalb des Schweizer Bewilligungsrahmens: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht.

Der Ursprung dieser Plattform liegt nicht im Sportwettgeschäft, und das ist relevant, weil der Afrika-Cup ein Sportwettangebot ist. Wer auf Fussball setzen will, braucht ein Sportwettprodukt, und kein Schweizer Veranstalter steht hinter diesem Angebot. Was dort an Sportwetten verfügbar ist, entzieht sich der Schweizer Liste der bewilligten Wettarten vollständig.

Pribet: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

Pribet hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Für Gewinne aus einem solchen Angebot kann die kantonale Steuerpraxis eine volle Besteuerung vorsehen, wie es etwa im Kanton Thurgau für ausländische Grossspiele gilt.

Was in dieser Kategorie schwerer wiegt als jede Steuerfrage, ist die fehlende Fair-Play-Kontrolle. Ein bewilligter Veranstalter unterliegt den Schweizer Regeln zu Limiten, Identität und Konto; bei einer Plattform ohne Bewilligung existiert kein Schweizer Instanzenweg, um eine strittige Auszahlung durchzusetzen.

WirWetten: ausländische Plattform ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten trägt den Status «ohne Schweizer Bewilligung», ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Auch diese Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Der Name legt eine Schweizer Leserschaft als Zielgruppe nahe, und genau darin liegt die Falle: Eine deutschsprachige Adresse ist kein Hinweis auf eine Bewilligung. Der Bewilligungsstatus in der Schweiz ist an das Geldspielgesetz gebunden, und ausser Swisslos und der Loterie Romande hat ihn niemand — unabhängig davon, wie das Angebot sich präsentiert.

Häufige Fragen zu Afrika-Cup-Wetten in der Schweiz

Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?

Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und erstmals 1957 ausgetragen; Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger. Die letzte Ausgabe lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko. Die nächste, der Afrika-Cup 2027, ist vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda geplant.

Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?

Sportwetten sind in der Schweiz nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern erlaubt: Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ob das Turnier im Programm steht, hängt von der Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten ab.

Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Bei jedem Viertelfinal, Halbfinal und beim Endspiel entscheidet diese Regel über Gewinn oder Verlust.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Der Gewinn einer Einzelwette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, der Nettogewinn aus Einsatz mal Quote minus eins; bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten der Teile. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält: eins minus der Payout share, die über alle Ausgänge eines Marktes aus den Kehrwerten der Quoten berechnet wird.

Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?

Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Bei Swisslos werden vor der ersten Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, Senkungen gelten sofort, Erhöhungen nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein.

Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 galt CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton»; darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein.

Inhalt erstellt vom Team «kombibonusch»